Die Heilsarmee in Litauen
Berichte aus dem Jahr 2006
März 2006: Musical "The New Friend" (Der neue Freund)
April 2006: Rund um Ostern ...
Mai 2006: Kadettenfeldzug
Juli 2006: Sommeraktionen
August 2006: Gospelabend mit Rune Berg
Januar 2006: Aktion "Maisto Bankas" (Lebensmittelbank)
Seit drei Jahren findet in Litauen zu Beginn der Adventszeit im ganzen Land die Aktion "Maisto Bankas" (Lebensmittelbank) statt.Zwei Tage lang werden in vielen großen Supermärkten die Kunden aufgefordert, Lebensmittel einzukaufen, die sie hinter der Kasse für einen wohltätigen Zweck spenden. Die teilnehmenden Organisationen verpflichten sich, diese an Bedürftige, z. B. kinderreiche Familien, Obdachlose, Rentner oder Behinderte weiterzugeben.
Auch die Heilsarmee nimmt daran teil. Die fleißigen Helfer des Korps Klaipeda (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen) freuten sich über Lebensmittel im Gesamtwert von fast € 725. Diese stapelten sich im Heilsarmeezentrum und wurden an zahlreiche bedürftige Personen verteilt, die mit dem Korps in Kontakt stehen. Darunter waren viele Familien und Senioren, die aus diesem Anlass noch vor Weihnachten persönlich besucht wurden.
Ergänzt wurde diese materielle Hilfe durch besondere Veranstaltungen in der Weihnachtszeit. Kinder und Jugendliche, Senioren, Obdachlose und Familien wurden zu Weihnachtsfeiern und Gottesdiensten eingeladen. Jeder sollte Gemeinschaft und Wärme erfahren und die Liebe Gottes kennen lernen, die in Jesus Christus zu uns kam.
März 2006: Musical "The New Friend" (Der neue Freund)
Der erste Höhepunkt des Jahres war im Korps Klaipeda die Premiere des Musicals "The New Friend" (Der neue Freund) des Komponisten Jon Arild Ruud, der der Heilsarmee in Norwegen angehört.
Der Einladung zu diesem Anlass folgten über siebzig Gäste. Außerdem wurde die Veranstaltung von einem ausgewählten internationalen Publikum live im Internet verfolgt.Das vierzigminütige Stück wurde in nur knapp drei Wochen von den Jugendlichen des Korps einstudiert. Dabei wurden sie von Rune Berg aus Norwegen angeleitet, der ein Praktikum bei der Heilsarmee in Litauen absolvierte. Für alle Beteiligten war es ein hartes Stück Arbeit, das sich voll und ganz gelohnt hat!

Das Musical erzählt die Geschichte der kleinen Esther. Wegen einer Behinderung kann sie nur mit Krücken laufen und die anderen Kinder grenzen sie aus. Aber ihr Onkel Petrus hat einen neuen Freund, der Kranke heilt und Tote aufweckt – Jesus ist sein Name. Ob er ihr helfen kann? ER kann!"Das Musical handelt von Gottes Fürsorge für jeden von uns", erklärte Rune dem Publikum. Auch heute gibt es Menschen, die alleine und verletzt sind. "Er (Jesus) steht genau vor dir und fragt dich: Darf ich dir helfen?" sangen die Jugendlichen in ihrem abschließenden Lied, "... wie lautet deine Antwort ... Ja oder Nein?"
Das Publikum in nah und fern nahm die Musicalpremiere mit Begeisterung auf. Wollen wir beten, dass sie alle, sowie auch die jungen Akteure, von ganzem Herzen JA zu Jesus sagen!
April 2006: Rund um Ostern ...
Rund um Ostern jagte im Korps Klaipeda (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen) mal wieder ein Ereignis das nächste.

Durch die Arbeit der engagierten Sozialarbeiterin des Korps, war die "SoDra" (lit. Sozial-
versicherungsanstalt) auf die Heilsarmee aufmerksam geworden, und hatte eine gemeinsame Aktion für Kinder angeregt. Gesagt – getan: Einladungen wurden verteilt, und am Gründonnerstag erlebten etwa 40 Kinder und Teenager ein buntes Programm, in dem es um die biblische Botschaft von Ostern ging. Außerdem berichtete eine Vertreterin der "SoDra" wissenswertes über Geschichte und Zweck ihrer Institution und erklärte den Kindern, warum es sich lohnt Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen, statt "schwarz" zu arbeiten. Wollen wir hoffen, dass sie es sich merken, bis es so weit ist. Der Kuchen den die "SoDra" gestiftet hat, hat jedenfalls allen geschmeckt ...

