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Die Heilsarmee in Litauen

Berichte aus dem Jahr 2008

 

März 2008: Willkommensversammlung für Brigitte Kloosterman
März 2008: Kleiner Einblick in unsere Arbeit
Mai 2008: Es ging lustig zu ...
Juli 2008: Kurzberichte aus den einzelnen Arbeitsbereichen
Oktober 2008: Jubiläumsfeier
Oktober 2008: "Perfect stone"-Konzert
November 2008: Ein Gast aus Schweden




März 2008: Willkommensversammlung für Brigitte Kloosterman
Nach einer langen Vorlauf- und Wartezeit konnte die Gemeinde in Klaipėda endlich Brigitte Kloosterman aus Kandada als neue Mitarbeiterin im geistlichen Dienst willkommen heißen.



Mehr als 30 Gottesdienstbesucher, die sich überwiegend aus Sozialstundenbesuchern zusammensetzten, lauschten aufmerksam dem Zeugnis und der Predigt der neuen Mitarbeiterin.

Brigitte Kloosterman, die selbst innerhalb von nur sechs Jahren beide Eltern sowie beide Kinder verloren hatte, teilte mit den Anwesenden ihre Erfahrungen mit Gott in dieser schweren Zeit. Sie lud die Zuhörer dazu ein, die Lasten der Vergangenheit bei Jesus Christus abzulegen, um frei für den Weg zu sein, den Gott für sie persönlich vorbereitet hat. Sie selbst ist sich gewiss, dass Gott sie nach Litauen geführt hat und so vertrauen wir auch darauf, dass er selbst die Wege ebnet, damit Brigitte auch noch eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Litauen erhalten kann.

Susanne Kettler-Riutkenen
2. März 2008


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März 2008: Kleiner Einblick in unsere Arbeit



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Obwohl das Heilsarmeezentrum in Klaipeda mit 450 m² nun wirklich sehr geräumig ist, ist es manchmal gar nicht so einfach, einen leeren Raum oder eine stille Ecke für ein Gespräch zu finden! Zum Wochenprogramm der Heilsarmee in Klaipeda gehören nämlich derzeit neben dem Gottesdienst für alle am Sonntagmorgen auch spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Wohnungslose.


Die Kinderstunde am Mittwochnachmittag sowie der Spielnachmittag am Samstag werden von immer mehr „neuen" Kindern (häufig aus kinderreichen Familien) entdeckt, sodass der Personal- und Platzmangel bereits eine Einteilung von 14-tägig stattfindenden Gruppen erforderlich machte. Für Teenager gibt es einen zweistündigen „Entdeckungsabend" am Donnerstag sowie einen offenen Jugendclub am Samstagabend als Alternative zu den Vergnügungsangeboten in der Stadt. Für die Jugendlichen besteht zudem die Möglichkeit, an einem von zwei Psychologen geleiteten Gruppenangebot kostenlos teilzunehmen.

Die wochentags stattfindenden Sozialstunden für Bedürftige wurden für die Wintermonate zu einem „Tageszentrum für Wohnungslose" erweitert, das an sechs Tagen in der Woche wohnungslosen Menschen offensteht. Nachdem das im Winter 2006/2007 erstmals durchgeführte Projekt hinsichtlich Besucherzahlen und durchgeführter Hilfsangebote alle Erwartungen übertroffen hatte, war die Stadt Klaipeda auch in diesem Winter sehr an einer erneuten Durchführung interessiert. Nachdem die Suche nach größeren Räumlichkeiten leider zu keinem Ergebnis geführt hatte, entschied man sich, das Tageszentrum doch wieder in den eigentlich viel zu kleinen Heilsarmeeräumen einzurichten und den Besucheransturm durch eine verkürzte Öffnungszeit zu regulieren.


An sechs Tagen der Woche haben Wohnsitzlose nun während der Wintermonate die Gelegenheit, sich von 10 bis 14 Uhr in den Heilsarmeeräumen aufzuwärmen, Sozialberatung und medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen, zu duschen, Kleidung zu wechseln, Gespräche zu führen und in einem geschützten Raum über ihr Leben nachzudenken. Kreative Angebote, Konzerte, Filmvorführungen und Gottesdienste machen das Tageszentrum zu einer Tankstelle für Körper und Seele.

Trotz des bislang milden Winters konnte das Tageszentrum bereits während des ersten Projektmonats 1122 Besucher verzeichnen. 83 Personen freuten sich während dieser Zeit über die Möglichkeit zu duschen, 146 erhielten Kleidung und 135 Patienten nahmen die Hilfe der Krankenschwester in Anspruch. Wir freuen uns auch, dass von unseren Besuchern derzeit durchschnittlich über 30 Personen an unseren Gottesdiensten teilnehmen und eine Neuausrichtung ihres Lebens suchen.

