Nothilfe für die Opfer der Buschbrände in Australien

Nationale Katastrophenhilfe der Heilsarmee ruft zu Spenden auf.

Das Einsatzteam der Heilsarmee für Notfall- und Katastrophenhilfe in Australien hat sämtliche nationalen Organisationseinheiten aktiviert und arbeitet eng mit den örtlichen Gemeinden zusammen, um den evakuierten Menschen und den Rettungskräften beizustehen:

  • Die Einsatzkräfte der Heilsarmee leisten seit vier Monaten an 160 Standorten in Australien Nothilfe.
  • Insgesamt hat die Heilsarmee bisher mehr als 225.000 Mahlzeiten an Feuerwehrleute, sonstige Einsatzkräfte und evakuierte Menschen ausgegeben.
  • Betroffene Personen erhalten Nothilfepakte, Schlafmöglichkeiten und finanzielle Hilfen.
  • Nach aktuellem Stand haben die Einsätze der Heilsarmee rund 4 Mio. Euro verbraucht; ein Vielfaches dieser Spendensumme wird jedoch für langfristige Hilfen zur Unterstützung der betroffenen Menschen benötigt.

Um die Menschen in Australien zu unterstützen, hat die Heilsarmee in Deutschland ein Spendenkonto eingerichtet. Anders als bei Auslandsspenden sind die hier eingehenden Spenden steuerlich absetzbar. Sie werden zu 100 Prozent dem Spendenzweck der nationalen Katastrophenhilfe in Australien zugeführt.

Spendenkonto

IBAN: DE82 3702 0500 0004 0777 00
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: Buschbrand Australien

Noch einfacher ist der Weg über die Online-Spende, unter:

www.heilsarmee.de/spenden-fuer-australien

 

 

Der General ruft Mitglieder und Freunde der Heilsarmee auf der ganzen Welt dazu auf, in ihren Gebeten Australien und seinen Bewohnern zu gedenken. „Betet für diese mutigen Seelen, die ihr Leben im Kampf gegen das Feuer riskieren. Betet für diejenigen, deren Häuser zerstört wurden. Betet für diejenigen, die evakuiert wurden und eine vorübergehende Unterkunft finden müssen. Betet für die Heilsarmee, die versucht, auf die bestmögliche Art und Weise zu reagieren. Betet für die australische Regierung – für Weisheit und Mitgefühl, damit sie den besten Weg findet, auf die gegenwärtige Krise zu reagieren und Pläne für die notwendige Aufräumarbeit zu erstellen.“

Seit September breiten sich die verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens aus, mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und werden von nationalen und internationalen Hilfsteams notdürftig versorgt. Die örtlichen Behörden sprechen inzwischen von 28 Toten. Schätzungsweise eine Milliarde Tiere sind den Flammen zum Opfer gefallen. Es sind die schlimmsten Brände, die Australien bisher verzeichnet hat. Und die Feuer können noch monatelang andauern.

Die Hilfsteams der Salvation Army (Heilsarmee) unterstützen tausende Evakuierte und Feuerwehrleute, die in Australien gegen die Buschfeuer ankämpfen. Die nationalen Feuerwehren sind im 12-Stundentakt im Einsatz und werden in den kurzen Erholungsphasen von den Hilfsteams der Heilsarmee betreut. Sobald ein Brand gelöscht ist, werden die Feuerwehrleute zum nächsten abberufen. Die Strapazen zehren an den Kräften der Menschen, die ohne die Versorgung der örtlichen Hilfsteams mit Trinkwasser, Essen und erster Hilfe schnell an ihre physischen und psychischen Grenzen stoßen.

Auszüge aus den Lageberichten vor Ort (Stand 6. Januar 2020)

Neusüdwales

Im Süden von New South Wales (NSW), das durch mehrere Brände verwüstet wurde, ist die Heilsarmee in den Evakuierungszentren in Bega, Moruya, Batemans Bay, Ulladulla und Nowra aktiv. In den Snowy Mountains und im südlichen Landesinneren hilft die Armee in Wagga Wagga, Bombala und Cooma sowie in Canberra im Australian Capital Territory.

Ein Team in einem Evakuierungszentrum in Moss Vale, im südlichen Hochland von Neusüdwales, musste in der Nacht auf Sonntag nach Mittagong verlegt werden, um sich vor den herannahenden Bränden in Sicherheit zu bringen. Die Heilsarmee versorgt weiterhin Feuerwehrleute im Hunter Valley auf dem Feuerwehrgelände in Bulga und in den Blue Mountains, westlich von Sydney.

Der Offizier des Batemans Bay Korps, Captain Ben Knight, ist überwältigt von der Großzügigkeit der Gemeinde und der örtlichen Unternehmen. „Es ist einfach erstaunlich, wie die Gemeinden zusammenhalten“, sagt er. „Wir unterhielten uns mit unserem Team und fragten: 'Was machen wir zum Abendessen?' Da kam ein Geschäftsinhaber herein und sagte: 'Ich habe 500 von diesem oder 500 von jenem ... können Sie etwas brauchen? Gott hat große Ohren und hört unsere Gebete.“ Captain Knight sagt, dass er während eines Stromausfalls in pechschwarzer Dunkelheit einige 'bizarre' Einkäufe für das Evakuierungszentrum getätigt habe: „Alles was wir hatten, waren Fackeln, die wir mit einem Wagen durch die dunklen Gänge fuhren“, sagt er und fordert die Leute auf, weiterhin für Regen zu beten.