Noch am gleichen Abend hatte sich Besuch aus Norwegen angekündigt: Salutisten und Offiziere aus dem Korps Bergen. Der Kontakt war vor etwa einem Jahr entstanden, als unerwartet eine Frau aus Norwegen bei der Kleiderausgabe auftauchte. "Du bist ein Soldat?", fragte sie den Mitarbeiter in der Kleiderkammer. "Ich auch!" Es stellte sich heraus, dass die Frau Marianne heißt und der Heilsarmee in Bergen angehört. Sie hatte beruflich in Litauen zu tun und wollte unbedingt auch die Heilsarmee dort kennen lernen.
Seit diesem Tag ist sie eine große Freundin der Arbeit in Klaipeda und hat in ihrer Heimat so begeistert davon erzählt, dass sie nun mit einer siebenköpfigen Delegation ihres Korps zu Besuch gekommen ist.
Schnell waren auch die neuen fremden Norweger zu Freunden geworden. Tatkräftig unterstützten sie von Karfreitag bis Ostersonntag die missionarische Arbeit in Klaipeda. Gemeinsam wurden die Jugendstunde, Gottesdienste sowie Einsätze im Obdachlosenwohnheim und bei den Bewohnern der Mülldeponie gestaltet.
Am Dienstag nach Ostern fand "traditionell" schon zum zweiten Mal ein gemeinsamer Ostergottesdienst mehrerer Kirchen und Gemeinden Klaipedas bei der Heilsarmee statt. Wie einer der Pastoren in seinem Grußwort betonte: "Wir sind Auferstehungs-Leute", das ist es, was uns eint! Ein großer Teil der Gottesdienstbesucher waren Jugendliche. Sie prägten auch diesen Gottesdienst, mit verschiedensten Musikbeiträgen und Anbetungstänzen – eine Feier der Auferstehung Christi und der Einheit seiner Kirche!
Mai 2006: Kadettenfeldzug
Ziel der Ausbildung der Offiziersschüler der Heilsarmee ist es auch, zu sehen wie in der Praxis gearbeitet wird und das Erlernte anzuwenden.
So machten sich sechs Kadetten aus der Schweiz und ein deutscher Kadett mit ihrem assistierenden Schulleiter Major Hervé Cachelin auf nach Klaipeda/Litauen (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen), um dort die Arbeit kennen zu lernen und die Korpsleiterin zu unterstützen.
Vor Ort erhielten wir sofort Einblick in die Arbeit. Ein Geburtstagsfrühstück mit Programm wurde gestaltet. Anschließend beteiligten wir uns an einer Essenausgabe im Obdachlosenheim. Den Nachmittag verbrachten wir mit den dortigen Jugendlichen sportlich – aber auch mit Informationen über die weltweiten Jugendaktivitäten der Heilsarmee.
Der Einsatz bei den Menschen, die auf einem "Müllberg" leben, war eine besondere Erfahrung. Auch dort verteilten wir Lebensmittel. Ein musikalisches Programm mit Bläsern und einem Dudelsackspieler brachten den Menschen eine freudige Abwechslung.

Da die Arbeit von Kapitänin Kettler-Ruitkenen immer wieder von anderen Organisationen in Klaipeda angezweifelt wird, gab es einen speziell vorbereiteten Informationsabend. Dort hatten Menschen, die die Heilsarmee nicht kennen, die Möglichkeit, Einblick zu nehmen anhand einer Bildpräsentation über die Geschichte und das Wirken der Heilsarmee weltweit. Anschließend gab es eine Fragerunde, die von den fast 30 Anwesenden ausgiebig genutzt wurde. Auf diesem Weg konnten Vorurteile abgebaut werden und viele bekamen eine andere Sichtweise auf diesen Dienst für bedürftige Menschen – motiviert vom Glauben an Gott und der Liebe Gottes.
Viele Eindrücke werden in Erinnerung bleiben. Aber vor allem das Wissen darum, dass unser Gott überall mächtig ist, motiviert uns weiterhin nach vorn zu schauen, um seine Liebe immer wieder weiterzugeben, an Menschen, die diese noch nicht kennen.
Juli 2006: Sommeraktionen
Wochenlang sank das Thermometer nur selten unter die 30-Grad-Marke, doch das war nicht der einzige Grund, warum es im Korps Klaipeda/Litauen (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen) heiß herging.
Für drei Wochen bekam die Heilsarmee in Litauen Verstärkung von sechs jungen Leuten aus England, Wales und Deutschland. Sie hatten seit einem Jahr an einem Jüngerschaftstraining der Heilsarmee in England teilgenommen, am Ende stand ein Missionseinsatz im Ausland. Das Programm, das sie erwartete, sollte keine Langeweile aufkommen lassen ...
In der ersten Woche wurde gemeinsam ein viertägiges Tageslager für Kinder durchgeführt. Der Ansturm auf dieses kostenlose Freizeitangebot war groß. Etwa 30 Kinder konnten in dieser Woche teilnehmen - viele weitere mussten auf das nächste Lager vertröstet werden, das schon in wenigen Wochen stattfinden wird.