Die Arbeit unter den Bewohnern der bisherigen städtischen Mülldeponie wird weiterhin durch eine Sozialarbeiterin sowie ein Team von Ehrenamtlichen aufrechterhalten. Mittlerweile ist sicher, dass nach dem 1. April 2008 kein Müll mehr zu dieser Deponie transportiert werden wird. Unklar ist, was aus den Bewohnern wird, wenn ihre „Einkommensquelle" versiegt. Junge, arbeitsfähige Menschen werden vermutlich abwandern und anderswo schnell Arbeit finden. Ältere und behinderte Menschen werden eventuell in ihren bisherigen Hütten wohnen bleiben, jedoch ihren Lebensunterhalt verlieren. Die Heilsarmee wird sich in diesem Fall weiterhin um sie kümmern und sie darin unterstützen, ihre Lebensumstände zu verbessern.



Die Zeiten ändern sich auch in Litauen, doch unser Auftrag bleibt unverändert. Arme und Reiche brauchen Christus! Ihm wollen wir dienen und ihn wollen wir beim Wort nehmen, wenn er uns sagt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan", Matthäus 25,40b. Daran wollen wir uns erinnern, wenn wir Obdachlosen beim Duschen helfen und ihre Wunden versorgen, einer alten Frau durch eine kleine Aufmerksamkeit Freude bereiten, von einem Kind umarmt werden, das zu Hause einen eigenen Computer hat, aber die Liebe seiner im Ausland arbeitenden Eltern vermisst.

Beten Sie mit dafür, dass Gott Mitarbeiter berufen und senden möge, die seinen Segen erfahren haben und mit anderen teilen möchten!

Susanne Kettler-Riutkenen
8. März 2008


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Mai 2008: Es ging lustig zu ...
Kinder haben gelacht, Jugendliche sind gerannt und einige hatten Schlagsahne im Gesicht! Was war das denn?


Der Saal war rot-weiß dekoriert und es gab kanadische Inuit-Spiele wie zum Beispiel "Sealwalk"-Rennen, "Schlittenrennen" mit einem "Betttuch-Schlitten" und eine "Bärenjagd" mit Gummibärchen und Sahne. Wir lernten viel über kanadische Geographie und die verschiedenen Teams kämpften in einem Wettrennen darum, wer schneller die Landkarte ausfüllen konnte. Wir durften kanadische Spezialitäten ausprobieren wie Erdnussbutter, wilde Preißelbeerenkonfitüre, Erbsensuppe und leckeres Ahornsirupgebäck in Form eines Ahornblattes. Es gab auch echte Kanadier, die mithalfen und einiges von Kanada erzählten! Alles in allem war es ein wundervoller Tag und die Kinder sowie Jugendlichen gingen müde aber glücklich nach Hause.
Susanne Kettler-Riutkenen
23. Mai 2008


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Juli 2008: Kurzberichte aus den einzelnen Arbeitsbereichen
Erschreckt stellen derzeit viele Christen in Klaipeda fest, dass Materialismus immer mehr überhandnimmt, Jugendliche regelmäßig Alkohol trinken und Gewalttaten zunehmen.

Ungeachtet dessen erleben wir viele Wunder Gottes und sehen, dass Gott uns gerade hier gebraucht. So öffnen sich immer mehr unserer Jugendlichen für biblische Inhalte, es entstehen freundschaftliche Beziehungen. Unsere Obdachlosenarbeit hat (beispielsweise) die Sichtweise der Kommunalpolitiker im Hinblick auf diese Personengruppe offenbar nachhaltig verändert – was für ein Wunder! So hatte uns die Stadtverwaltung Klaipeda Ende 2007 wiederum mit der Durchführung des Projektes "Tageszentrum für Obdachlose" betraut. Bis Ende Februar 2008 nahmen 185 Obdachlose das Angebot an, sich aufzuwärmen, sich beraten zu lassen, zu duschen, die Dienste einer Krankenschwester in Anspruch zu nehmen etc. Insgesamt registrierten wir 3157 Kontakte mit wohnsitzlosen Besuchern in unseren Räumen während der Wintermonate.

Die Mülldeponie ist nun seit dem 1. Mai 2008 endgültig geschlossen. Einige Bewohner hatten sich rechtzeitig um andere Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten gekümmert. Etwa 40 Bewohner leben jedoch immer noch in den Hütten am Rande des Müllberges. Wir unterstützen alte und behinderte Menschen mit Lebensmitteln und bauen Brücken zum Obdachlosenwohnheim. Alle anderen müssen sich Arbeit suchen, was derzeit kein Problem darstellt.

Ein ganz großes Dankeschön möchten wir allen sagen, die uns durch Spenden unterstützen und vor allem all denen, die sich durch Daueraufträge an der Finanzierung unserer zweiten Jugendmitarbeiterstelle beteiligen! Mittlerweile sieht es so aus, als könnten wir die Stelle zum 1. September für ein Jahr einrichten! Dies schafft weitere Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche zu erreichen und ihren Bedürfnissen mehr gerecht zu werden. Wichtig ist es jetzt, die richtige Person für die Stelle zu finden. Wir bräuchten einen jungen Mann mit einem brennenden Herzen für junge Menschen und für Jesus!

