Zwischen Leidenschaft und Glauben
Mal wirkt sie präzise und kontrolliert. Mal leicht und beinahe zufällig: Bea Kroschewski gleitet über den hellen Studioboden in den Räumen des Limelight Collective. Vor dem übergroßen Spiegel wird ihr Körper zum Ausdruck von Spiritualität.
Als Bea Kroschewski vor rund eineinhalb Jahren zum ersten Mal beim Limelight Collective auftauchte, war sie noch neu in der Berliner Tanzszene. Ihr Pastor hatte ihr von einem Gebetstanz-Treffen an einem Mittwochabend erzählt. Schon kurz nach ihrem ersten Besuch wurde die Tänzerin für die Produktion „Co:incident“ angefragt. Darin erzählten die Tänzerinnen und Tänzer von ihren Begegnungen mit dem Göttlichen. „Das Stück würde von der biblischen Erzählung der Himmelsleiter inspiriert“, erklärt sie.
Bea ist ausgebildete Tanzpädagogin und Bühnentänzerin. Hauptberuflich arbeitet sie als Tanzpädagogin und ist gerade dabei, ihre eigene Tanzschule zu gründen. „Lux“ soll sie heißen – benannt nach dem lateinischen Wort für Licht. Auf der Bühne steht sie weiterhin, vor allem bei Limelight und bei Veranstaltungen im kirchlichen Rahmen.
Ihr Weg zum Glauben war nicht geradlinig. Aufgewachsen ist Bea Kroschewski in der katholischen Kirche. Danach folgten rund zehn Jahre, in denen Religion keine große Rolle in ihrem Leben spielte. Erst in Berlin fand sie über eine Freikirche wieder zum christlichen Glauben. Dass Tanz und christlicher Glaube dabei einmal so eng zusammenfinden würden, hätte sie vielleicht selbst nicht erwartet.
„Wenn ich über das Limelight Collective erzähle, kommen viele Nachfragen“, erzählt sie. Für viele Freunde und Bekannte ist die Verbindung von Tanz und Glauben zunächst ungewohnt. „Ich erlebe in der Tanzszene ja Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen“, so Kroschewski. Der christliche Glaube sei oft ein Konfliktpunkt. Das führe aber oft zu interessanten Gesprächen.
Was Bea am Limelight besonders schätzt, ist die Atmosphäre. In der Tanzszene erlebt sie häufig viel Leistungsdruck und den Anspruch, auf der Bühne perfekt zu performen. Im Limelight sei das anders. Hier werde nicht nur die Tänzerin gesehen, sondern der ganze Mensch. Man müsse nicht zuerst zeigen, was man leistet. „Hier kann ich wirklich ich selbst sein.“