Erdbebenkatastrophe in Haiti
Dritte Nachricht von Damaris Frick,
einer Deutschen, die mit dem Katastrophenhilfsdienst
der Internationalen Heilsarmee in Haiti arbeitet,
vom 8. Februar 2010
Damaris Frick schreibt:
Eine wunderbare Geschichte des heutigen Tages
Evans Ocinia, ein 28-jähriger Mann, wurde heute ins Heilsarmee-Feldlazarett gebracht, nachdem er heute Morgen aus den Trümmern des Lionshead Market gegraben wurde. Zwei Männer, die in den Trümmern wühlten, hörten ihn reden und befreiten ihn. 28 Tage lang war er nach dem verheerenden Erdbeben in den Trümmern vergraben. Der Marktplatz ist in der Nähe des Heilsarmee-Geländes in Delmas 2 und die beiden Männer wussten, dass wir dort eine Klinik haben.

Evan war extrem dehydriert und hatte Hautverletzungen, schien aber keine gebrochenen Knochen oder kritischen Wunden zu haben. Er konnte seinen Kopf halten und kleine Schlucke Wasser trinken, die ihm der Doktor einflösste, der ihn auf dem Transport ins University of Miami Krankenhaus auf dem Port au Prince Flughafen begleitete.
Die Heilsarmee hat nach dem Erdbeben am 12.1.2010 sofort reagiert. Internationale Experten kamen so schnell wie möglich, um Seite an Seite mit den einheimischen Mitarbeitern zu arbeiten. Fast 1,5 Millionen Mahlzeiten wurden bisher verteilt und die Heilsarmee hat die Verantwortung für ein Camp mit 16 000 Menschen.
Unsere Klinik versorgt nach wie vor über 250 Menschen pro Tag und transportiert schwerere Fälle in ein größeres Krankenhaus.
Mehrere Babies wurden nun schon in unserer Klinik zur Welt gebracht und heute fühlt ein junger Mann sich sicher wie neugeboren.
Damaris Frick
International Emergency Services
Field Officer
Bank für Sozialwirtschaft, Köln
BLZ: 370 205 00
Verwendungszweck: Haiti
Zweite Nachricht von Damaris Frick
vom 27. Januar 2010
Sie schreibt:
"Seit meinem letzten kurzen Bericht sind schon wieder einige Tage vergangen. Dass ich mich so lange nicht gemeldet habe bedeutet nicht, dass ich nichts zu berichten hatte. Es war einfach so viel zu tun und ich kam nicht dazu, ein paar Fotos rauszusuchen oder ein paar Zeilen zu schreiben.
Es ist nun Tag 15 nach dem Erdbeben, so langsam kommt ein bisschen Struktur in das Chaos der ersten Tage. Unsere „field clinic" (Lazarett) versorgt nach wie vor jeden Tag zwischen 200 und 300 Patienten am Tag. Verschiedene Gruppen von medizinischem Personal boten der Heilsarmee ihre Hilfe an und arbeiten nun Seite an Seite mit unseren einheimischen und ausländischen Ärzten und Krankenschwestern.
Abgesehen davon hat die Heilsarmee nun auch die Verantwortung für ein spontan entstandenes Camp übernommen. 2800 Familien (14 000 Personen) haben nach dem verheerenden Erdbeben in einer Fußballarena und einem angrenzenden Marktplatz direkt hinter unserem Gelände ihr Lager aufgeschlagen. Im Moment gibt es dort weder Toiletten, überall liegt Müll und die Menschen leben in hastig aufgeschlagenen, engen Unterkünften. Es ist ein tragischer Anblick.
In Partnerschaft mit anderen NGOs werden wir nun dieses Camp strukturieren und mit Zelten, Wasser, Sanitär- und Waschanlagen versorgen. Außerdem versorgen wir die Menschen mit Lebensmitteln. Einmal wöchentlich bekommen die Familien nun eine Familien-Wochenration Nahrungsmittel. Gestern war eine dieser Verteilaktionen. 261 360 Fertigmahlzeiten, die UPS umsonst für uns aus den USA transportiert hat, wurden verteilt. Menschenmassen warteten auf ihre Portion und alles ging reibungslos vonstatten, nicht zuletzt dank einer Gruppe von Soldaten, die uns halfen, die hungrigen Massen unter Kontrolle zu halten. Die Not ist nach wie vor enorm. Und das wird vermutlich auch noch einige Monate so bleiben. Es gibt also genügend für uns (und viele andere) zu tun."
Damaris Frick
International Emergency Services
Field Officer
Erste Nachricht von Damaris Frick
vom 19. Januar 2010
Sie schreibt:
"Endlich schaffe ich es, mich mal zu melden. Gestern Nacht war ich mit einigen Kollegen noch bis halb eins auf dem Flughafen, um ein Flugzeug mit Materialien zu empfangen. Heute um halb sechs ging es wieder aus dem Bett.
Die Situation hier ist nach wie vor chaotisch und eines der größten Probleme ist, dass nur eine bestimmte Anzahl Flugzeuge pro Tag in Port au Prince landen kann. So herrscht noch immer ein großer Mangel an Hilfsgütern. Es mangelt an allem, vor allem an Wasser, Lebensmitteln und Medizin.Die Heilsarmee ist momentan in zwei Bereichen beschäftigt. Einer ist medizinische Hilfe. In einer Outdoorklinik auf unserem Gelände werden jetzt alle möglichen bedürftigen Menschen medizinisch behandelt. Einheimisches und internationales Personal arbeiten unermüdlich Seite an Seite. Gestern waren es 162 Patienten.

