Vier Jahre nach dem Erdbeben

Hoffnung für Haiti

Die Heilsarmee betreibt in Haiti 48 Schulen für insgesamt 11.000 Schüler.

Vor vier Jahren, am 12. Januar 2010, verwüstete ein Erdbeben Haiti. Über hundertausend Menschen kamen vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince in den einstürzenden Gebäuden ums Leben. Und viele starben in den chaotischen Tagen nach dem Beben an ihren Verletzungen.

Auch Mitglieder der Heilsarmee trifft das Beben heftig. Viele ihrer Einrichtungen weisen erhebliche Schäden auf. Doch schon kurz nach dem Unglück leisten Heilssoldaten professionelle Nothilfe für Überlebende. In den kommenden Monaten versorgt die Heilsarmee 26.000 Verletzte medizinisch. Sieben Millionen Menschen können mit einer Mahlzeit und Trinkwasser versorgt werden, tausende Zelte, Feldbetten und Zeltplanen kommen zum Einsatz, mit Hygiene- und Reinigungs-Sets kann Überlebenden geholfen werden.

Vier Jahre später

Heute ist die Heilsarmee ist nach wie vor in den betroffenen Gebieten tätig, um leidtragenden Familien dabei zu helfen, ihr Leben wieder aufzubauen. Dazu gehört auch der Wiederaufbau der 48 Schulen, die die Heilsarmee in Haiti für 11.000 Schüler betreibt.

Doch wie und wo fängt man an, wenn man alles, außer das eigene Leben verloren hat? Diese fragte stellte sich vor vier Jahren auch Natasha – eine von unzähligen Menschen, die Hilfe von der Heilsarmee erhielt.

Natashas Geschichte

„Wie fängt man neu an, wenn man alles verloren hat?“ fragte sich Natasha, 29, die mit ihrem Mann und drei Kindern mit dem Leben davonkam, aber zusehen musste, wie ihr Haus in sich zusammenbrach. „Man reißt sich zusammen und findet heraus, was man tun kann, um seine Situation zu verbessern.“
Natasha, die Getreide anbaut und verkauft, um Nahrung und Kleidung für ihre Familie zu erwerben, legt jeden Tag mehrere Kilometer barfuß zurück, um zu ihrem Feld zu gelangen. Gemeinsam mit ihrem Mann, der als Wächter arbeitet, verdient sie weniger als 100 US-Dollar im Monat.

Nach dem Erdbeben hausten Natasha und ihre Familie in einem selbst gebastelten Zelt aus Plastikplanen, bis sie im Oktober 2013 ein neu von der Heilsarmee errichtetes Haus mit zwei Zimmern beziehen konnten. Es ist erdbebensicher gebaut, und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlen sie sich sicher.

Viele Betroffenen beteiligen sich am Aufbau der Häuser – so gewinnen sie Know-how und Selbstsicherheit, da sie selbst dazu beitragen, ihre Situation zu verbessern.

„Ich danke der Heilsarmee, weil sich das Leben meiner Familie verändert hat“, sagt Natasha. „Ich spreche nicht mehr über das Erdbeben und die anderen Schicksalsschläge, die mich getroffen haben. Ich bin so dankbar, ein Zuhause zu haben. Wir haben jetzt das, was wir am dringendsten benötigen – Hoffnung für die Zukunft.“

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