Kein Schnaps in der Quengelzone

Aktionswoche Alkohol

Eine Frau läuft am Weinregal vorbei in Richtung Kasse. Bild: Unsplash.com

Wer im Supermarkt bezahlen will, wirft den Blick zwangsläufig auf die sogenannte Quengelzone an der Kasse: Vielleicht noch ein Kaugummi, einen Schokoriegel – oder eine Flasche Korn oder Magenbitter?

Das Angebot in den Quengelzonen vieler Supermärkte ist nicht nur für Eltern mit Kindern ein Problem. Auch für suchtkranke Menschen wird das Warten an der Supermarktkasse zur Tortur. „Die kleinen Flaschen mit den hochprozentigen Spirituosen richten sich vor allem an Alkoholiker“, sagt Michael Lenger, einer der Leiter des Park In, einer Suchtberatung der Heilsarmee in Hamburg. Kranke Menschen würden hier beim täglichen Einkauf in Versuchung geführt.

Zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Alkohol, die vom 13. bis zum 21. Juni stattfindet, fordert die Heilsarmee den Lebensmitteleinzelhandel auf, alkoholkranke Menschen besser zu schützen. Die Quengelzonen an den Kassen bringen für die Supermarktbetreiber hohe Margen. Etwa 5 bis 7 Prozent des gesamten Supermarktumsatzes werden nach Branchenschätzungen auf etwa 1 Prozent der Fläche generiert. Für viele Händler ist sie deshalb eine der rentabelsten Flächen im gesamten Markt.

Das Park In der Heilsarmee in Hamburg-Billstedt ist eine niedrigschwellige Kontakt- und Suchtberatungsstelle für suchtmittelabhängige und suchtgefährdete Menschen sowie deren Angehörige. Der Name leitet sich von der Lage ab: Die barrierefreien Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss eines Parkhauses. Die Heilsarmee, eine evangelische Freikirche mit einem starken diakonischen Anspruch, bietet in verschiedenen Städten besondere Unterstützung für suchtkranke und wohnungslose Menschen an, zum Beispiel in Hamburg, Berlin, Köln, Kassel und Nürnberg.

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