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Die Heilsarmee in Litauen

Berichte aus dem Jahr 2009

 

April 2009: Frühlingsaktionen
Mai 2009: Sportlich in den Sommer
Juni 2009: Internationaler Workshop in Klaipėda
Juli 2009: Konzert & Verabschiedung
Juli 2009: Fahrrad- und Begegnungsfreizeit
September 2009: Indianer!
Oktober 2009: Sporttag für Jugendliche
Oktober 2009: Herbstprogramme
Dezember 2009: Weihnachtsaktionen



Frühlingsaktionen
Während des Winters liegt im Korps Klaipeda immer ein Schwerpunkt der Arbeit auf der Hilfe für obdachlose Menschen, die im Tageszentrum ein vielseitiges Angebot vorfinden.

Während der warmen Jahreszeit versuchen wir, das Programm für Kin­der und Jugendliche zu verstärken. Bereits am ersten Wochenende mit frühlingshaftem Wetter konnten wir uns in Klaipeda gleich über drei besondere Veranstaltungen freuen.

Am Freitag machte der ökumenische Jugendkreuzweg bei uns Station. Im Heilsarmeesaal wurden die jungen Teilnehmer aufgefordert, am Bei­spiel des Simon von Kyrene nachzuspüren, wem sie vielleicht zu Hilfe kommen sollten bzw. von wem sie Hilfe in Schwierigkeiten erwarten könnten. Die Arbeit der Heilsarmee unter den Obdachlosen der Stadt Klaipeda wurde als Denkanstoß genutzt.
Am Samstag fand der erste ökumenische Jugendgottesdienst, vorberei­tet von einem Team junger Menschen aus verschiedenen christlichen Gemeinden, in den Heilsarmeeräumen statt. Trotz kurzfristiger Pla­nung nahmen etwa 50 Jugendliche aus mindestens acht verschiedenen christlichen Gemeinden daran teil. Zukünftig soll es monatlich einen Gottesdienst geben und es sollen auch zusätzlich gemeinsame Freizeit­aktivitäten angeboten werden.


Den ersten Sonntagsgottesdienst im Monat April gestalteten vier Gäste aus dem Heilsarmeekorps Bergen-Ladegaarden in Norwegen mit. Durch eine Heilssoldatin, die beruflich in Litauen zu tun hatte, entstand bereits vor einigen Jahren ein freundschaftlicher Kontakt zwischen den beiden Korps. Nach einer dreijährigen Unterbrechung durften wir nun schon zum zweiten Mal Gäste aus Bergen begrüßen, die unsere Arbeit treu durch Gebet und auch finanziell unterstützen.


In ihrer Predigt ging es darum, wie wichtig es ist, Gottes Heilsangebot und Christi Opfertod für uns ganz persönlich anzunehmen. Bei man­chen persönlichen Gesprächen mit unseren jungen Gottesdienstbesu­chern wurde dieses Thema zwischen Mittagstisch und Dartspiel weiter vertieft. Wir sind dankbar für ein fröhliches Wochenende, das vor allem junge, suchende Menschen im Blickpunkt hatte.

Susanne Kettler-Riutkenen
April 2009


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Sportlich in den Sommer
Rechtzeitig zum kalendarischen Sommeranfang in Litauen überschrei­ten im Monat Mai endlich auch in Klaipeda die Temperaturen die 20- Grad-Marke. Deshalb stehen im Korps im Sommer neben dem wöchentlichen Bibelstudium auch Aktivitäten im Freien auf dem Programm.


Der erste Ausflug stand ganz im Zeichen des Sports. Auf (zum Teil ge­mieteten) Fahrrädern bestaunten die Jugendlichen und die Mitarbeiter aufs Neue die wunderschöne Natur entlang der Ostseeküste. Beim Pick­nick im Wald gab es eine gute Gelegenheit, ungezwungen über viele Themen ins Gespräch zu kommen. Müde aber dankbar für den schönen Tag kehrten wir ins Heilsarmeezentrum zurück.
Susanne Kettler-Riutkenen
Mai 2009


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Internationaler Workshop in Klaipėda
In den Heilsarmeeräumen in Klaipėda fand ein von der Europaabteilung des Internationalen Hauptquartiers organisierter Mission Support Workshop statt. Zwölf Teilnehmer aus Portugal, Spanien, Lettland, Russland, Griechenland, Polen, Georgien, Rumänien und Litauen befassten sich unter der Leitung von Kommandeurin Christina Kjellgren sowie der Majore Debbie und Ted Howard mit Fragen der Entwicklung von Projekten, deren Finanzierungsmöglichkeiten und Durchführung. Die Vielfalt der verschiedenen Erfahrungen aus den unterschiedlichen Ländern war für alle Teilnehmer eine Bereicherung. Das bereits abgeschlossene Müllberg-Projekt der Heilsarmee in Litauen wurde u. a. als Beispiel für die Entwicklung von Projekten im Allgemeinen herangezogen.


