Frühjahrssammlung 2014

Verzichten und gewinnen

Schüler einer Heilsarmee-Grundschule in Liberia

Während der siebenwöchigen Fastenzeit, vom 5. März bis 20. April, findet in der Heilsarmee die „Frühjahrssammlung“ oder das „Partners in Mission“-Programm statt – in der Heilsarmee auch bekannt als die so genannten Selbstverleugnungswochen. „Selbstverleugnung“ deshalb, weil hinter diesem seltsamen Begriff eine Haltung steht, die jedem von uns immer mal wieder gut tut: Verzicht. Oder: Sich selbst und eigene Bedürfnisse nicht so wichtig nehmen.

Das „Pudding-Opfer“

In der Heilsarmee ist diese Geschichte von John Carlton sehr bekannt. Der britische Heilsarmee-Major hatte bei einer Versammlung im Jahr 1886 zu wenig Geld für eine ordentliche Missionsspende. Stattdessen schrieb er auf einen Zettel, dass er 50 Schilling in die Mission geben könne, wenn er ein Jahr auf seinen Nachtisch verzichte. Heilsarmee-Gründer William Booth war von diesem Versprechen so bewegt, dass er das Pudding-Opfer nicht annehmen wollte. Stattdessen führte er die sogenannte Selbstverleugnungswoche ein – eine Woche, in der alle Heilsarmee-Mitglieder auf Liebgewor­denes verzichten und das gesparte Geld spenden.
Heute wollen wir uns in der Heilsarmee ebenfalls die Frage stellen: Was wollen wir opfern, um zu geben? Was werden wir sieben Wochen sein lassen, um den Gegenwert wegzuschenken an Menschen, die unser Geld so dringend nötig haben? Süßes? Kino? Für alle Personen, die nicht zur Heilsarmee gehören: Alkohol und Zigaretten?

Geben und nehmen

Alltag in Liberia: Viele Menschen leben nicht selten von weniger als 1,30 Euro pro Tag.

In diesem Jahr senden wir unser Geld nach Liberia und Sierra Leone, zwei sehr arme Länder mit denen wir durch ein Partner-Programm verbunden sind. Über Jahre hinweg wütete hier ein schrecklicher Bürgerkrieg, der viele Opfer forderte, eine ganze Generation traumatisierte – und eine geregelte Schulausbildung unmöglich machte. Aus diesem Grund konzentriert sich die Arbeit der Heilsarmee auf Ausbildung. Mit unseren Spenden ermöglichen wir nicht nur den Kindern durch eine gute Ausbildung eine bessere Zukunft, sondern auch Liberia und Sierra Leone eine bessere Perspektive.

Die Unterstützung zwischen den einzelnen Partnern ist jedoch keine Einbahnstraße. Die beiden Länder sind sicher nicht in der Lage, uns in Deutschland finanziell zu unterstützen, aber sie können uns kreative Möglichkeiten lehren, wie wir den Nöten und Problemen unserer Zeit begegnen.

Heilsarmee-Gottesdienst in Liberia

Und sie unterstützen uns durch ihre Gebete, was einen größeren Wert hat als Geld. In Ländern, in denen das Leben so schwierig ist, ist Gebet nicht das Letzte, was man tut, sondern das Erste. Die Menschen dort haben Gottes Treue erfahren und gelernt, sich auf ihn zu verlassen, mitten in schlimmster Armut und Verfolgung. Von ihren Erfahrungen können wir profitieren.

Was sind schon 52.000 Euro?

Die Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen möchte in diesem Jahr 52.000 Euro aufbringen, um diese beiden Partnerländer zu unterstützen. Wie kann das gehen? Verzichten und Geben ist eine Sache, aber vielleicht sind auch die folgenden drei Tipps hilfreich.

1,30 Euro-Tage

In vielen Ländern weltweit müssen die Menschen von zwei Dollar oder 1,30 Euro am Tag überleben. Versuchen Sie in diesem Jahr, eine Woche lang mit nur 1,30 Euro am Tag auszukommen. Teilen Sie Ihr Monatsgehalt durch vier. Nehmen Sie von diesem Betrag 9,10 Euro und stecken Sie diesen Betrag in Ihre Geldbörse. Probieren Sie aus, wie weit Sie damit in einer Woche kommen, ohne Ihre Gesundheit zu gefährden. Planen Sie, so viel von Ihrem verbleibenden Einkommen, wie Sie sich leisten können, zu spenden. Diese Übung bekommt einen tieferen Sinn, wenn Sie in Solidarität mit den Millionen von Menschen beten, die keine andere Wahl haben als zu versuchen, von 1,30 Euro pro Tag zu überleben.

Ideen-Reichtum

Nutzen Sie Ihre Kreativität, um Geld aufzubringen. Sponsorenläufe, Kuchenverkauf, Dienstleistungen in der Nachbarschaft wie beispielsweise Autowäsche und alles, was Ihnen sonst noch einfällt, können wertvolle Beiträge liefern.

Engagiert beten

Neben dem finanziellen Engagement spielt Gebet eine mindestens genauso wichtige Rolle. Machen Sie es sich und Ihrer Gemeinde zur Aufgabe, für andere Länder zu beten.

Machen Sie mit!

Wenn jeder bereit ist, ein wenig zu verzichten oder kreativ zu werden, können wir gemeinsam viel gewinnen. Sind Sie dabei?

Jetzt spenden

Zurück