Was wäre, wenn?

Videobotschaft von General Brian Peddle, Leiter der Internationalen Heilsarmee.

Screenshot aus der Videobotschaft "What if" von General Brian Peddle, Leiter der Internationalen Heilsarmee

Ich fühlte mich nie von hypothetischen Fragen angezogen. Sie wissen schon, von den Fragen, an deren Anfang „Was wäre, wenn?“ steht.

Ich erinnere mich, dass ich als Korpsoffizier nur ungern Fragen zum Leben und zur Spiritualität beantwortete, die mit „Was wäre, wenn?“ begannen. Mit dem Heranwachsen unserer Töchter kamen immer mehr hypothetische Fragen auf: „Papa, was wäre, wenn?“ Ein Glück, dass ihre Mutter nie weit weg war.

Ich wünschte mir immer einen Weg, der von Sicherheit und Stabilität geprägt ist, in dessen Mittelpunkt Gott steht, der das Alpha & Omega ist, und deshalb wandte ich mich viele Jahre ab von dem, was passieren könnte, und kämpfte gegen jeglichen Zweifel an. Ich klammerte mich an Sprüche 3,5:

„Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem Herrn! Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg.“

Meiner Ansicht nach ist mit dieser Aussage nicht zu spaßen!

COVID brachte große Herausforderungen mit sich, die meisten davon waren persönlicher Art: Tod, Not, Verlust – sie kamen in ganz unterschiedlichen Formen daher. Diese Herausforderungen sind real und bleiben auch weiterhin bedeutsam. Zusätzlich zum menschlichen Tribut, der hier gefordert wird, sehe ich mich momentan mit einem weiteren schwierigen Aspekt dieser Pandemie konfrontiert: Als Führungsperson, die einer internationalen Bewegung und einer Welt voller Unsicherheiten gegenübersteht, bin ich nun mit eine Reihe von „Was wäre, wenn?“-Fragen konfrontiert – auch wenn diese nun wirklich nicht zu meinen Lieblingsfragen gehören.

Heute möchte ich nicht nur alle meine Regeln brechen, ich möchte auch, dass Sie zusammen mit mir nachdenken. Der Glaube bringt uns nach Hebräer 11, Vers 1 in Berührung mit dem, was wir nicht wissen, und stellt uns in eine Welt des Vertrauens. Wir sind darin sicher verankert mit einem Gott, der souverän ist.

„Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man nicht sieht.“

Also – um das klar zu stellen: Es gibt nichts Gutes an COVID. Aber was wäre, wenn es dennoch einen Lichtblick am Horizont geben würde? Positive Ereignisse, die möglich werden, wenn wir intensiv beten und dabei Seinen Willen für Seine Kirche, Seine Armee erkennen?

  • Was wäre, wenn Gott inmitten aller Unsicherheit Neues schaffen, Türen zu einer neuen Ära der Kirche öffnen und deren Auftrag in der Welt neu definieren würde?
  • Was wäre, wenn – weil wir in der Fürsorge für Seine Schöpfung versagt haben – diese Zeit eine Pause wäre, in der die Erde atmen kann und wir Bilanz ziehen und neu anfangen können?
  • Was wäre, wenn es beim Lockdown nicht um Netflix, Geduldsspiele und Spaziergänge ginge, sondern wenn Gott uns damit vor einem ausufernden, nicht nachhaltigen Leben retten wollte?
  • Was wäre, wenn wir uns eingestehen müssten, dass seine Kirche im Grunde nie als ein Gebäude gedacht war, sondern als eine Gemeinschaft, die miteinander verbunden ist?
  • Was wäre, wenn seine Mission in der Welt vom Geist inspiriert und gelenkt würde und die institutionellen Methoden wegfielen?
    Was wäre, wenn eine Online-Kirche nicht die einzige Option gewesen wäre? Sondern lediglich eine Erinnerung daran, dass Er etwas Neues geschaffen hat, indem Sofa-Kirchen in Tausende Messias-Magneten verwandelt wurden, die Menschen zu Jesus ziehen?
  • Was wäre, wenn wir endlich einen Blick erhaschen und am Rande eines „nächsten“ Normalen stehen würden?
  • Was wäre, wenn Gott unsere Gebete erhören würde?
    „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe!“?
  • Was wäre, wenn: Gott nahe ist?

