"Das schmeckt nach Liebe!"

Vor fünf Jahren saß Alex Dudda bei einer Infoveranstaltung im Saal der Heilsarmee Chemnitz und hatte Herzklopfen. Sie wollte schon immer etwas für Obdachlose und Bedürftige tun. Bis dahin war es immer an den finanziellen Grenzen gescheitert. “Aber dann waren die neuen Chefs aus Berlin da und haben das Projekt Einsatzwagen gestartet. Sie stellten Küche, Auto und Materialien – und ich konnte mich mit meiner Zeit, Kraft und ganz viel Herzblut einbringen.” So erinnert sich Alex an den Anfang ihres Ehrenamtes in der “Heilse”. 

Zunächst war es eine überwältigende Vorstellung, in eigener Verantwortung Suppe in einem 20-Litertopf zu kochen. Über die Jahre wurde sie aber immer mutiger und kochte mit Begeisterung leckere Gerichte für “ihre” Leute im “Heckertgebiet”. Sie übernahm die Verantwortung für die Montagseinsätze des EiWa und arbeitete Woche für Woche mit einem eingespielten Team von helfenden Händen. “Man ist ja nicht nur Koch und Essenausgeber”, sagt sie. “Hygiene, Logistik, Fahrer, alles gehört dazu. Und die Menschen wenden sich mit all ihren Sorgen und Herausforderungen an mich. Es ist eine sehr vielseitige Aufgabe.” 

Gebraucht zu werden und von Herzen Gutes zu tun hat Alex zu einem stärkeren Selbstwertgefühl finden lassen: “Man hilft nicht nur den Bedürftigen - die Aufgabe war auch ein Stück Heilung für mich selbst.”  Während des Kochens fühlte sich Alex außerdem ihrem verstorbenen Mann immer nah, der von Beruf Koch war. “Es gab nicht nur Suppe”, erklärt Alex stolz. “Wir haben Eier in Senfsoße gemacht, Borschtsch, Szegediner Gulasch, Steckrübeneintopf und leckere Kürbissuppe. Und zu Weihnachten habe ich mit Natascha hundertzehn Klöße mit der Hand gerollt.” 

Beim Kochen liebte Alex besonders das Schnippeln, an der Essensausgabe vor allem den abschließenden Gebetskreis. “Alle, die Essen geholt hatten, standen am Ende noch im Kreis zusammen. Wir haben unsere Anliegen ausgetauscht und zusammen gebetet. Jeder konnte seine Gedanken einbringen.” Auch ihren eigenen Glauben hat das ehrenamtliche Engagement beeinflusst. Alex sagt: “Viele Jahre habe ich nur an mich geglaubt. Durch die Heilsarmee kam der Glaube an Gott, den ich lange vernachlässigt hatte, wieder zum Vorschein. Dadurch habe ich neues Vertrauen gefunden, dass es immer weitergeht und sich alles zum Guten fügt.” 

Dass Alex mit ganzem Herzen dabei war, haben die Gäste am Einsatzwagen deutlich gespürt. Ein prägendes Zitat aus den Reihen der Besuchenden ist zum “Markenspruch” des Einsatzes im “Heckertgebiet” geworden:  “Am Montag wird mit Liebe gekocht, das spürt man!” 

Alex verabschiedet sich nun schweren Herzen von ihrem Ehrenamt, da ihre Gesundheit und die persönlichen Lebensumstände diese Arbeit im Moment nicht mehr möglich machen. Sie geht mit einem Herzen voller schöner Erinnerungen und möchte “ihre Leute” ermutigen, stark zu bleiben und sich selbst etwas zuzutrauen.  Dass montags weiterhin mit Liebe gekocht wird, dafür werden nun die Ehrenamtlichen sorgen, die in ihre Fußstapfen treten. 

Wir danken Alex von Herzen für ihren großartigen Dienst und wünschen ihr für die Zukunft Gottes reichen Segen. 

Alex`s Kürbissuppe:

- 1 Hokkaido-Kürbis 

- 3-4 Kartoffeln 

- 2-3 Möhren 

- 1 Orange 

- Gemüsebouillon 

- Salz, Pfeffer, Paprika 

Hokkaido waschen, entkernen, in Stücke schneiden. Kartoffeln und Möhren schälen und in Stücke schneiden.

Alles kräftig anbraten und etwas Wasser mit Gemüsebouillon hinzufügen, alles paar Minuten köcheln lassen.

Orange schälen und hinzufügen.

Mit Stabmixer alles pürieren.

Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.

(Alex verwendet keinen Ingwer 😉).

Auf dem Teller in die Suppe einen Löffel Creme fraiche.

Schmecken lassen und einen tollen Herbst 🍂.

 

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