Hitze wird für Obdachlose zur Lebensgefahr
Wasser und Obst lindern die Not
Wenn das Thermometer im Sommer steigt, suchen wir Schutz im Haus und greifen zur Wasserflasche im Kühlschrank. Bei Menschen, die auf der Straße leben, ist das anders: Sie sind der Hitze erbarmungslos ausgesetzt.
„Obdachlose Menschen verbringen viele Stunden im Freien“, sagt Jeannette Wedekind, Leiterin eines Wohn- und Übernachtungsheims der Heilsarmee in Göttingen. Oft hätten sie keinen Zugang zu Trinkwasser. Besonders während Hitzewellen steige das Risiko für Dehydrierung und Kreislaufprobleme. „Viele Menschen kommen hier total erschöpft an“, berichtet sie.
In den Städten gibt es oft nur wenige öffentliche Wasserspender, sagt ihre Kollegin Elif Albayrak. „Der Zugang zu öffentlichen Toiletten kostet oft Geld, und viele Restaurant- und Cafébesitzer lassen nur ihre eigenen Kunden in die Sanitärräume“, sagt die Sozialarbeiterin aus Göttingen. Darüber hinaus gibt es in den Innenstädten nur wenige Schattenplätze.
Jeannette Wedekind von der Heilsarmee Göttingen ruft Passanten dazu auf, obdachlosen Menschen bei der Hitze zu helfen. Sie rät dazu, eine zusätzliche Wasserflasche mitzunehmen, um sie einer obdachlosen Person anzubieten. Auch ein Stück Obst – zum Beispiel Äpfel, Orangen oder Bananen aus dem benachbarten Supermarkt – kann helfen, den Flüssigkeits- und Nährstoffhaushalt zu stabilisieren. Viele Obdachlose freuen sich zudem über Sonnencreme.
Ebenso hilfreich ist der Hinweis auf Einrichtungen, in denen sich Menschen vorübergehend abkühlen können. Bei der Heilsarmee in Göttingen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, zu duschen, Wasser aufzufüllen und sich in der Kleiderkammer mit luftiger Sommerkleidung auszustatten.
Aber auch die menschliche Zuwendung sei wichtig, betont Jeannette Wedekind: „Ein freundliches Gespräch oder die Frage nach dem Befinden tut einfach gut. Viele Betroffene berichten, dass sie sich im Alltag oft übersehen fühlen.“Wer langfristig helfen möchte, kann zudem Hilfsorganisationen wie die Heilsarmee unterstützen, die sich um wohnungslose Menschen kümmern. Geld- und Sachspenden oder ehrenamtliches Engagement tragen dazu bei, dass diese wichtigen Hilfsangebote auch an heißen Tagen aufrechterhalten werden können.