Die Gegenwart ist nach wie vor ungewiss und für Millionen von Menschen sind die Gesundheit, die tägliche Versorgung, die Arbeitsstelle, die Zukunftspläne und die Abhängigkeit von dem, was wir schaffen wollten, bis ins Mark erschüttert. Es trifft mich mitten ins Herz, wenn ich die Tragik sehe, die sich überall auf der Welt in die Leben der Menschen einschleicht.

Für die Zeit, in der die Welt zurückweicht, wir Distanz halten müssen und uns nicht versammeln dürfen, rufe ich deshalb die Heilsarmee, die Offiziere & Soldaten auf, die Gelegenheit nicht zu verpassen, sich dem Herzen Gottes zu nähern. Dass wir unseren gehorsamen Glauben prüfen. Dass unser Blick auf den Horizont gerichtet ist, und wir eine heilige, himmlische Perspektive einnehmen, mit Augen, die auf den Schöpfer und Vollender unseres Glaubens gerichtet sind.

Ich kann Ihnen sagen, dass auf der ganzen Welt ...

  • Die Armee im Dienst steht.
  • Großzügigkeit ausgelebt wird.
  • Menschen bereit und engagiert sind und die Verantwortung für den Auftrag übernehmen.

Ich bin begeistert, mit welcher Kreativität sich unsere Armee angepasst, neuorientiert und sich den Menschen in Not zugewandt hat. Lassen Sie mich aber anmerken, dass wir nicht alle an derselben Stelle stehen. Es sind nicht überall dieselben Ressourcen vorhanden. Während sich einige dem Dienst mit ausreichenden Ressourcen hingeben, dienen und geben andere, während sie selbst nichts haben. Sie stellen sich selber hinten an und machen aus wenig viel. Gott sei Dank wissen wir noch, wie wir uns gegenseitig helfen können. Das Internationale Hauptquartier hilft weiterhin mit der „a world and one army-response“. Gott segne jeden von Ihnen! Gott segne die Heilsarmee!

Ich wünschte, ich könnte

  • die Umstände verändern
  • die Not lindern
  • die chaotischen Zustände beseitigen
  • Armut und Hunger beenden
  • die Aufruhr und Lebensgefahr beseitigen
  • die Welt den Erlöser empfangen lassen

Es scheint so, als ob diese und andere Herausforderungen Teil der zerbrochenen und gefallenen Welt sind.

Es gibt eine wichtige Frage, der wir uns alle stellen müssen, während wir zwischen verschiedenen Normalitäten leben, während wir warten, während das Leben innezuhalten scheint: „In der Zeit bis dahin, in der Zwischenzeit, ‘was machen wir’, ‘was macht die Heilsarmee’ und vor allem, ‘was macht Gott’?“

Ich möchte Ihnen in Erinnerung rufen, dass ein Glaube in Gott ein gut platzierter Glaube ist und dass wir in seiner Hand sind, auch „wenn“ durch Lebensereignisse katastrophale Zustände entstehen.

  • Er ist unser Erlöser.
  • Er ist der Schöpfer und Vollender unseres Glaubens.
  • Er ist souverän.
  • Er verheißt uns eine himmlische Versorgung.

Unzählige Male täglich lege ich die Familie, Kommandeurin Rosalie und mich und die ganze Heilsarmee in seine Hände und sage:

  • Ich fürchte mich nicht!
  • Ich bin in seinen Händen!

1. Petrus 1,3-4

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neues Leben geschenkt. Wir sind neu geboren, weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, und jetzt erfüllt uns eine lebendige Hoffnung. Es ist die Hoffnung auf ein ewiges, von keiner Sünde beschmutztes und unzerstörbares Erbe, das Gott im Himmel für euch bereithält.“

Gott helfe uns dabei, treu zu sein, während wir aktiv auf Ihn warten.

Gott segne Sie.

General Brian Peddle, Leiter der Internationalen Heilsarmee

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