Die Heilsarmee in Litauen
Wiedereröffnung
Im Jahr 1944 setzte das Herannahen der sowjetischen Truppen der Heilsarmeearbeit in Memel nach 52 Jahren ein vorläufiges jähes Ende. Fast auf den Tag genau 57 Jahre später, nachdem die heutige Majorin Ruth Krick zum letzten Mal das Heilsarmeegebäude in ihrer Heimatstadt abschließen konnte, wurde die Heilsarmeearbeit in der heute litauischen Stadt Klaipeda am 13. August 2001 offiziell wieder eröffnet.
Die Ersteröffnung des Korps Memel in der Tischlerstaße 1 fand am 18. Dezember 1892 durch Kapitänin A. Bach statt.
Bereits 1993 waren Majorin Ruth Krick (Deutschland) und Majorin Erika Ammann (Schweiz) nach
Klaipeda übergesiedelt, um den Aufbau der Heilsarmee in Angriff zu nehmen. In Eigeninitiative und
unter hohem persönlichen Einsatz linderten sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten materielle und
geistliche Not durch Bereitstellung eines Mittagstisches, Hausbesuche, persönliche Betreuung sowie
das Angebot einer Bibelstunde in deutscher Sprache.
Nachdem jedoch beide Heilsarmeeoffizierinnen aus verschiedenen Gründen Klaipeda zwischenzeitlich wieder verlassen mussten, übernahm Kapitänin Arija Bergmane vom Korps Liepaja (Lettland) die Betreuung der kleinen, aus der Bibelstunde entstandenen Gruppe in Klaipeda. Im März 2000 wurden schließlich 20 Heilssoldaten eingereiht.
Majorin Krick hatte bereits im März 1998 die Registrierung der Heilsarmee in Litauen (Išganymo Armija) als Religionsgemeinschaft erzielen können. Die Heilsarmee in Deutschland hat nunmehr die Verantwortung für den Aufbau in Litauen übernommen und eine Heilsarmeeoffizierin nach Klaipeda entsandt. Für die feierliche (Wieder-) Eröffnung des Korps waren der Territorialleiter, Oberst Werner Frei, und seine Frau, Oberstin Paula Frei, nach Klaipeda gereist. Gäste aus dem Nachbarkorps Liepaja sowie Salutisten und Freunde fanden sich im Saal des Diakoniewerk Sandora, in dem die Heilsarmee derzeit Gastrecht hat, ein. Die Worte von Majorin Ammann zur Begrüßung der Versammlungsbesucher, ein verlesenes Grußwort von Majorin Krick sowie die Ansprache von Oberst Frei zur Eröffnung des Korps gaben Einblick in die Geschichte der Heilsarmee in Memel bzw. Klaipeda.
Oberst Frei dankte allen, die durch ihren Einsatz die Wiedereröffnung erst möglich gemacht haben
und überreichte die Eröffnungsurkunde an die neue Korpsoffizierin, Kapitänin Susanne Kettler. Ihr
Wunsch ist es, dass Gott die Heilsarmee in der Stadt gebrauchen möge, damit noch viele Menschen
ihn kennen lernen können. Die Kameraden aus Lettland erfreuten die Besucher mit einem Lied
und überreichten Geschenke als sichtbares Zeichen der Verbundenheit beider Korps. Im Anschluss an
die Versammlung war bei einem liebevoll vorbereiteten Imbiss Gelegenheit zum gegenseitigen
Kennenlernen. Nun ist man gespannt, was Gott Großes tun möchte in diesem neuen Korps und in der
Stadt Klaipeda!
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