Hurrikan Irma

Heilsarmee leistet umfangreiche Hilfe in Florida und der Karibik

Menschen in Puerto Rico stehen Schlange vor einem Einsatzwagen der Heilsarmee, um Essen und Trinkwasser zu erhalten
Menschen in Puerto Rico stehen Schlange vor einem Einsatzwagen der Heilsarmee, um Essen und Trinkwasser zu erhalten

Da die Einsätze der Heilsarmee noch in vollem Gange sind, wird dieser Artikel fortlaufend aktualisiert.

Hurrikan Irma hat in Teilen der Karibik großflächige Zerstörung angerichtet. So hat Gaston Browne, der Premierminister des Staates Antigua und Barbuda, die Insel Barbuda für kaum bewohnbar erklärt. Die Heilsarmee auf Antigua hilft in Zusammenarbeit mit Regierungsstellen dabei, Notrationen an Menschen zu verteilen, die von der Nachbarinsel evakuiert werden mussten.

Auf der Insel Sint Maarten fegte der Sturm, der zweitweise Spitzengeschwindigkeiten von fast 300 km/h erreichte, reihenweise Dächer von den Häusern und sorgte mit heftigen Regenfällen und Sturmfluten für Überschwemmungen. Auch Heilsarmee-Einrichtungen auf der Insel sind betroffen. Die Schäden halten sich jedoch in Grenzen, sodass die Heilsarmee dort aktuell Notunterkünfte bereitstellen kann für rund 40 Menschen, deren Häuser zurzeit unbewohnbar sind.

Auch auf der Insel Saint Thomas sowie auf den Turks- und Caicosinseln verteilt die Heilsarmee Lebensmittel an Menschen, die vor allem von Überschwemmungen betroffen sind. Kapitän Derick Miller, der die Hilfseinsätze auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik leitet, berichtet, dass die dortigen Einrichtungen der Heilsarmee schwer beschädigt wurden und die meisten Gemeindeglieder ihre Häuser verloren haben. Unterdessen ist die Heilsarmee auf den Bahamas sowohl in Freeport als auch in Nassau im Einsatz. Das Divisions-Hauptquartier hatte vorsorglich seine Lebensmittelvorräte aufgestockt, um in den vom Hurrikan betroffenen Ortschaften rasch helfen zu können. Die Heilsarmee-Division Haiti ist ebenfalls in den von Überschwemmungen und Sturmfluten betroffenen Gebieten aktiv.

Der Leiter des karibischen Heilsarmee-Territoriums, Kommandeur Mark Tillsley hat sämtliche Mitarbeiter der Heilsarmee in der Karibik dazu aufgerufen, sich denen zuzuwenden, die aktuell am schwersten betroffen sind und nach Möglichkeit Heilsarmee-Einrichtungen freizugeben für Notunterkünfte, praktische Hilfe und seelische Unterstützung.

Bitte helfen Sie den von Hurrikan Irma in Mitleidenschaft gezogenen Menschen

Neben der Versorgung von Betroffenen und Hilfskräften mit dem Nötigsten schätzen diese Menschen auch den emotionalen und geistlichen Halt, den die Mitarbeiter der Heilsarmee bieten. Nach Abschluss des unmittelbaren Katastropheneinsatzes in den vom Sturm betroffenen Kommunen wird sich die Heilsarmee zudem dem langfristigen Wiederaufbau verpflichten sowie Bedürftigen kontinuierliche Hilfe anbieten.

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Verwendung: Hurrikan Irma

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Umfangreiche Hilfsmaßnahmen in Florida

In Florida sind sämtliche mobile Kantinen des US-Bundesstaates, die bis letzte Woche noch in Houston nach Hurrikan Harvey im Einsatz waren, nach Florida zurückbeordert worden. Dort wurden sie in den Tagen, bevor Irma auf Land traf, mit Vorräten und Material aufgestockt. Die 47 Heilsarmee-Korps Floridas sind in die zentral gesteuerten Kata­strophen-]hilfs-]maß-]nahmen einbezogen, um dem massiven Bedarf an Notunterkünften zu begegnen.

