„Wie lan­ge noch, o Herr?“ (Psalm 13)

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Viele von uns, da bin ich mir sicher, haben diese Frage in den letzten Wochen gestellt: "Wie lange noch?"

Wie lange muss ich von meinen Freunden getrennt bleiben? Wie lange wird es dauern, bis wir uns wieder zum Gottesdienst versammeln können? Wie lange wird es dauern, bis wir über internationale Grenzen hinweg reisen können? Wie lange wird es dauern, bis ein Impfstoff entwickelt wird? Die Frage drückt unsere Herzenswünsche aus. Was uns in diesem Psalm aufhorchen lässt, ist jedoch nicht nur, dass die Frage gestellt wird, sondern dass sie Gott gestellt wird. Und sie wird mit Dringlichkeit gestellt, sogar unter Schmerzen.

Beachten Sie auch, dass der Psalmist die Frage nicht einmal, sondern viermal stellt: "Wie lange? Wie lange? Wie lange? WIE LANGE?"

Manchmal stellen wir auf der Suche nach Informationen die Frage: "Wie lange wird es dauern, bis die Fans ins Stadion eingelassen werden?" Die Frage kann aber auch mit anklagendem Ton gestellt werden. Wenn meine Eltern sich über mein Verhalten als Teenager ärgerten, fragten sie: "Brian, wie lange willst du das noch machen?“ Das war keine Frage, sondern Ausdruck von Ungeduld. Die Dinge mussten sich ändern. Und die Frage kam aus ihrer Liebe zu mir.

Der Psalmist stellt die Frage an Gott aus einem tiefen Gefühl des Schmerzes heraus: "Warum bist du wo weit weg von mir? Muss ich diesen Schmerz und diese Trauer den ganzen Tag lang ertragen? Willst du wirklich sehen, wie sich meine Feinde über mich und damit über dich lustig machen? Wir stellen diese Fragen an Gott, wenn er in unserer Situation so abwesend zu sein scheint. Beachten Sie aber auch, dass der Psalmist nicht mit der Frage aufhört, sondern mit einer Bitte an Gott – und nicht an irgendeinen Gott. "Bedenke und antworte mir, o Herr, mein Gott!“

Herr, mein Gott! Dieser Anrede setzt eine tiefe persönliche Beziehung voraus. Es ist die Sprache von Charles Wesley: „Erstaunliche Liebe! Wie kann es sein, dass Du, mein Gott, für mich sterben sollst?“

Mein Gott! Es ist diese persönliche Beziehung, die den Psalmisten vertrauen lässt: "Ich aber habe auf deine unerschütterliche Liebe vertraut; mein Herz wird sich über deine Erlösung freuen.“ Der Gott, zu dem der Psalmist betet, ist der Gott der unerschütterlichen Liebe, der treuen Liebe, der Bundesliebe. Es ist der Gott, der Israel in seinen dunkelsten Momenten nicht im Stich gelassen hat. Es ist der Gott, dessen unerschütterliche Liebe zu einer Geburt in einer Krippe, zu einem Leben im Dienst an den Schwachen, zum Tod am Kreuz und zur Auferstehung führte, die lebendige Hoffnung schenkt. Selbst in anklagendem Ton zu beten: "Wie lange noch, o Herr?" ist ein Ausdruck des Vertrauens.

Der Gründer der Heilsarmee, William Booth, fasste das Herz dieses Psalms in seiner berühmten Rede:
"Solange Frauen weinen, wie sie es jetzt tun - will ich kämpfen; solange Kinder Hunger leiden müssen, wie sie es jetzt tun - will ich kämpfen; solange es Mädchen gibt, die auf der Straße unter die Räder geraten, solange es eine Seele gibt, in der das Licht Gottes noch nicht scheint - will ich kämpfen.
Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug!"

Wie lange noch? Solange Frauen weinen...
Wie lange? Solange Rassismus andere erniedrigt...
Wie lange? Solange eine Pandemie ihre Verwüstung anrichtet...

Vor kurzem hat die Heilsarmee den Tag des Gründers gefeiert. Am 2. Juli predigte der Gründer zum ersten Mal bei einer Freiversammlung im Osten Londons, was den Beginn von etwas ganz Bemerkenswertem markierte. Salutisten auf der ganzen Welt haben an der Produktion eines Videos mitgearbeitet, das diesen Moment festhält.

Beachten Sie die Wiederholung des Satzes: „Solange es ... gibt, werde ich...“ Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Wir werden beten: "Wie lange, o Herr?“ Auch wir vertrauen auf Gottes unerschütterliche Liebe, während wir Gotte grenzenlose Errettung in unserer Welt zum Ausdruck bringen.

Vater dieser Armee,
Hauptmann unserer Soldaten,
Möge deine Herrlichkeit die Erde erfüllen.
Wenn diese Welt immer kälter wird,
Mögen deine Truppen mutiger sein;
Mögen wir nur mit Liebe kämpfen.
Mögen die Kreuze, die wir tragen.
Die Waffen unserer Kriegsführung sein.
Mögen wir für dich noch mehr wagen,
Mögen wir für dich noch mehr wagen.

(Phil Laeger und Marty Mikles)

Autor
General Brian Peddle, Leiter der internationalen Heilsarmee

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