Susanne Kettler-Riutkenen
18. Juli 2008


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Oktober 2008: Jubiläumsfeier
15 Jahre nach dem Beginn der Wiederaufbauarbeit der Heilsarmee durch die Majorinnen Ruth Krick und Erika Ammann, zehn Jahre nach der amtlichen Registrierung der Heilsarmee in Litauen und fünf Jahre nach der Einweihung gab es im Korps Klaipeda viel Grund zum Feiern.

Das Jubiläumsprogramm orientierte sich an den Arbeitsschwerpunkten in Klaipeda. Kapitäne Anette und Achim Janowski waren aus Nürnberg angereist, um über 60 Teilnehmern aus verschiedenen Einrichtungen sowie Hochschulen in Klaipeda beim eintägigen Seminar für Sozialar­beiter Erfahrungen aus ihrer Berufspraxis sowie Informationen über die Arbeit der internationalen Heilsarmee weiterzugeben.


Am Samstag waren Kinder zum bunten Programm am Vormittag einge­laden. Die im Anschluss daran aus der Gulaschkanone vor dem Heilsar­meezentrum ausgegebene Buchweizengrütze - ein typisch litauischer Armee-Eintopf - erfreute sich so großer Beliebtheit, dass 200 Portionen innerhalb von nur 40 Minuten unter die Leute gebracht wurden.

Das „Tag-der-offenen-Tür"-Angebot bot die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee und Live-Musik Mitarbeiter und Vertreter der Heilsarmee kennenzulernen und sich sowohl über die Geschichte als auch über die Aktivitäten in Klaipeda zu informieren. Bei der anschließenden Festver­sammlung mit ca. 80 Besuchern brachten zahlreiche Vertreter aus ver­schiedenen Kirchen, Organisationen und Behörden ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Oberstleutnant Odd Berg sprach über die Bedeutung des Vertrauens - in Gott, die Heilsarmee und sich selbst - und for­derte die Anwesen­den auf, sich aktiv in die Arbeit einzu­bringen und sich so von Gott gebrau­chen zu lassen. Ein praktisches Beispiel hierfür boten unse­re Jugendlichen, die unter Anleitung von Sasha Valerstein nach nur einigen Stunden der Vorbereitung an der mu­sikalischen Gestaltung mitwirkten.



Die zum Festausklang am Sonntagmorgen versammelten 35 Personen wurden von Oberstleutnantin Grethe Berg daran erinnert, welch ein Reichtum es ist, im Segen Gottes zu leben. Sie zeigte am Beispiel der Lebensgeschichte Abrahams auf, wie eng Gehorsam und Segenserfah­rungen zusammenhängen.

Das Team in Klaipeda ist sich einig, dass wir ein reich gesegnetes Wo­chenende erlebt haben, das uns nicht nur dankbar zurückblicken lässt, sondern Mut macht, im Vertrauen auf Gott in die Zukunft zu gehen.

Susanne Kettler-Riutkenen
8. Oktober 2008


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Oktober 2008: "Perfect stone"-Konzert
Nur wenige Tage nach der Jubiläumsfeier war der Saal der Heilsarmee in Klaipeda wiederum mit einer bunten Mischung aus Besuchern aller Altersgruppen und Gesellschaftsklassen gut gefüllt. Die Heilsarmee lud zusammen mit Vineyard Klaipeda zu einem „Perfect stone"-Konzert mit Gästen aus Irland ein. Rock und volkstümliche Musik aus dem Norden Irlands sowie lebendige Zeugnisse der Musiker über ihre Erfahrungen mit Gott an den Tiefpunkten ihres Lebens sorgten für eine frohe und Mut machende Atmosphäre sowie tiefgründige Gespräche im Anschluss an das Programm.


Manche Besucher ließen sich sogar zu einem Tänzchen hinreißen und alle waren sich einig, dass es dieser Art Veranstaltungen häufiger geben müsste. Wir sind dankbar, dass unsere guten Kontakte zu den verschiedenen christlichen Gemeinden in Klaipeda Blicke über den Tellerrand ermöglichen und für unsere Besucher ein Hinweis darauf sind, dass Gott für alle seine Kinder ein großes, gemeinsames Fest vorbereitet.

Susanne Kettler-Riutkenen
16. Oktober 2008


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November 2008: Ein Gast aus Schweden
Eine bunte Mischung an Gottesdienstbesuchern begrüßte am zweiten Sonntag im November Kapitän Jo­akim Storck aus Schweden in Klai­peda. Kapitän Storck gewährte den Anwesenden einen Einblick in seine bisherigen Lebens- und Glaubenser­fahrungen und ermutigte die Besu­cher, Gott zuzutrauen, dass auch ihr Leben erneuert werden kann, wenn sie Ihn um Hilfe anrufen.

Susanne Kettler-Riutkenen
11. November 2008



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