Über zehn Einsatzzentralen der Heilsarmee koordinieren in enger Zusammenarbeit mit anderen offiziellen Stellen die strategischen Herausforderungen der Logistik von Lebensmitteln, Trinkwasser, Decken, Kleidung und anderer Hilfsmittel. Bereits über 830.000 Mahlzeiten und Snacks sind seit Anlauf der Hilfsmaßnahmen in Florida von der Heilsarmee mithilfe von zahlreichen Ehrenamtlern zubereitet und verteilt worden (Stand 25.9.).

Die Heilsarmee im Südwesten der USA steht damit an mehreren Fronten vor der bislang größten Herausforderung ihrer Geschichte im Bereich der Katastrophenhilfe. Sämtliche Katastrophenhilfsteams, -Fahrzeuge und -Gerätschaften der USA und Kanadas sind aktuell aktiviert. Allein in Texas wurden über 430.000 Mahlzeiten bislang an Betroffene des Hurrikans Harvey verteilt worden. Die Hilfseinsätze sind auch dort immer noch in vollem Gange, täglich unterstützt die Heilsarmee rund 22.000 Texaner.

Lesen Sie nachfolgend eine Auswahl bewegender Erfahrungsberichte

Wieder obdachlos, doch Heilsarmee bringt Trost

Die 46-jährige Anita Phillips, alleinerziehende Mutter von fünf Kindern, ist unter den zahllosen Menschen, die durch Hurrikan Harvey ihre Wohnung verloren haben. Anita und ihre drei jüngsten Kinder schlafen zurzeit in einem Hotel in San Antonio, mehr als zweieinhalb Stunden entfernt von ihrem Zuhause in Rockport, Texas. „Ich fühle mich verloren. Ich habe nicht das Gefühl, dass irgendetwas sicher ist“, berichtete Anita der Heilsarmee und brach in Tränen aus.

Anita war bereits 2005 obdachlos, als sie ihr jüngstes Kind erwartete. Damals bekam sie zum ersten Mal Unterstützung von der Heilsarmee. Die war auch für Anita da, als sie 2012 erneut obdachlos wurde.

Nachdem sie vor Hurrikan Harvey fliehen musste, fuhr Anita mit ihren beiden jüngsten Kindern durch San Antonio, als sie das bekannte rote Schild auf dem Kantinenfahrzeug sah. Dort versorgten ehrenamtliche Helfer die Familie mit warmen Mahlzeiten und kaltem Wasser.

Mit ihren letzten Habseligkeiten, die jetzt in ihrem Auto verstaut sind, hat Anita auch ihren Glauben aus den Trümmern gerettet. Nur wenige Tage vor dem Hurrikan hatte Anita Jesus Christus als ihren Herrn und Retter angenommen. Ihre Taufurkunde gehört zu den wenigen Dingen, die sie vor den Fluten in Sicherheit bringen konnte. Sie zeigte sie stolz – in tadellosem Zustand – Majorin Nettie Morton von der Heilsarmee, die gerne emotionale Unterstützung und geistlichen Trost spendete.

„Danke, dass ihr hier seid“, sagte Anita der Majorin. „Es geht mir besser, wenn ich weiß, dass jemand da ist.“

Orangensaft rettet Leben in Orange County

Nancy Moore aus dem Bezirk Orange County, Texas, berichtet, dass die Heilsarmee gerettet hat, nachdem Hurrikan Harvey in ihrer Umgebung alles zum Erliegen brachte und enorme Überschwemmungen verursachte. „Es regnete und regnete“, sagt sie. „Das Wasser kam schnell. Ich habe Wasser noch nie so schnell steigen gesehen.“

Wie bei den meisten ihrer Nachbarn fiel auch in Nancys einstöckigem Haus der Strom aus. Es war mehr als 30 cm hoch überflutet. „Ich versuchte so schnell wie möglich wichtige Sachen hochzustellen. Sachen, die mir wirklich wichtig sind, wie Familienfotos ...“ Als das Wasser zurückging und Verwüstung hinterließ, war Nancy überzeugt, dass sie „die wichtigsten Sachen gerettet hat. Ich hatte Glück, so viele haben alles verloren.“

Da sie mit dem doppelten Problem von schmutzigem Flutwasser und Stromausfall zu kämpfen hatte, gab es in Nancys Haus nach ein paar Tagen kaum noch Lebensmittel. Wegen fast unpassierbarer Straßen bekamen Lebensmittelläden wenig bis keinen Nachschub. Das machte die warmen, nahrhaften Mahlzeiten, die von dem in ihrer Nachbarschaft stationierten Einsatzteam der Heilsarmee ausgegeben wurden, umso wichtiger.