In diesem Rahmen stellte der Besuch einer ehemaligen Müllbergbewohnerin, die von ihrem persönlichen Lebensschicksal und ihrem Weg zurück in die Stadt erzählte, sicherlich einen der Höhepunkte des Workshops dar. Wir wurden ermutigt, weil wir wieder einmal erleben durften, wie Gott uns gebraucht und durch uns andere segnen möchte. Neben allem Lernen hat uns die frohe Gemeinschaft sehr wohlgetan!

Susanne Kettler-Riutkenen
Juni 2009


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Konzert & Verabschiedung
Dieses Wochenende wurde im Korps Klaipeda von ganz besonderen, lebendigen Zeugen der Liebe Jesu geprägt: Zunächst erfreuten sich beim Konzert der litauischen christlichen Rockgruppe „Gyvai" („Lebendig") im Saal der Heilsarmee ca. 50 überwiegend junge Besucher an hervorragender Musik mit aussagestarken Texten. Das Konzert wurde von der Freien evangelischen Gemeinde in Klaipeda organisiert.


Der Gottesdienst am Sonntagmorgen stand im Zeichen des Abschiednehmens von Alina und Fred Rauch, die im Laufe des letzten halben Jahres die Arbeit im Korps Klaipeda ganz leise, aber ganz entscheidend mitgeprägt haben und eine große Lücke hinterlassen werden.

Fred Rauch (US-Bürger mit deutschen Wurzeln, jetzt 75 Jahre alt) war vor 15 Jahren nach Litauen gekommen, um Bibeln zu verteilen. Sein Einsatz als Bibellehrer ging viel länger als geplant. Nicht zuletzt
deshalb, weil Fred Alina (Litauerin mit russischen Wurzeln) kennenlernte. Sie vereinte neben dem christlichen Glauben eine gemeinsame schmerzliche Erfahrung: Beide waren sie nur 48 Jahre alt gewesen, als sie ihre Ehepartner durch Tod verloren hatten. Als Ehepaar dienten Fred und Alina Gott in Klaipeda gemeinsam überall dort, wo man sie einlud: in verschiedenen Gemeinden, in Schulen und in der Studentenarbeit.

Seit vielen Jahren standen sie auch in Kontakt mit der Heilsarmee. Seit November 2008 besuchten sie regelmäßig unsere Gottesdienste und waren vor allem für die jungen Besucher begehrte Gesprächspartner.

Eine unheilbare Muskelkrankheit von Fred, die in Litauen zuerst nicht erkannt und deshalb falsch behandelt wurde, zwang das Ehepaar nun zu der Entscheidung, ihren Lebensabend in den USA zu verbringen. In seiner Abschiedspredigt ermutigte Fred Rauch die Versammlungsbesucher, sich an 1. Timotheus 2,2 zu orientieren und anderen das Evangelium weiterzugeben, damit diese selbst Boten der frohen Botschaft würden.
 
Wir sind dankbar, dass wir ein Stück Weg mit Fred und Alina gehen durften und dass das Internet uns helfen wird, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Und wir wissen, dass die Kraft des Gebetes nicht an Aufenthaltsorte gebunden ist. Trotz des Abschiednehmens war der Gottesdienst eine große Ermutigung
für uns alle und vor allem für unsere Jugend.

Susanne Kettler-Riutkenen
Juli 2009


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Fahrrad- und Begegnungsfreizeit
Die neue Fahrradbegeisterung der Jugendgruppe des Korps Klaipeda fand ihren bisherigen Höhepunkt bei einer Fahrrad- und Begegnungsfreizeit auf dem Gelände der Heilsarmee in Liepaja (Lettland) nahe des Ortes Bernati.

