Hilfe und Ermutigung für Menschen in Not

Ein Tag in der Begegnungsstätte auf St. Pauli

Heilsarmee-Mitarbeiter packt einem Tagesstättenbesucher eine Stulle ein.
In unseren Begegnungsstätten erhalten obdachlose und andere bedürftige Menschen das Dringlichste, um ein Leben in Würde zu führen.

Die Heilsarmee sieht es als ihre Aufgabe, bedürftigen Menschen beizustehen. Unsere Suppenküchen, Kleiderkammern und Begegnungsstätten helfen ihnen, sich mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Und durch Beratungsangebote, persönliche Gespräche und Seelsorge versuchen wir, ihnen eine positive Lebensperspektive zu ermöglichen.

Alisa Walz (vorne) und Trang Do bereiten das Abendessen für Bedürftige vor.

Nahrung für Körper und Seele

Es ist Mittwoch, 16 Uhr. Die Begegnungsstätte der Heilsarmee in Hamburg-St. Pauli öffnet ihre Türen. Viele Besucher warten schon vor dem Gebäude in der Talstraße. Bis 19 Uhr haben sie hier nun die Möglichkeit, ein Abendessen zu sich nehmen, zu duschen, saubere Secondhand-Kleidung zu bekommen oder sich die Haare schneiden zu lassen.

Das Haus mit dem markanten Schild „Jesus lebt“ liegt mitten im Kiez auf der „sündigsten Meile der Welt“. Seit mehr als 125 Jahren ist es eine Anlaufstelle für Menschen in Not. Im Schnitt nutzen 70 bis 90 Gäste am Tag die Hilfsangebote: Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger und Suchtkranke sind darunter. Aber auch zahlreiche Rentner, die niemanden mehr haben und sich nach Gemeinschaft sehnen.

Kornelia Krämer in der Kleiderkammer: Gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen leitet sie seit 2011 die Begegnungsstätte auf St. Pauli.
Kornelia Krämer leitet mit ihrem Mann Jürgen seit 2011 die Begegnungsstätte auf St. Pauli.

Armut und Einsamkeit bringt die Leute her

„Unsere Besucher sind zwischen Ende 20 und 70 Jahre alt“, sagt Kornelia Krämer, die mit ihrem Mann Jürgen die Begegnungsstätte leitet. „Viele haben nur wenig Geld und kommen zum Essen zu uns. Viele sind einsam und genießen das Zusammensein mit anderen. Uns ist es wichtig, mit den Gästen in Kontakt zu kommen und mit ihnen eine Beziehung aufzubauen. Je näher wir an den Menschen dran sind, desto besser können wir ihnen helfen“, so Kornelia Krämer.

Im Speisesaal warten bereits gut fünfzig Gäste. Die eigentliche Mahlzeit beginnt mit einer kurzen Andacht, die Alisa Walz vorbereitet hat. Die junge Frau macht ein Freiwilliges Soziales Jahr im Missionsteam der Heilsarmee in Hamburg. Neben ihr hilft noch ein Dutzend weiterer engagierter Helfer in der Begegnungsstätte mit: Sie teilen Essen und Kleidung aus, beaufsichtigen Dusche und Toiletten und kümmern sich um die Besucher, damit es ihnen an nichts fehlt.

Hilfe nicht mehr gebraucht? Unser größtes Glück!

Auch Sozialberatung und Seelsorge können die Gäste in Anspruch nehmen. „Für all unsere Gäste wünschen wir uns langfristig eine positive Lebensveränderung“, sagt Kornelia Krämer. „Wir helfen ihnen, dass sie wieder selbständig werden und ihren Alltag in Angriff nehmen. Dass sie eine Wohnung bekommen, Arbeit finden und nicht mehr auf unsere Hilfe angewiesen sind. Wenn uns das gelingt, ist das unser größtes Glück.“

So helfen Sie mit Ihrer Spende:

Mit 25 €

können wir 40 gut be­leg­te Bröt­chen, hei­ßen Tee und eine nahr­hafte Suppe an be­dürf­tige Men­schen ver­teilen.

   

Mit 50 €

ermög­li­chen Sie uns, bis zu acht Hil­fe­su­chen­den eine Not­un­ter­kunft für die Nacht ein­zu­richten.

   

Mit 110 €

finan­zier­en Sie den Ein­satz ei­ner mo­bi­len Sup­pen­küche.

Das sagen Tagesstättenbesucher

Jürgen O. hat zwanzig Jahre bei der Müllabfuhr gearbeitet. Dann passierte der Unfall, der ihn arbeitsunfähig machte. 2014 muss er für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Während der Haft verstirbt seine Frau. Wieder draußen, sucht der 61-Jährige Hilfe bei der Heilsarmee in St. Pauli. Kornelia und Jürgen Krämer kümmern sich um ihn. „Die beiden haben mir wieder auf die Beine geholfen“, sagt er.

Ingrid O.: „Bei der Heilsarmee kann ich neue Kraft tanken.“Ingrid O. kann wegen ihrer schmerzenden Hüfte schlecht laufen. Sonst käme die 77-Jährige gerne öfter in die Begegnungsstätte der Heilsarmee Hamburg. „Alles, was mein Körper an Energie braucht, bekomme ich hier. Obst, Salat und am Sonntag sogar Kaffee und Kuchen. Es ist wunderbar!“, sagt die Rentnerin, die nur wenig Geld zum Leben hat. „Ich muss nicht allein zu Hause sitzen und kann mich mit anderen unterhalten.“

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