Mit dem Fallschirm gegen Menschenhandel

95-jähriger Ruhestandsoffizier der Heilsarmee springt über Normandie ab

Am D-Day, dem 6. Juni 1944, sprang Harry Read als junger britischer Soldat erstmals über Frankreich ab. Damals war er einer von 326.000 Soldaten der Westalliierten, die per Flugzeug oder per Schiff in der Normandie landeten, um Europa von der Schreckensherrschaft der Nazis zu befreien. Ein Dreivierteljahrhundert später wird der 95-jährige Ruhestandsoffizier der Heilsarmee anlässlich des 75. Jahrestags des D-Days erneut einen Fallschirmsprung über der Normandie wagen.

„Eigentlich ist es dumm, das in meinem Alter zu machen“, sagte Read der englischen Zeitung The Guardian: „Alte Männer springen nicht mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug.“ Doch er hat gute Gründe für diese waghalsige Aktion. Mit dem Sprung möchte er auf das drängende Problem von Menschenhandel und Ausbeutung in Europa aufmerksam machen. Mit den gesammelten Spenden will er die Heilsarmee im Kampf gegen Menschenhandel unterstützen.
Das BKA verzeichnet im Jahr 2017 alleine in Deutschland 671 Fälle von Menschenhandel. Das sind 25 % mehr als im Jahr zuvor und die Dunkelziffer ist weitaus höher. Gerade im Rotlichtmilieu werden viele junge Frauen aus Osteuropa verschleppt, zur Arbeit gezwungen und sexuell missbraucht. Nur wenige schaffen den Weg hinaus, denn die Opfer fürchten sich oftmals vor den Tätern, schämen sich oder sind schwer traumatisiert.

Die Aktion zum Jahrestag des D-Day

Am 5. Juni 2019 wird Harry Read von England aus mit einer „Dakota“ starten, einem Flugzeug des gleichen Typs wie damals. Über der Normandie wird er dann mit dem Fallschirm zu den zweitägigen Feierlichkeiten in die historische Absprungzone springen.

Die Idee dazu hatte Read im letzten Jahr, als er die D-Day-Zeremonie in Nordfrankreich besuchte. Nachdem er für die Aktion grünes Licht bekam, begann er sich vorzubereiten. „Je mehr ich nachdachte und darüber betete, desto verrückter erschien mir die Idee. Zumal mein letzter Sprung tatsächlich der am D-Day gewesen war“.
Die Heilsarmee setzt sich seit vielen Jahren für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution ein und hilft Betroffenen wieder zurück zu einem selbstständigen Leben in der Gesellschaft.

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Als internationale Hilfsorganisation und evangelische Freikirche arbeitet die Heilsarmee in über 131 Ländern. Sie zählt etwa drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. Weltweit leistet die Heilsarmee eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in ihren Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 42 Gemeinden mit mehr als 1.300 Mitgliedern sowie 18 soziale Einrichtungen mit weiteren angegliederten Angeboten.

Die Heilsarmee ist für ihre umfangreiche soziale und karitative Arbeit auch auf Spenden angewiesen. Spendenkonto der Heilsarmee bei der Bank für Sozialwirtschaft: IBAN DE82 3702 0500 0004 0777 00. Die Heilsarmee ist Mitglied des Deutschen Spendenrates und trägt dessen Spendenzertifikat.