SUCHT BETRIFFT NIE NUR EINEN MENSCHEN.

SIE VERÄNDERT DIE GANZE WELT UM IHN HERUM.

Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Doch hinter der Fassade des für viele harmlos wirkenden Genusses verbirgt sich für Millionen Menschen eine schwere chronische Krankheit. Deutschland gilt im internationalen Vergleich nach wie vor als Hochkonsumland. Aktuelle Zahlen des Bundesdrogenbeauftragten und des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass wir wegschauen, wo wir hinsehen müssten.

Die Heilsarmee packt dort an, wo andere wegschauen

In unseren Gemeinden und Einrichtungen helfen wir jeden Tag – mit erfahrenen Fachkräften in den Bereichen Sozialpädagogik, Suchtberatung und Therapie, die wissen, wie sie Menschen in den schwersten Lebenssituationen erreichen und begleiten.

Unser Ziel ist nicht abstrakt: Wir helfen suchterkrankten Menschen, sich zu stabilisieren, wieder Boden unter den Füßen zu finden und ihr Leben Schritt für Schritt zurückzugewinnen. Und wir schützen die, die am stärksten unter der Sucht anderer leiden: Kinder, Partnerschaften, Familien.

Schenken Sie Hoffnung und Spenden Sie!

MIT 50 EURO

ermöglichen Sie einen Tag lang Erstgespräche in einer unserer Einrichtungen.

MIT 75 EURO

kann ein Suchtkranker bei uns einen Tag verbringen, mit Mahlzeit, Duschangebot und Kleiderausgabe.

MIT 100 EURO

decken Sie den Wocheneinkauf einer unserer „Trocken-WGs" für Menschen, die ihr Leben ohne Alkohol neu gestalten.
Alkohol hinterlässt tiefe Spuren in Körper und Psyche

14.400 Tote in einem Jahr

Alkohol ist ein aggressives Zellgift. Wenn aus Gewohnheit eine Abhängigkeit wird, kollabieren Körper und Psyche gleichermaßen. Jedes Jahr werden in Deutschland Hunderttausende Menschen wegen alkoholbedingter Erkrankungen stationär behandelt.

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Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes wurden allein im Jahr 2024 rund 283.500 Menschen wegen ausschließlich alkoholbedingter Krankheiten stationär im Krankenhaus behandelt. Erschreckende 42,5 % davon aufgrund einer schweren chronischen Alkoholabhängigkeit. Mehr als 14.400 Menschen starben im selben Jahr direkt an den exklusiven Folgen des Konsums. Die Dunkelziffer bei Folgeerkrankungen wie Krebs ist weitaus höher. Zudem geht eine Sucht sehr oft mit schweren Depressionen einher – ein Teufelskreis aus Isolation und Scham.

Sucht ist kein Charakterfehler, sondern eine schwere medizinische Erkrankung. Bei der Heilsarmee gilt deshalb das Prinzip:

  • Wir sehen den Menschen, nicht seine Diagnose.
  • Wir begegnen jedem in seiner tiefsten Krise mit Würde und Respekt.
  • Wir begleiten den Weg zurück ins Leben.

Unsere sozialtherapeutischen Wohnheime und ambulanten Nachsorgeangebote bieten Menschen nach dem klinischen Entzug die nötige langfristige Stabilität und psychosoziale Betreuung für ein trockenes Leben. Darüber hinaus bieten wir auch niedrigschwellige Angebote für Menschen, die aktuell noch mit Suchtproblemen zu kämpfen haben.

Die Stolperfalle an der Kasse

PROFIT AUF KOSTEN DER GESUNDHEIT?

Beim täglichen Lebensmitteleinkauf gibt es kein Entkommen. Mini-Flachmänner und Hochprozentiges stehen direkt in der „Quengelzone“ an der Kasse. Für 2,1 Millionen alkoholabhängige Menschen in Deutschland (Quelle: Bundesdrogenbeauftragter) führt das zu einem täglichen Spießrutenlauf.

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Für Menschen, die trocken leben, ist diese Platzierung ein konkreter Auslöser im Suchtgedächtnis. Ein Moment der Unachtsamkeit oder des extremen Stresses im Alltag reicht oft schon aus. Doch auch für Kinder transportiert die Platzierung von Alkohol im Kassenbereich eine fatale Botschaft: Alkohol gehört zum Alltag wie eine Süßigkeit.

Ein Ländervergleich zeigt: Es geht auch anders.

In Finnland und Schweden beispielsweise wird Alkohol längst nicht mehr im Alltag normalisiert. Hier dürfen alkoholische Getränke mit höherem Alkoholgehalt gar nicht im normalen Supermarkt verkauft werden, sondern sind ausschließlich in staatlichen Fachgeschäften (Alko und Systembolaget) erhältlich – Kassenplatzierung im Supermarkt ausgeschlossen.

Auch in Großbritannien und insbesondere in Schottland gelten strenge Gesetze zur Platzierung. Alkohol darf dort nur in klar definierten, separaten Bereichen des Ladens angeboten werden. Eine Platzierung in der Kassenzone oder in Gängen, die nicht ausschließlich für Alkohol vorgesehen sind, ist illegal.