Doch für das dazugehörige Getränk ist Nancy am dankbarsten. „Das Essen war großartig, doch die Flasche Orangensaft hat mein Leben gerettet“, erzählte sie dem Leiter der Heilsarmee in Orange.

„Ich bin Diabetikerin. An diesem Abend litt ich an Unterzuckerung. Dieser Orangensaft hat mein Leben gerettet. VIELEN Dank für die Hilfe.“

Von Hiroshima nach Houston

Majorin Jamie Pennington und Majorin Sujung Na gehören zu den Dutzenden Heilsarmeeoffizieren, die in die am stärksten betroffenen Stadtteile von Houston, Texas, geschickt wurden. Dort sind die Straßen gesäumt von Müllbergen – wassergetränkten Matratzen, Fußbodendielen, Baumaterial, Haushaltsgeräten, Möbeln und Kleidung. Bei einem Besuch in der Nachbarschaft trafen die Offiziere die Familie Black.

„All ihre irdischen Besitztümer lagen am Bordstein“, erzählt Majorin Pennington. „Ihre beiden Autos ... waren kaputt. Sie hatten keine Transportmöglichkeit. Sie konnten nicht weg.“

Zur Familie gehörte auch ein zehn Monate altes Kind – das Baby schlief im Kinderbett und die fünf Erwachsenen auf dem Boden. Sie hatten keine Kissen oder sauberes Bettzeug. In ihrem einstöckigen Backsteinhaus stand das Wasser durch den Sturm über 60 cm hoch.

„Wir gaben ihnen für den Anfang ein Lebensmittelpaket“, erzählt die Majorin, „und ich wusste, dass wir in unserem Lager noch ein Gitterbett und einen Laufstall haben“.

Das Heilsarmeeteam brachte der Familie Black nicht nur dieses, sondern auch Windeln, Kissen und Schlafsäcke. Die Familie war überglücklich.

Da öffnete sich die 75-jährige Großmutter Akiko, die in Japan geboren wurde, gegenüber Majorin Na, der aus Korea stammt und japanisch spricht. Akiko war erst zwei Jahre alt, als die USA die Atombombe auf ihre Heimatstadt Hiroshima warfen. Sie überlebte unversehrt und zog 30 Jahre später in die USA.

Majorin Na sagte zu Akiko: „Gott hat Ihr Leben und das Leben aller Menschen unter Kontrolle. Wir alle werden einmal sterben, doch Gott hat Ihr Leben verschont.“ Sie betete auf Japanisch und Akiko wiederholte ihre Worte.

„Akiko sagte mir: ‚Ich weiß, wen ich jetzt in meinem Herzen habe.‘ Sie war bereit. Gott hat zu ihrem Herzen gesprochen.“

Sehen Sie nachfolgend einige englischsprachige Videos sowie Fotos von der Heilsarmee International/in den USA zu den aktuellen Katastrophenhilfseinsätzen der Heilsarmee.

Videobotschaft des Generals aus dem Koordinationszentrum der Heilsarmee-Katastrophenhilfe in Atlanta (9.9.2017)

Kevin Smith, Leiter der Heilsarmee-Katastrophenhilfe in Florida im TV-Interview zu Hurrikan Irma

Video: Vorbereitungen der Heilsarmee-Katastrophenhilfe in Florida laufen auf Hochtouren

Video: Heilsarmee in Florida gibt der Tafel in Tampa Bay 82.000 Flaschen mit Wasser und über 27.000 Kisten mit haltbaren Lebensmitteln

Video: Heilsarmee-Leutenant Chris Doborwicz über die Herrichtung einer Notunterkunft in Lee, Hendry & Glades County, in die Evakuierte auch mit Haustieren aufgenommen werden

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