Offene Kinder- und Jugendarbeit in Gefahr
Die Offene Kinder- Jugend und Familienarbeit der Heilsarmee Chemnitz ist seit Jahren ein zentraler Anlaufpunkt für junge Menschen und Familien. Von Dienstag bis Freitag bieten die Fachkräfte ein vielfältiges Programm: Offener Treff, Sport- und Freizeitangebote, kreative Projekte, Beratung in persönlichen Fragen sowie echte Mitbestimmung. Jugendliche und Familien finden hier einen verlässlichen Ort der Begegnung, Unterstützung und Beteiligung. Doch diese Arbeit steht vor einem drastischen Einschnitt: Ab 2026/27 fehlen die notwendigen Fördergelder.
Erste Einschnitte: Weniger Zeit, weniger Angebote
Mit weniger Personal können die bisherigen Öffnungszeiten nicht mehr aufrechterhalten werden. Jugendliche und Familien verlieren sichere Aufenthaltsräume am Nachmittag und Abend. Kultur und Kreativangebote, regelmäßige Sporttrainings oder geschlechtsspezifische Gruppenangebote, Ferienfahrten oder Bildungsfahrten müssen eingeschränkt oder ganz gestrichen werden. Auch für individuelle Beratung bleibt kaum noch Zeit – eine Schwächung von Prävention und niedrigschwelliger Unterstützung.
Perspektive Zukunft: Vom Treffpunkt zum „Minimalbetrieb“
Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, droht der Umbau der offenen Kinder- und Jugendarbeit zum reinen „Minimalbetrieb“. Öffnungszeiten werden auf wenige Nachmittage gekürzt, Ferienaktionen und Beteiligungsformate fallen komplett weg. Fachkräfte hätten kaum noch Gelegenheit, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen oder Jugendlichen bei schulischen und persönlichen Problemen zu helfen. Statt Begegnung und Prävention bliebe nur noch Aufsicht.
Abwärtsspirale mit sozialen Folgen
Im schlimmsten Fall müsste das Angebot vor Ort ganz eingestellt werden. Jugendliche ohne familiäre Unterstützung oder finanzielle Mittel würden von Freizeit- und Bildungsangeboten ausgeschlossen. Mehr junge Menschen würden ihre Zeit unbegleitet im öffentlichen Raum verbringen – mit wachsendem Risiko für Konflikte, Lärmbelästigung und Vandalismus. Polizei und Ordnungsdienste wären stärker gefordert, während präventive Strukturen verschwinden.
Langfristig droht eine „verlorene Generation im Sozialraum“: Isolation, Perspektivlosigkeit und weniger soziale Kompetenzen belasten nicht nur die Jugendlichen und Familien selbst, sondern auch Schulen, Jugendhilfe und die Kommune. Die vermeintliche Einsparung an Fördermitteln würde so zu deutlich höheren Folgekosten führen.
Daher bitten wir schon jetzt um Ihre Unterstützung uns bei diesen Herausforderungen im Gebet, mit Finanzen oder durch Ehrenamt, zur Seite zu stehen.