Zwölf litauische Jugendliche, vier Mitarbeiter und unser Minibus als Begleitfahrzeug machten sich auf den ca. 90 km langen Weg von Klaipeda nach Bernati. Am heißesten Tag des Jahres wurde die Hinfahrt zu einer echten Herausforderung, die die meisten – inzwischen gut trainierten – Jugendlichen hervorragend meisterten. Einige erreichten nach Stürzen bzw. wegen gesundheitlicher Probleme auf Grund der Hitze das Ziel mit Hilfe des Minibusses. Dies tat jedoch der Stimmung keinen Abbruch. Ein
Bad in der direkt ans Lagergelände angrenzenden Ostsee sorgte für die nötige Erfrischung.


Da gleichzeitig mit uns elf Jugendliche einer christlichen pädagogisch-therapeutischen Jugendwohngruppe aus Rückersdorf in Thüringen (Alternative e. V.) ihre Ferien in Bernati verbrachten, kam es zum gewünschten Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, das für alle Beteiligten zu einer wertvollen Erfahrung wurde. Man tauschte sich nicht nur über verschiedene Ess- und Lebensgewohnheiten aus, sondern auch über Suchtgefahren und Wege aus der Sucht, Schul- und Ausbildungssysteme, Taschengeldbezug und -verwendung, Freizeitgestaltung, Jugendarbeit in der Heilsarmee und vieles mehr. Nicht zuletzt halfen natürlich Sport und Spiel, die Kultur- und Sprachgrenzen zu überwinden.


Bei den morgendlichen Andachten über Erfahrungen der „New Generation" („Die neue Generation") ermutigte Kapitän Joakim Storck die Jugendlichen, sich durch das Beispiel der gleichnamigen schwedischen Jugendbewegung anstecken zu lassen und sich selbst auf den Weg zu machen, sich von Gott im Alltag ansprechen und gebrauchen zu lassen.

Nach der Rückkehr waren sich Jugendliche und Mitarbeiter einig, dass dies nicht die letzte Freizeit dieser Art sein sollte. Durften wir doch erleben, wie Gott uns in diesen Tagen sehr reich beschenkt hat, manche jungen Menschen sichtbar verändert wurden und auch Barrieren innerhalb der Gruppe überwunden wurden. Ein großes Dankeschön an alle Spender, die die Anschaffung der Fahrräder und damit auch die Teilnahme von Jugendlichen, die nicht im Besitz eines eigenen Fahrrades sind, ermöglicht haben! Gott gebraucht diese Sportidee, um junge Leute zu erreichen. Das erfüllt uns mit Freude und Dankbarkeit.

Susanne Kettler-Riutkenen
Juli 2009


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Indianer!
Alles drehte sich um Indianer bei den Kindertageslagern der Heilsarmee in Klaipeda (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen). Es hatten sich jeweils 20 Kinder angemeldet. Dekoration, Spiele, Musik, Bastelarbeiten, Bildvorträge der früheren Indianer-Missionarin Brigitte Kloosterman und sogar das Essen am letzten Lagertag sorgten für echtes Indianer-Feeling unter den Teilnehmern.


Dass Jesus Christus der beste „Häuptling" überhaupt ist, dem alle Macht gegeben ist und der möchte, dass wir ihm unser ganzes Leben anvertrauen, lernten die jungen Indianer bei Andachtszeiten zu Beginn jedes Freizeittages. Manche Kinder nahmen das erste Mal an einer christlichen Freizeit teil. Umso beeindruckender war es, sie auf dem Weg zum Spielplatz spontan christliche Kinderlieder singen zu hören.

Ein großes Dankeschön an alle Spender, die die Durchführung solcher Freizeiten möglich machen und dadurch den Kindern nicht nur unvergessliche Tage, sondern auch das Hören der wichtigsten Botschaft aller Zeiten ermöglichen.

Susanne Kettler-Riutkenen
September 2009


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Sporttag für Jugendliche
In der Woche zwischen den Kindertageslagern wurde in Klaipeda in Zusammenarbeit mit dem „Städtischen Zentrum zum Wohle von Familien und Kindern" ein Sporttag für Jugendliche organisiert. Nachdem das Wetter in den Tagen vor dem geplanten Termin sehr unbeständig war, beteten wir für gute Bedingungen und erlebten Sonnenschein statt Regen. Am Morgen gelangten wir von der Altstadt Klaipedas aus mit der Fähre auf die Kurische Nehrung.


Am Sporttag nahmen sieben ältere Jugendliche der Heilsarmee und sechs Jugendliche vom Familienzentrum teil. Es war sehr schön, zu beobachten, wie sie sich gegenseitig bei allen Spielen unterstützten. Auf dem Programm standen Spiele wie Sackhüpfen, das Füllen von Wassereimern nur mit Hilfe eines Esstellers, Ballspiele und vieles mehr.

