Die Einrichtungen des Sozialwerks der Heilsarmee

Das Männerheim im William-Booth-Zentrum der Heilsarmee in München ist ein niederschwelliges Wohnangebot für volljährige, wohnungslose, allein stehende Männer mit besonderen sozialen Schwierigkeiten.
Das Männerheim "William-Booth-Zentrum" der Heilsarmee in München

Wenn ein Mensch seinen Platz im Leben verliert, seine Zuversicht und seinen Glauben, dann braucht er würdevolle Unterstützung. In 18 Sozialeinrichtungen und weiteren 11 angegliederten Angeboten kümmert sich die Heilsarmee um Einzelne, die mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen haben. Beispielsweise bietet sie Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, Unterkunft und Beratung – in Kooperation mit lokalen Behörden.

Schicksal Wohnungslosigkeit

Wohnungslos zu sein ist immer ein schweres Schicksal. Bietet uns eine Wohnung doch neben dem notwendigen „Dach über dem Kopf“ auch Schutz, Sicherheit, Privatsphäre und eine Rückzugsmöglichkeit vom hektischen Alltag mit seinen Anforderungen. Im Winter kann dieses Schicksal gar zur akuten Lebensgefahr werden.

Das Angebot der Kommunen an Aufwärmmöglichkeiten in Tagesaufenthalten und Übernachtungsquartieren ist leider immer noch unzureichend. Oft wird gar kein Angebot vorgehalten oder nur Quartiere mit sehr großen Mehrbettzimmern, in denen Sicherheit und ein Mindestmaß an Privatsphäre nicht gewährleistet sind. Zudem wird der Aufenthalt in den Notübernachtungsquartieren häufig zeitlich befristet.

Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt

Nach wie vor gibt es in Deutschland keine offizielle Wohnungslosenstatistik. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), deren Mitglied die Heilsarmee ist, meldet jedoch einen drastischen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland. 2016 waren etwa 860.000 Menschen in Deutschland ohne eigene Wohnung, davon etwa 32.000 Kinder und minderjährige Jugendliche.

Auch die Zahl der Menschen, die „Platte machen“, die also ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, stieg seit 2014 um 33 % auf ca. 52.000 in 2016.

Wir kümmern uns

„Diese Tendenz erfüllt uns mit großer Besorgnis. Wir sehen unsere Aufgabe verstärkt darin, wohnungslosen Menschen zu helfen und der Entwicklung gegenzusteuern.“

Majorin Daniela Zurbrügg, Leiterin des Sozialwerks der Heilsarmee

Die Heilsarmee begegnet dieser Not deutschlandweit mit Übernachtungsmöglichkeiten, Wohnheimen, Wohnprojekten, Beratungsstellen und Tagestreffs in den Einrichtungen des Sozialwerks. Auch in unseren Gemeinden, den so genannten Korps, bieten wir wohnungslosen Menschen Hilfen in Form von Beratungen, warmen Mahlzeiten, Kleiderkammern und Gesprächsmöglichkeiten an und stellen im Winter Gemeindesäle als Notübernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Bitte helfen Sie!

Mit einer Spende können Sie unsere Einrichtungen und Projekte für wohnungslose und bedürftige Menschen unterstützen.

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Definition „Wohnungslos“

Wohnungslos ist, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt. Aktuell von Wohnungslosigkeit betroffen sind danach Personen,

im ordnungsrechtlichen Sektor

  • die aufgrund ordnungsrechtlicher Maßnahmen ohne Mietvertrag, d. h. lediglich mit Nutzungsverträgen in Wohnraum eingewiesen oder in Notunterkünften untergebracht werden

im sozialhilferechtlichen Sektor

  • die ohne Mietvertrag untergebracht sind, wobei die Kosten nach Sozialgesetzbuch XII und/oder SGB II übernommen werden
  • die sich in Heimen, Anstalten, Notübernachtungen, Asylen, Frauenhäusern aufhalten, weil keine Wohnung zur Verfügung steht
  • die als Selbstzahler in Billigpensionen leben
  • die bei Verwandten, Freunden und Bekannten vorübergehend unterkommen
  • die ohne jegliche Unterkunft sind, "Platte machen"

im Zuwanderersektor

  • Aussiedler, die noch keinen Mietwohnraum finden können und in Aussiedlerunterkünften untergebracht sind

    Anerkannte Asylbewerber in Notunterkünften zählen im Sinne der Definition zwar zu den Wohnungsnotfällen, werden aber bei den Wohnungslosenzahlen im engeren Sinne nicht berücksichtigt.

Da es in Deutschland keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung auf gesetzlicher Grundlage gibt, muss die BAG W Schätzungen für ihre Bewertungen vornehmen.

Quelle www.bagw.de

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