Weiter südlich, in Bega, sagt der Korpsoffizier Captain Rod Parsons, dass Gottes Gegenwart während der Notfalloperationen im Evakuierungszentrum von Bega zu spüren war. Neben der Versorgung von 3.000 vor dem Feuer geflüchteten Menschen hielten die vereinigten Kirchen auch ein spontanes Gebetstreffen ab, an dem etwa 100 Menschen teilnahmen. „Es war wirklich kraftvoll“, so Parsons. „Am Vormittag beteten wir mit den Geistlichen in der Haupthalle. Gegen 17 Uhr hielten wir ein öffentliches Gebetstreffen ab, gerade zu der Zeit, als Himmel auch am dunkelsten war wegen der Asche und des Rauchs des Buschfeuers. Wir kamen gerade zusammen und beteten über dem Tal. Wir ließen ein paar Musiker kommen und sangen Lieder wie Amazing Grace und How Great Thou Art.“

Im Snowy Mountains Regionalzentrum von Cooma beaufsichtigten die Korpsoffiziere, die Aux-Kapitäne Anthony und Sandra Barford, drei Aktivitäten – im Numeralla Rural Fire Service Staging Area, Bombala Evacuation Centre und Cooma Evacuation Centre. „Als die Evakuierungszentren in Cooma und Bombala am Silvesterabend öffneten, begannen alle Supermärkte zu spenden, insbesondere dringend benötigtes Wasser“, erklärt Sandra. „Dann boten die örtlichen Geschäfte und Lebensmittelservices vorgekochte Lebensmittel an. Gleichzeitig verpflichtete sich die örtliche Gemeinde, Küchen zu betreiben und die Menschen zu verpflegen. Wir wurden durch die herzerwärmende Großzügigkeit der Einheimischen gesegnet“, erklärt Sandra.

Victoria

Die Haupteinsätze finden in Bairnsdale, Wangaratta, Tallangatta und Sale in der Region Gippsland statt. Doch freiwillige Helfer der Heilsarmee dienen in den Evakuierungszentren im ganzen Bundesstaat. Die Rettungsteams der Gemeinde sind vor Ort in Bairnsdale, wo zusätzliche Freiwillige eintreffen, um dem lokalen Team eine Pause zu gönnen. Die Teams in Westaustralien und Queensland sind in Bereitschaft, falls weitere Hilfe benötigt wird.

In Sale werden die Menschen mit einem Militärhubschrauber in eine Notunterkunft geflogen, das mit 300 Betten ausgestattet ist, die von den „Salvos Stores“, der Secondhand-Ladenkette der Heilsarmee, bereitgestellt wurden. Geschulte Freiwillige werden im ganzen Staat eingesetzt, wobei auch das Gesundheitsministerium Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, an die Heilsarmee verweist. In Mallacoota unterstützte die Heilsarmee bei der Wasserversorgung für die Evakuierten und Polizeikräfte.

Südaustralien

Freiwillige Helfer der Heilsarmee haben Feuerwehrleuten und anderen Notfalldiensten bei den Bränden in Cudlee Creek und Kersbrook gedient und sind nun für die Teams auf Kangaroo Island zuständig. Auch für die Menschen, die ihr Zuhause in Cudlee Creek verloren haben, sind Bemühungen um Wiederherstellung der Häuser im Gange. „Wir können uns jetzt zum ersten Mal seit langem wieder auf einen einzigen Ort konzentrieren“, erklärt der amtierende Heilsarmee-Koordinator Alan Stevens. „Das Feuer auf Kangaroo Island ist jedoch immer noch außer Kontrolle und der gesamte Nationalpark hier ist verbrannt.“

Das Notfallteam der Heilsarmee, das in der Mitte der Insel lokalisiert war, zieht nun nach Kingscote, der größten Stadt, um in die Nähe des Flughafens zu gelangen – mit besserem Zugang zu Hilfsgütern – und um die 700 Feuerwehrleute zu versorgen, die auf der Insel gegen die Brände kämpfen.

Queensland, Westaustralien, Tasmanien

In Queensland, Westaustralien und Tasmanien genießen die freiwilligen Helfer der Heilsarmee und Korpsangehörigen in den zuvor vom Feuer betroffenen Gebieten eine willkommene Pause. Die Teams sind jedoch in Bereitschaft und in der Lage zu helfen, falls sie für zwischenstaatliche Einsätze benötigt werden.

Wiederherstellung im Katastrophenfall

Noch während die Brände weiterhin im ganzen Land wüten, bemüht sich Major Sue Hopper, Spezialistin für strategische Notfälle und Katastrophenmanagement, Abteilung Queensland beim Wiederaufbau zu helfen. „Wir gewähren Spenden aus unseren öffentlichen Aufrufen an Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und bieten ein offenes Ohr und Unterstützung an“, sagt sie. „Wir geben den Menschen unmittelbare Hilfe und Hoffnung, damit sie Schritt für Schritt vorankommen können.“

Downloaddateien

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Als internationale Hilfsorganisation und evangelische Freikirche arbeitet die Heilsarmee in über 131 Ländern. Sie zählt etwa drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. Weltweit leistet die Heilsarmee eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in ihren Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 42 Gemeinden mit mehr als 1.300 Mitgliedern sowie 18 soziale Einrichtungen mit weiteren angegliederten Angeboten.

Die Heilsarmee ist für ihre umfangreiche soziale und karitative Arbeit auch auf Spenden angewiesen. Spendenkonto der Heilsarmee bei der Bank für Sozialwirtschaft: IBAN DE82 3702 0500 0004 0777 00. Die Heilsarmee ist Mitglied des Deutschen Spendenrates und trägt dessen Spendenzertifikat.