Zum Tagesabschluss erhielt jeder Teilnehmer eine Medaille. Das Beste an ihr war jedoch, dass sie an einem Band zwischen lauter Süßigkeiten eingefädelt war …

Susanne Kettler-Riutkenen
Oktober 2009


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Herbstprogramme
Der Beginn der kühleren Jahreszeit ist häufig auch eine geeignete Zeit für neue Programme. So auch bei der Heilsarmee in Klaipeda (Kapitänin Susanne Kettler-Riutkenen). Nach Abschluss der Fahrradsaison beginnt im Oktober der erste Jugend-Alpha-Kurs. Durch die während des Sommers geknüpften Kontakte und gewachsenen Beziehungen gibt es zahlreiche Jugendliche, die daran teilnehmen werden. Einige von ihnen sind bereits in der Heilsarmee als Ehrenamtliche (Übersetzungen, soziale Dienste) oder im Lopreisteam beziehungsweise in der Kinderarbeit aktiv. Wir erwarten viel von diesem Alpha-Kurs und bitten um Gebet für unsere Jugendlichen, damit viele echte Aha-Erlebnisse und Begegnungen mit Jesus erfahren!

Neues gibt es auch in der Kinderarbeit. Seit Anfang Oktober werden einige Jugendliche systematisch in die Planung und Durchführung einbezogen. Unser Ziel ist es, sie zu befähigen, in der Zukunft selbst mehr Verantwortung zu übernehmen. Vier Jugendliche sind sehr motiviert, doch die schulischen Anforderungen und ihre Terminüberlastungen sind eine echte Herausforderung für dieses Unterfangen.

Weniger erfreulich ist die wirtschaftliche Situation im Land. Da die Arbeitslosenzahlen stetig steigen und ein Ende der Krise in Litauen nicht vor 2011 erwartet wird, gibt es immer mehr Menschen, die bei uns um Lebensmittel bitten. Letzte Woche hatten wir einen jungen Mann bei uns, der tagelang nichts gegessen hatte. Das Arbeitsamt zahlt sechs Monate lang, danach muss jeder sehen, wo er bleibt. So kommt es vor, dass Rentner mit ihren sowieso schon geringen Bezügen ganze Familien unterhalten müssen, Hab und Gut ins Pfandleihhaus wandert und aller Art von illegalen Machenschaften Tür und Tor geöffnet sind. Dabei steht der Winter mit den hohen Heizkosten erst noch bevor. Die Heilsarmee versucht mit Lebensmittelpaketen akuter Not zu begegnen oder kauft auch einmal Medikamente, wenn Eltern kein Geld mehr dafür haben. Wir sind uns bewusst, dass diese Hilfe nicht das Grundproblem löst, vertrauen aber darauf, dass die Empfänger der Gaben trotzdem Gottes Fürsorge erleben und ihm immer mehr vertrauen lernen.

Susanne Kettler-Riutkenen
Oktober 2009


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Weihnachtsaktionen
In Klaipeda durften wir während der Weihnachtstage bei vielen Veranstaltungen eine Vielzahl von Personen mit der Weihnachtsbotschaft erreichen und so manchem Besucher eine kleine Freude bereiten.


Zur Kinderweihnachtsfeier strömten 25 Kinder, die wir zum Teil während der Tageslager im Sommer kennengelernt hatten. Bei der „Weihnachtsfeier für Obdachlose" halfen uns traditionell Freunde von der International Christian Fellowship und von der Stadtkirche (einer freien Gemeinde), zu der es freundschaftliche Beziehungen gibt. Lobpreis, Zeugnis, Weihnachtsanspiel und -andacht sowie das servierte Essen halfen so manchem Obdachlosen, Weihnachten ganz persönlich zu erleben.


Auch bei unserer „Weihnachtsfeier für alle" am ersten Weihnachtsfeiertag durften wir die Unterstützung von Christen aus einer anderen Gemeinde (Freie evangelische Gemeinde) erfahren und gemeinsam mit den Besuchern feiern, dass Gott in die Armseligkeit der Welt kam, um sie für immer zu verändern. Diese Botschaft soll uns tragen und froh machen. Nicht nur an Weihnachten!

Susanne Kettler-Riutkenen
Dezember 2009


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