Zwischen Trümmern und Angst: Heilsarmee steht Erdbebenopfern weltweit bei
Einsätze in Venezuela, Indonesien und auf den Philippinen
Zerstörte Häuser, überfüllte Notunterkünfte, Angst vor Nachbeben: In Venezuela, Indonesien und auf den Philippinen ringen tausende Menschen nach Erdbeben um Sicherheit und Perspektive. Die Heilsarmee hilft ihnen, die dringendsten Bedürfnisse zu decken.
„Die Situation ist wirklich herzzerreißend. Wir befinden uns mitten in einer echten Katastrophe. Doch wir wissen, dass unsere Arbeit vielen Menschen Hoffnung und konkrete Hilfe bringen wird“, sagt Kapitän Edicson Sánchez, Regionalkoordinator der Heilsarmee zur Situation in Venezuela. „Das gibt uns – gemeinsam mit Gottes Kraft – die Energie, trotz der großen Zerstörung weiterzumachen.“
Nach zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am 24. Juni wird das Ausmaß der Katastrophe in Venezuela immer deutlicher. Mit Stand vom 28. Juni kamen Berichten zufolge mindestens 1.450 Menschen ums Leben, mehr als 3.000 wurden verletzt, 12.000 haben ihr Zuhause verloren. Zehntausende gelten als vermisst.
Besonders betroffen sind Teile der Hauptstadt Caracas, wo Gebäudeeinstürze sowie Schäden an Infrastruktur gemeldet wurden. Für viele Menschen ist eine Rückkehr in ihre Häuser weiterhin zu gefährlich. Nachbeben halten an, gleichzeitig verschärfen starke Regenfälle die Situation in provisorischen Unterkünften.
Venezuela: Hilfe angelaufen – Lage bleibt komplex
Die am stärksten betroffenen Gebiete stehen unter militärischer Kontrolle und sind nur für registrierte Organisationen zugänglich. Deshalb unterstützt die Heilsarmee vor allem die umliegenden Stadtteile. Gemeinsam mit Behörden, Kirchengemeinden und anderen Hilfsorganisationen stimmen die Teams ihre Einsätze eng ab, damit Hilfsgüter gezielt dort ankommen, wo sie bislang fehlen. Dabei erschweren Verkehrsstaus, Straßensperrungen und eingeschränkte Transportwege die Arbeit zusätzlich und machen die Versorgung vieler betroffener Menschen logistisch anspruchsvoll.
Ihre Einsätze koordiniert die Heilsarmee von der Emmanuel-Gemeinde in Caracas aus. Mitarbeitende und Freiwillige verteilen haltbare Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und weitere Hilfsgüter wie Decken und Schlafmatten oder Planen als Schutz gegen den Regen an betroffene Familien. Auch spezialisierte Rettungsteams werden während ihrer oft stundenlangen Einsätze mit warmen Getränken und Snacks versorgt.
Philippinen: Nothilfe für rund 900 Familien
Ein weiterer Einsatzort der Heilsarmee ist die Insel Mindanao auf den Philippinen. Dort hatte am 8. Juni ein Erdbeben der Stärke 7,8 Tsunamiwarnungen und Erdrutsche ausgelöst. Dabei kamen laut Behördenangaben mindestens 65 Menschen ums Leben, rund 1.400 wurden verletzt. Insgesamt sind mehr als 736.000 Menschen von den Auswirkungen betroffen, da Zehntausende Häuser sowie zahlreiche Straßen und Brücken beschädigt wurden.
Die Heilsarmee unterstützt rund 900 betroffene Familien mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln und psychosozialer Begleitung. Freiwillige aus General Santos City arbeiten dabei eng mit den örtlichen Behörden zusammen, damit die Hilfe die Menschen erreicht, die sie am dringendsten benötigen.
Indonesien: Unterstützung in Zentral-Sulawesi
Auch in Zentral-Sulawesi in Indonesien ist die Heilsarmee nach einem Erdbeben der Stärke 6,7 Anfang Juni im Einsatz. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 6.400 Menschen betroffen. Drei Menschen kamen ums Leben, 108 wurden verletzt.
Viele Familien leben weiterhin in provisorischen Unterkünften, da anhaltende Nachbeben eine Rückkehr in ihre Häuser erschweren. Gemeinsam mit den Behörden ermittelt die Heilsarmee den dringendsten Hilfsbedarf. Benötigt werden unter anderem sauberes Trinkwasser, Notunterkünfte, medizinische Versorgung, Decken und Hygieneartikel. Auch das Woodward-Krankenhaus der Heilsarmee in Palu beteiligt sich an der Versorgung der Verletzten.
Internationale Zusammenarbeit
Die International Emergency Services der Heilsarmee mit Sitz in London unterstützen die nationalen Heilsarmee-Territorien weltweit bei der Vorbereitung auf Krisen und bei der Katastrophenhilfe. Gemeinsam mit den lokalen Teams und Partnerorganisationen tragen sie dazu bei, dass Hilfe möglichst schnell und bedarfsgerecht die Menschen erreicht, die sie am dringendsten benötigen.
Die Heilsarmee schließt alle Betroffenen sowie die Mitarbeitenden, Freiwilligen und Einsatzkräfte in ihre Gebete ein.