Wort zur Woche

Es ist 1.13 Uhr morgens und ich kann nicht schlafen. Im Dunkeln sehe ich das Standby-Licht meines Laptops und denke: „Oh, ich habe vergessen, ihn auszuschalten." Ich klappe ihn auf und bevor ich es merke, hänge ich auch schon wieder im Internet. Ich logge mich in ein Online-Forum ein, um mit meiner Freundin in England zu chatten. Auf einem anderen Teil der Erde beginnt sie gerade ihren Tag und macht Frühstück für ihre Tochter. Gestern haben wir uns per Videokonferenz unterhalten. Da saßen wir und konnten einander ins Wohnzimmer sehen.
Es
ist interessant, wie sehr sich unser Leben verändert hat. Vor zwanzig
Jahren hatten wir noch kein Internet und auch noch keinen PC. Einer
meiner Freude besaß eine riesige Maschine mit einer Speicherkapazität
von ganzen 68 KB. Bei einer meiner ersten Arbeitsstellen gab es einen
ganzen Raum, der „den Computer" beherbergte. Seltsame Typen in Pullovern
huschten dort hinein und heraus. Ich habe den Computer einmal gesehen
und war beeindruckt von seiner Größe. Heute tragen wir Blackberrys und
Handys in unseren Hosentaschen und haben Laptops, die in eine
Dokumentenhülle passen. Durch all diese neuen technischen Geräte hat
sich unser Leben unwiderruflich verändert. Wo ist das einfache Leben?
Verschwunden.Wenn meine Eltern früher, als ich ein kleines Mädchen war, von der Arbeit nach Hause kamen, las mein Vater Zeitung und schaute anschließend die Nachrichten. Mutter machte derweil in der Küche das Abendbrot. Nach dem Abendessen sahen wir ein wenig fern und unterhielten uns. Manchmal telefonierte ich mit meinen Freundinnen, aber meistens ging ich einfach zu ihnen und besuchte sie. Dann gingen wir nach draußen, um zu spielen, fuhren Fahrrad oder saßen einfach herum und redeten. Manchmal vermisse ich dieses einfache Leben.
In solchen Situationen schalte ich mein Handy und den Fernseher aus, nehme ein gutes Buch und suche mir ein ruhiges Plätzchen. Ich liebe es, in der Natur zu wandern und genieße den Sommerurlaub im Wohnwagen. Dennoch ist mein Laptop meist nicht weit weg, und mein Handy auch nicht. Und wer kann der Technik entgehen, wenn mein lieber Mann zwei Fernseher im Wohnwagen aufgehängt hat? Ach ja, und die Videospiele nicht zu vergessen, die die Jungs unbedingt mitnehmen müssen, für den Fall, dass es regnet.
All diese Technik und Vernetzung hat mich nachdenklich gemacht. Unser Leben wurde durch die Technik sicher bereichert. Aber sie hat auch ihren Preis. Es gibt nie Zeit zum Abschalten. Immer sind da E-Mails durchzusehen, Nachrichten mitzubekommen, Mitteilungen zu beantworten. Die Zeit vergeht wie im Flug und allmählich merken wir, dass es uns nicht einmal besonders viel Spaß macht.
Was ist aus der stillen Zeit geworden? Früher habe ich beim Autofahren gebetet. Jetzt klingelt ständig das Handy, wenn ich unterwegs bin. Im Flugzeug habe ich aus dem Fenster auf die Welt dort unten geschaut. Heute starre ich auf den Bildschirm meines Laptops. Wenn ich nachts wachlag, habe ich in der Bibel gelesen oder gebetet. Heute gibt es PDA, MP3-Player und 24-stündiges digitales Kabelfernsehen, um mich abzulenken.
Wo ist Gott in alledem? Wäre es nicht lustig, eine E-Mail von ihm zu bekommen? Oder eine SMS? Was würde darin stehen? Vielleicht, dass wir langsamer machen sollen. Es ist eine große Herausforderung, mit Gott in Verbindung zu bleiben, während wir so sehr damit beschäftigt sind, Verbindungen zu jedem und allem sonst aufzubauen.
Nachfolgend einige Punkte, die ich hilfreich fand, um den geistlichen Bereich nicht aus den Augen zu verlieren:
• Abonnieren Sie eine tägliche Andacht per E-Mail von einem seriösen christlichen Anbieter. Diese Andachten können Ihnen helfen, sich auf Gott auszurichten, wenn Sie Ihren Tag beginnen oder am Ende eines langen Tages, nachdem Sie die Kinder ins Bett gebracht haben.
• Schließen Sie sich einer Facebook-Gruppe für Christen an und geben Sie einander Anteil an Ihrem Glaubensweg. Aber seien Sie vorsichtig ... Online-Kontaktnetzwerke können enorme Zeitschlucker sein, planen Sie daher am Besten, sich nur zu bestimmten Zeiten einzuloggen.
• Planen Sie eine Zeit in Ihrem Tagesablauf ein, in der Sie alle elektronischen Geräte ausgeschaltet haben und mit Gott alleine sind. Eine Pause von dem ständigen Geplapper ist wichtig, um die Beziehung zu ihm zu pflegen. Außerdem ist es gut für die seelische Gesundheit.
• Wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, sollten Sie zuerst Zeit mir Ihrer Familie verbringen. Schalten Sie Ihr Handy und Ihren PDA aus und entscheiden Sie sich, keine dienstlichen E-Mails an Ihrem privaten Computer durchzusehen. Machen Sie die Hausaufgaben mit Ihren Kindern lieber am Esstisch als am Computer.
Die moderne Technik hat manches schneller und einfacher gemacht. Aber unser Leben ist durch sie auch komplizierter und unruhiger geworden. Und das Ergebnis? Zu viel Stress. Um in dieser neuen Welt mit all ihren Apparaten gut zurechtzukommen, müssen wir zuerst an die geistliche Quelle angeschlossen sein. Nutzen Sie die Technik, um Ihr Leben zu verbessern, aber machen Sie sie nicht zu Ihrem Lebensinhalt. Viel wichtiger ist es, mit Gott in Verbindung zu bleiben. Schützen Sie Ihre Zeit mit ihm.
Kathie Chiu
"Wort zur Woche"-Archiv
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Herzlichen Dank an Wodicka für das Foto!
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