Unter dem Thema "Du bist einmalig!" erwartete die Kinder jeden Tag ein buntes Programm mit Musik, Spielen und Geschichten sowie kreativen Workshops und Sport. Am letzten Tag galt es im Wald und am Strand einen harten Wettkampf zu bestehen, um schließlich einen ganz besonderen Schatz zu finden. Am Abend im Gottesdienst, zu dem auch einige der Eltern kamen, erklärte Sam aus England, dass in Gottes Augen jeder von uns ein ganz besonderer Schatz ist, für den er gerne alles gegeben hat.
"Du bist einmalig!" hieß es auch in der darauf folgenden Woche: Ein weiteres Tageslager - dieses Mal für Jugendliche, mit etwa 20 Teilnehmern. Im Gegensatz zum Kinderlager verlagerte sich das Programm deutlich in die zweite Tageshälfte und für Aktivitäten im Freien wurde an den meisten Tagen der Strand gewählt.
In interaktiven Bibelarbeiten kam zum Ausdruck, dass Gott uns ganz persönlich liebt und wir auf unterschiedlichste Weise mit ihm reden und ihm dafür danken können. Auch in dieser Woche wurden verschiedene Workshops angeboten, die von den Teenagern begeistert angenommen wurden. Das Tischtennis-Training half den Teilnehmern auf spielerische Weise, ihr Können auszubauen, während sich andere künstlerisch mit dem Thema "Ungewöhnliche Kreation" befassten, was einige sehr "freakige" Kunstwerke hervorbrachte. Außerdem gab es einen Musik- und einen Tanzworkshop.Die Gemeinschaft war in beiden Lagern großartig und der Abschied fiel nicht leicht. Ein Trost: Die Kinder und Jugendlichen können sich auch in Zukunft sicher sein, bei der Heilsarmee in Klaipeda eine offene Tür zu finden!Die dritte Einsatzwoche führte das Team aus England gemeinsam mit den einheimischen Mitarbeitern auf die Straßen von Klaipeda. Ziel war es, Passanten zu einem Infoabend über die in Litauen noch weitgehend unbekannte Heilsarmee einzuladen. Weit über tausend Einladungen wurden unters Volk gebracht. Einige Hundert davon waren auf eisgekühlten Wasserflaschen angebracht, die viele bei dem heißen Wetter dankend annahmen - meist etwas verwundert darüber, dass sie nichts zu bezahlen brauchten ...Der Infoabend war ein voller Erfolg. Tatsächlich trauten sich einige Menschen zum ersten Mal in den Saal der Heilsarmee und erfuhren mehr über ihren Ursprung und ihren Dienst in Litauen und in aller Welt. Jugendliche aus Klaipeda und das Team aus England umrahmten das Programm mit Musik und Tanzbeiträgen.
Nach den beiden Freizeitlagern für Kinder und Jugendliche wurde eine zweiwöchige Sommerpause eingelegt, in welcher gemeinsam mit Freiwilligen der Saal und Flure renoviert wurden.
Im frisch gestrichenen Saal fand dann der Abschiedsgottesdienst für Steffen Aselmann statt, der nach zwei Jahren engagierter Arbeit in Klaipeda nun seine Rückreise nach Deutschland antritt.
Über vierzig Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, den ihnen ans Herz gewachsenen Korpshelfer offiziell zu verabschieden. Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen führte durch den bewegenden Gottesdienst und die aufkommende Wehmut war sowohl bei ihr, als auch bei den anderen Anwesenden nicht zu verkennen. Ein letztes Mal wurde man durch Steffens äußerst schwungvolle Predigt nachdenklich gestimmt und viele ließen es sich nach der Veranstaltung nicht nehmen, in dem von der Kapitänin überreichten Album mit Erinnerungsfotos einen persönlichen Gruß zu hinterlassen. Im Herbst wird Steffen seine Ausbildung zum Heilsarmeeoffizier starten.
August 2006: Gospelabend mit Rune Berg
Nach knapp dreiwöchiger Vorbereitung fand im Saal von Korps Klaipeda (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen) ein Gospelabend unter der Leitung von Rune Berg aus Norwegen statt. Mit neun begeisterten Jugendlichen und Runes Bruder Oddgeir am Klavier wurden zahlreiche englische und zwei litauische Gospellieder vor ca. 50 Interessierten vorgetragen.

Diverse Soli und einige Chorusse, in welche das Publikum mit einbezogen wurde, lockerten die Stimmung auf. Rune ging zwischen den einzelnen Liedern auf die Wichtigkeit von Lobpreis und Anbetung ein und sprach über Jesus Christus als den Erretter. Für die Sänger war es eine schöne Erfahrung, Spaß an der Musik zu haben und gleichzeitig ihre Liebe zu Gott ausdrücken zu können.

Am folgenden Tag fand ein Ausflug nach Kretinga mit den älteren Damen unserer Gemeinde statt. Es wurde ein Museum mit Wintergarten besichtigt und später im anliegenden Park ein kleines Picknick veranstaltet.
Noch in derselben Woche fand sich eine Gruppe aus einer christlichen Reha-Institution ein. Ihr Programm beinhaltete Teilnahme am Gottesdienst im Korps Klaipeda und diverse Ausflüge, unter anderem auch einen Einsatz auf dem Müllberg. Die dortigen Bewohner werden regelmäßig von der Heilsarmee besucht und mit Hilfsgütern versorgt.
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