Die Haltung der Heilsarmee

Nächstenliebe bedeutet für die Heilsarmee auch, Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Wirksame Suchtprävention muss die Umgebung verändern – nicht nur das Individuum. Deshalb nimmt die Heilsarmee Supermärkte und die Politik in die Pflicht und fordert: Alkohol gehört nicht in die Quengelzone!

Brauchen Sie oder jemand in Ihrem Umfeld Unterstützung? Mit unserer Suchtberatung helfen wir Betroffenen und Angehörigen dabei, Wege aus der Sucht zu finden und mit den alltäglichen Auslösern im Alltag umgehen zu lernen. Sprechen Sie uns an.

Alkohol & Häusliche Gewalt

WENN DAS ZUHAUSE UNSICHER WIRD

Alkohol senkt die Hemmschwelle für Aggressionen massiv. Wenn die Sucht den Alltag dominiert, entlädt sich die Spannung oft dort, wo man sich eigentlich am sichersten fühlen sollte: in den eigenen vier Wänden.

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Es trifft fast immer die Schwächsten: Partnerinnen, Partner und Kinder leben in ständiger Alarmbereitschaft und der tiefen Angst vor dem nächsten unberechenbaren Rückfall.

Häusliche Gewalt und Sucht sind in vielen Fällen untrennbar miteinander verwoben. Allein unter den Kindern, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen, erlebt jedes dritte regelmäßig Gewalt – ob als direktes Opfer emotionaler, körperlicher oder sexueller Übergriffe oder als Zeuge.

Für die Heilsarmee steht fest: Jede Person hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben und ein sicheres Dach über dem Kopf. Wir urteilen nicht über Menschen mit einer Suchterkrankung – aber wir schützen die Opfer ohne Kompromisse.

Um diesen Teufelskreis nachhaltig zu durchbrechen, bietet die Heilsarmee ein enges, verlässliches Hilfsnetzwerk:

  • Schutzräume und Wohnangebote fangen von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder auf und bieten ihnen einen sicheren Rückzugsort.
  • Suchtberatungsangebote setzen direkt an den Ursachen an, um den Kreislauf der Gewalt für die Zukunft zu beenden.
Sucht ist eine Familienkrankheit

Die unsichtbare Last der Kinder

In Deutschland wachsen Millionen Kinder in einem suchtbelasteten Umfeld auf. Sie lernen früh zu schweigen, zu funktionieren und die Fehler der Erwachsenen zu vertuschen.

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Fast jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in einer Familie auf, in der Sucht den Alltag prägt. Das entspricht rund 2,65 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Hinter dieser Zahl stehen Kinder, die gelernt haben, unsichtbar zu sein. Die die Stimmung im Haus instinktiv spüren, bevor noch ein Wort gefallen ist. Die niemals Freunde nach Hause einladen, weil niemand sehen soll, was hinter der Haustür wirklich passiert.

Nach außen fallen sie kaum auf. Sie sind still, funktionieren – und werden deshalb so oft übersehen. Wenn ein Elternteil alkoholabhängig ist, tragen diese Kinder eine Last, die niemals die ihre sein sollte. Sie übernehmen Verantwortung, trösten, organisieren und lernen früh, dass ihre eigenen Bedürfnisse warten müssen.

Fachleute nennen dieses Phänomen Parentifizierung: Kinder werden in eine Erwachsenenrolle gedrängt, noch bevor sie Kind sein durften. Die permanente Anspannung hinterlässt Spuren, die oft ein Leben lang nachwirken. Statistisch tragen sie zudem ein deutlich erhöhtes Risiko, später selbst eine Abhängigkeit zu entwickeln.

Sucht ist eine Familienkrankheit. Sie betrifft niemals nur die Person, die trinkt, sondern das gesamte Umfeld, und ganz besonders die, die sich am wenigsten dagegen wehren können.

Die Heilsarmee sieht diese Kinder. Sie brauchen keinen weiteren Erwachsenen, dem sie Halt geben müssen, sondern einen Ort, an dem sie selbst Halt finden dürfen. Mit unseren Unterstützungsangeboten für Familien, Kinder und Jugendliche richten wir uns deshalb ausdrücklich auch an Familien, in denen Sucht den Alltag bestimmt: um Kindern Sicherheit, Orientierung und eine eigene Stimme zu geben.

Suppe, Seife, Seelenheil im 21. Jahrhundert

Warum wir genau hier anpacken

Seit unserer Gründung gehen wir dorthin, wo der Schmerz am größten ist. Was William Booth im 19. Jahrhundert mit den drei Grundbedürfnissen Suppe, Seife und Seelenheil auf den Punkt brachte, gilt bis heute: Wer hungert, friert oder keinen Ort zum Waschen hat, kann keine neuen Lebensperspektiven entwickeln.

Suchterkrankungen zerstören Lebensentwürfe, trennen Familien und drängen Menschen an den äußersten Rand der Gesellschaft – oft bis in die Obdachlosigkeit. Wir bieten keine moralischen Belehrungen, sondern ganz konkrete Hilfe für suchterkrankte Menschen. Mit unserer sozialen, therapeutischen und seelsorgerischen Unterstützung können sie sich gesundheitlich stabilisieren, den Alltag wieder bewältigen und neue Perspektiven für ihr Leben entwickeln.

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