Direkt neben dem Gelände der Heilsarmee ist ein großes Fussballfeld. Dort haben Menschen nun kleine Hütten und Unterkünfte gebaut. Die Meisten kommen aus den umliegenden Wohngegenden und ihre Häuser sind entweder zerstört oder die Angst ist noch zu groß, in einem festen Gebäude zu schlafen. Immerhin gab es schon um die 40 Nachbeben seit dem großen Beben. Auf dem Gelände gibt es aber keinerlei Wasser oder Toiletten, und Essen ist ebenfalls ein Riesenproblem.
Der andere Bereich unserer Arbeit ist deswegen Lebensmittelversorgung. Gestern fand eine Verteilaktion von Lebensmittel an 10 000 Menschen statt. Die Lebensmittel kamen von World Food Programme (WFP), die UN sorgte für die Sicherheit und die Heilsarmee koordinierte mit vielen Ehrenamtlichen die Verteilung. Heute und morgen stehen weitere derartige Aktionen an, das Essen dafür wurde von WFP schon zugesagt. Ob wir auch danach weiterhin Lebensmittel von WFP bekommen können, ist noch unklar.

Vor zwei Tagen ist in unserer kleinen Heilsarmeenotklinik ein Baby geboren.Dieses wunderschöne Mädchen ist das erste Baby in Port au Prince, welches nach dem tragischen Beben geboren wurde. Inmitten all des Chaos, der Trümmer und der Hoffnungslosigkeit kam dieses Baby zur Welt, ein Zeichen von Hoffnung und neuem Leben. Die glücklichen Eltern nannten das Mädchen 'Hope' (Hoffnung).
Demnächst melde ich mich wieder."
Ihre Damaris Frick
Die Heilsarmee reagierte sofort auf das Erdbeben am 12. Januar 2010 in Port-au-Prince, der Hauptstadt von Haiti, bei dem Hunderttausende Menschen ihr Leben verloren haben oder verletzt wurden.
General Shaw Clifton ruft die weltweite Heilsarmee zum Gebet für die Bevölkerung Haitis auf PDF-Datei >>>, die dringend Hilfe und Unterstützung benötigt. Eine PowerPoint-Präsentation mit Gebetsanliegen können Sie hier anschauen oder herunterladen: Gebetsanliegen (mit Fotos, 4,3 MB) >>>
Helfen Sie uns helfen!
Da die Heilsarmee vor Ort stationiert ist, ist direkte Hilfe möglich. Es werden Spenden erbeten, um die Heilsarmee vor Ort zu unterstützen.
Bank für Sozialwirtschaft, Köln
BLZ: 370 205 00
Verwendungszweck: Haiti
Infos aus Haiti
... in deutscher Sprache:
Pressemitteilung vom 9. Februar 2010 (mit Fotos) >>>
Pressemitteilung vom 18. Januar 2010 (mit Fotos) >>>
Pressemitteilung vom 13. Januar 2010 >>>
Über die allgemeine Situation in Haiti vor dem Erdbeben:
Interview mit dem Divisionsoffizier der Heilsarmee in Haiti 2008 >>>
... in englischer Sprache:
Salvation Army Haiti Division >>>
Salvation Army USA >>> und Blog >>>
Salvation Army Canada >>> und Fotos auf flickr >>>
IHQ London/GB
News feature: Survivor storys from Haiti (10.02.) >>>
Salvation Army workers celebrate miracle of man who survived under rubble for 28 days (09.02.) >>>
Salvation Army distributes more than a Million Meals (04.02.) >>>
School reopens as Salvation Army takes responsibility for
20 000 people in Haiti (26.01.) >>>
New life brings cheer to Salvation Army Emergency Response Team (21.01.) >>>
Salvation Army Teams in Haiti provide food and medical aid (19.01.) >>>
Salvation Army Workers in Haiti make progress (18.01.) >>>
Salvation Army Relief Workers Head to Haiti (15.01.) >>>
The Salvation Army Responds to Haiti Earthquake (13.01.) >>>
CNN USA (Video):
Telefoninterview mit Bob Poff, Direktor der Katastrophenhilfe der Heilsarmee in Haiti (14.01.) >>>

