„Prophetisch und professionell“ – die Leiterkonferenz 2018

Besondere Gäste und Redner am Geistlichen Tag: Kommandeure Hans und Marja van Vliet aus den Niederlanden (2. u. 3. v. rechts)

Wie kann man gesellschaftsrelevant Gemeinde bauen? Diese Frage beschäftigte die etwa 75 Teilnehmer, die sich Ende Oktober in Burbach zur diesjährigen Territorialen Leiterkonferenz getroffen hatten. Der Schweizer Offizier und Gastreferent Kapitän Stephan Knecht betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit der Beziehungspflege. Denn: „Menschen vertrauen nicht der Organisation ‚Heilsarmee‘, sondern persönlichen Kontakten.“ Wer Gemeinde für die Gesellschaft bauen wolle, müsse zunächst seine Schwerpunkte definieren und die Gegebenheiten vor Ort analysieren. Kapitän Knecht empfahl, die in der Analyse gewonnenen Informationen im Licht der Bibel zu reflektieren und dann erst konkret zu planen und zu entscheiden. „Unsere Aufgabe ist es nicht, Gott dazu zu bringen, etwas zu tun, sondern herauszufinden, was Gott gerade tun will.“

Wie notwendig diese Form von Gemeindebau ist, machte die Territorialleiterin, Kommandeurin Marie Willermark, bereits in ihrer Eröffnungsansprache deutlich: „Die Nöte der Heilsarmee in Deutschland sind groß. Unsere Ressourcen sind gering. Aber die Nöte der Gesellschaft zeigen, wofür wir da sind.“ Je größer die Nöte der Gesellschaft seien, desto größer sei die Notwendigkeit der Heilsarmee. „Dies sind genau die Zeiten, für die Gott die Heilsarmee ins Leben gerufen hat.“

In Jesus wachsen – wie Jesus handeln
Kommandeur Hans van Vliet (Niederlande), der gemeinsam mit seiner Frau Marja als besonderer Gast am Geistlichen Tag teilnahm, ermutigte seine Zuhörer, in Anlehnung an das aktuelle Jahresmotto über Wachstum nachzudenken, insbesondere, wenn es nach 2. Petrus 3,18 darum geht, in der Erkenntnis und Gnade zu wachsen. Dies bedeute, Jesus immer besser kennenzulernen und darum zu beten, mit Gnade erfüllt zu werden. „In Jesus wachsen bedeutet auch, dass Jesus in uns wächst“, betonte der Kommandeur.

Das Jahresmotto 2019, „Wie Jesus handeln“, war Gegenstand seines zweiten Vortrags, bei dem er Jesus als Vorbild beschrieb und einen Schwerpunkt legte auf Gebet und Ausruhen, Weisheit, Demut, Gehorsam, Geduld und Vergebungsbereitschaft. Theorie und Praxis lagen bei dieser Leiterkonferenz sehr nahe beieinander: Informationen aus dem THQ, verschiedene Workshops, persönliche Gespräche und der Austausch im Plenum, ein bunter Abend mit The Limelight Collective und als einer der Höhepunkte zeigten kurze, ermutigende Erfolgsberichte aus Korps und Einrichtungen, wie Wachstum konkret werden kann.

Aber die Leiterkonferenz musste auch ein „Negativ-Wachstum“ des aktiven Offizierskorps verzeichnen: Die Majore Alfred Preuß, Poldi Walz sowie Gisela und Elmar Reith wurden in den Ruhestand verabschiedet, ebenso die Fachbereichsleiterin Sozialwerk Nord, Luise Schröder. Für langjährigen Offiziersdienst wurden geehrt: Majore Gisela und Elmar Reith (40 Jahre), Oberstleutnantin Deborah Cachelin und Major Olivier Chevalley (35 Jahre) sowie die Majorinnen Marie-Luise Schröder und Monica Müller (30 Jahre).

„Gott hat neuen Raum in uns geschaffen“, stellte Kommandeurin Marie Willermark am Ende der Konferenz fest. „Gott bleibt dran, er arbeitet weiter an uns.“ Als Heilsarmee wolle man beides sein, prophetisch und professionell. „Wir bleiben im Glauben an das, was Gott tun kann.“

Andreas W. Quiring

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