Heilsarmee hilft Flüchtlingen

Angebote in Gemeinden und Einrichtungen

Köln. Die Heilsarmee engagiert sich derzeit mit einer ganzen Reihe von nie­derschwelligen Angeboten an ihren verschiedenen Standorten in Deutsch­land in der Flüchtlingshilfe. Wegen des hohen Finanzbedarfs und um ihre Hilfe für Flüchtlinge weiter ausbauen zu können, hat die Heilsarmee ein Spendenkonto (IBAN: DE98 3702 0500 0004 0777 03) bei der Bank für Sozialwirtschaft eingerichtet.

„Für die Betreuung von größeren Projekten fehlen uns derzeit die Mitarbeiter und die finanziellen Mittel. Aber da, wo wir bereits etwas tun können, sind wir auch aktiv“, sagt Majorin Marianne Meyner, die als Direktorin Programm für die inhaltliche und konzeptionelle Arbeit der Gemeinden und Einrichtungen verantwortlich ist.

Unterkünfte

So hat die Gemeinde in Leipzig zehn Syrer und zwei Iraker in ihren Räumlichkei­ten untergebracht und bietet darüber hinaus verschiedene Programme wie Fuß­ballturniere, ein Spielmobil und Deutschkurse an. Ein weiteres Angebot ist der Transport von Sachspenden und Möbeln in Flüchtlingsunterkünfte und -wohnun­gen. Allein im August wurden so etwa 50 Familien mit Kleidung, Möbel, Haushalts­waren und Transporten unterstützt. Derzeit sucht die Heilsarmee dort nach weite­ren Lagerräumen, wo die zahlreichen Möbel und andere Sachspenden besser untergebracht werden können.

In Naumburg hat die Heilsarmee eine syrische Familie in einer zuletzt leer stehen­den Wohnung einquartiert, die sonst für die Suchthilfe-Arbeit genutzt wird. Die Gemeinde hat zudem in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in ihren Räumlichkeiten das „Café Miteinander“ eröffnet, wo sowohl Netzwerktreffen der Flüchtlingsarbeit stattfinden als auch die Flüchtlinge selbst sehr willkommen sind.

In Dresden wohnen in einem von der Heilsarmee betriebenen Übergangswohn­heim ebenfalls Flüchtlinge. Hier sind zwei obdachlose Syrer untergebracht. Auch im Wohn- und Übernachtungsheim in Göttingen wurden auf Anfrage des Jugend­amtes gerade drei Doppelzimmer für sechs unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet, die vorwiegend aus Afghanistan stammen. Die Heilsarmee-Gemeinde Chemnitz-Kaßberg hat der Kommune angeboten, eine sozialpädagogisch begleitete Wohngruppe für jugendliche Flüchtlinge in einer bis vor Kurzem extern vermieteten Wohnung einzurichten. Eine Antwort der Stadt Chemnitz steht noch aus. In Gelsenkirchen hat die Heilsarmee der Stadt eine leer stehende Wohnung für eine Familie angeboten. Die Heilsarmee-Gemeinde freut sich darauf, Flüchtlinge zu empfangen und ihnen zu helfen.

Sprachkurse und weitere Angebote

Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache ist ebenfalls ein niederschwelliges Angebot im Programm der Heilsarmee. So stellt die Gemeinde in Guben kostenlos ihre Räume für einen Deutsch-Sprachkurs zur Verfügung, den ein Rentner ehren­amtlich zweimal pro Woche für Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien durchführt. In der Kölner Gemeinde geben zwei Heilsarmee-Mitglieder mittwochs und freitags Flüchtlingen Deutschunterricht. Auch in Barmstedt engagiert sich die Heilsarmee beim Sprachunterricht sowie bei der Gestaltung von weiteren Freizeitaktivitäten.

„McTurtle“ ist das mobile Kinderprogramm der Heilsarmee. Das aus Chemnitz stammende Mitarbeiterteam veranstaltet dieses Programm auch in Greiz und Gera. Hier werden Flüchtlingskinder aus Gemeinschaftsunterkünften abgeholt, sodass sie das Angebot nutzen können.

Nahrung und Kleidung

Flüchtlinge suchen zunehmend die bereits vorhandenen niederschwelligen Angebote der Heilsarmee auf und sind dort ebenfalls willkommen. Dazu zählen die verschiedenen Begegnungscafés und Wärmestuben, die Essens- und Lebensmittelausgaben sowie die Kleiderkammern und Second-Hand-Läden.

Auch das geistliche Angebot der Heilsarmee wird bei Bedarf mit wenig Aufwand an die Bedürfnisse von Flüchtlingen angepasst. An einem Sonntag im August erhielt die Gemeinde in Düsseldorf Besuch von 25 Flüchtlingen, die gerade erst in einer benachbarten Unterkunft eingetroffen waren. Spontan wurde daraufhin der Gottes­dienst in Deutsch und Englisch abgehalten. In Solingen haben die Heilsarmee-Musiker ihre Probe ausfallen lassen, um ein Flüchtlingsheim zu besuchen und den Menschen dort ein wenig Freude zu bringen. Eine ähnliche Idee hatte die Kapelle aus Gelsenkirchen, die in einem Flüchtlingsheim in Herne spielte. Dort wird die Heilsarmee auf Anfrage des Flüchtlingsausschusses der Stadt auch die „Familien­werkstatt“ anbieten, ein besonderes Programm für Familien, das Beratungsge­spräche mit Erwachsenen sowie ein Kinderprogramm und gemeinsames Singen umfasst.

Ausschüsse und Netzwerke

Die Heilsarmee ist schließlich in mehreren Orten in – zum Teil kommunalen – Ausschüssen und Netzwerken vertreten, die sich um die Flüchtlingshilfe kümmern, und kooperiert zudem mit weiteren Partnern, wie Hilfsorganisationen, Ämtern und Einrichtungen. So arbeitet die Heilsarmee in Leipzig mit den Johannitern, dem Sozialamt und dem Flüchtlingsrat zusammen. In Guben ist sie im Netzwerk „Flucht und Migration“ vertreten, das unter anderem Begegnungsfeste für Bürger und Flüchtlinge organisiert. In Herne arbeitet sie im Flüchtlingsausschuss mit und in Barmstedt in einer entsprechenden Arbeitsgruppe der Stadt. In Bonn engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe der Nordstadt.

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Als internationale Hilfsorganisation und evangelische Freikirche arbeitet die Heilsarmee in über 131 Ländern. Sie zählt etwa drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. Weltweit leistet die Heilsarmee eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in ihren Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 42 Gemeinden mit mehr als 1.300 Mitgliedern sowie 18 soziale Einrichtungen mit weiteren angegliederten Angeboten.

Die Heilsarmee ist für ihre umfangreiche soziale und karitative Arbeit auch auf Spenden angewiesen. Spendenkonto der Heilsarmee bei der Bank für Sozialwirtschaft: IBAN DE82 3702 0500 0004 0777 00. Die Heilsarmee ist Mitglied des Deutschen Spendenrates und trägt dessen Spendenzertifikat.