Sept. - Okt. 2021

Monatsspruch September:

„Ihr säet viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt´s in einen löchrigen Beutel.“

(Haggai 1,6)

 

Gott ist die Liebe und darum sagt er uns in Liebe, was uns fehlt. Der Prophet Haggai spricht zu seinem Volk damals und prophetisch zu allen Gläubigen, also auch zu uns: „Ihr arbeitet viel und hart und bringt doch wenig ein“. Das erinnert mich an die Jünger Jesu, welche die ganze Nacht fischten und nichts in ihre Netze einbrachten. Das erinnert mich auch an unsere Situation in der Heilsarmee Essen und Gelsenkirchen, welche Jahrzehnte lang hart gearbeitet hat, und trotz allem von Zuschüssen des Hauptquartiers leben und beim „Menschenfischen“ hauptsächlich auf leere Netze schauen muss (und das geht übrigens der  gesamten Heilsarmee in Europa so, welche immer weiter am Schrumpfen ist). Das tut Gott weh, das tut uns weh und das tut den Menschen weh, welche um uns herum verloren gehen.

Doch das soll so nicht bleiben! Gott macht seinen Mitarbeitern keine Vorwürfe, wenn sie entmutigt sind. Das Volk hatte damals, nachdem sie hoffnungsvoll den Wiederaufbau des zerstörten Tempels anpackten, irgendwann enttäuscht damit aufgehört (obwohl man die Gottesdienste auch da noch weiterhin feierte) und sprach: „Es geht nicht. Wir schaffen es nicht, das Haus Gottes zu bauen“.

Nun, ähnliche Stimmen hören wir auch heute, wenn sie sagen: „Es ist keine Erweckungszeit, wir können keine Seelen retten und überhaupt, die Leute wollen von Jesus nichts wissen“. Und genau darum schickt Gott seine Boten - wieder und wieder - und ermutigt zum Weitermachen. Er sagt: es geht, wenn ihr geht. Und Menschen werden gerettet, wenn ihr sie rettet. Baut meinen Tempel und lasst alles andere stehen. Äußere Gebäude und Geschäfte sind zweitrangig, Vorrang für mein Volk hat immer mein Tempel - und der sind Menschenherzen. Wenn ihr solche zu meinem Haus baut, werde ich mit euch sein und euch dazu noch alles schenken - “Gebäude und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen und in der zukünftigen Welt das ewige Leben“, sagt Jesus im Markusevangelium 10,30.

Damals gehorchte das Volk und seine Führer willig den Worten des Propheten und packte wieder an. Sie waren ermutigt worden und begannen, den Bau am Tempel Gottes weiterzuführen. Daraufhin sprach Haggai zu ihnen die Botschaft des Herrn: „Seid getrost, alles Volk im Lande und arbeitet, denn ich bin mit euch!“ Und der Herr sagte ihnen zu, inmitten aller Erschütterungen, welche auf diese Welt zukommen, sein Haus voll Frieden und Herrlichkeit zu machen (Hag. 2,4.7.9). Diese Zusage gilt auch uns, wie der Hebräerbrief (12,26-28) es bestätigt.

Wie gesagt, der Tempel Gottes in der neutestamentlichen Zeit sind Menschenherzen. Letzten Monat hat eine unserer Töchter sich neu entschieden, Jesus nachzufolgen. Seitdem führt sie Menschen zu Christus. Wir sehen staunend, dass auch in dieser Zeit und in unserem Land dies möglich ist. Das spornt uns an, und sie ist uns darin ein Vorbild. Wir weihen uns erneut dem Dienst, Menschen für Jesus zu retten und ermutigen euch, es auch zu tun.

Wir sind wirklich überzeugt, dass Gott wieder „aufbauen will, was lange wüst gelegen hat“ (Jes. 58,12) und uns mit den Worten Jesu ermutigt: „Werft eure Netze nochmal aus“ (Lk. 5,5). Es ist dasselbe „Netz“, dasselbe „Boot“, dieselben „Fischer“ - nichts hat sich geändert. Aber auf dein Wort hin, wollen wir unsere Netze noch einmal auswerfen, ein jeder da, wo du es ihm zeigst! Den großen Fang schenkst dann du, Herr!

 

Bernd Friedrichs, Major