„Ich habe wieder Hoffnung“

Die Heilsarmee schenkte Arianna neuen Lebensmut.

Arianna N.* (35) ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Mit ihren beiden Töchtern Anna (10) und Victoria (15) und dem dreijährigen Sohn Matteo hat sie in diesem Jahr die Patchwork-Familienferienwoche in Plön besucht. Hier erzählt sie über ihr Leben und, wie die Heilsarmee ihr hilft.

Ich bin in Nürnberg groß geworden und hatte eine schwere Kindheit. Mein Vater kam als 18-Jähriger von Italien nach Deutschland und fand Arbeit in einer Maschinenfabrik. Leider begann er schwer zu trinken. Meine Mutter, die ebenfalls arbeitete, kümmerte sich nicht um mich.

Mit 16 Jahren verliebte ich mich in einen jungen Mann und zog von zu Hause aus. Wir bekamen zwei Kinder, Alice und Victoria, aber ich war sehr unglücklich. Er nahm Drogen und verprügelte mich. Als ich es nicht mehr aushielt, nahm ich meine Töchter und verließ ihn. Damals war ich 20 Jahre alt. Drei Jahre später verliebte ich mich in einen Deutschen. Er ist der Vater von Anna und Matteo. Ich glaubte, es würde mit uns gut gehen. Aber seine Familie war immer gegen mich und auch er hat nie richtig zu mir gestanden. Wir haben uns im Guten getrennt. Seit er seinen Job verloren hat, kann er mich nicht mehr unterstützen.

Für uns ist das Alleinsein nicht einfach. Doch ich versuche, mit den Kindern möglichst viel zu unternehmen. Aber vieles ist sehr teuer und oft bin ich auch zu müde und abgekämpft. Jeden Donnerstagnachmittag besuche ich das Eltern-Kind-Café der Heilsarmee in Nürnberg. Das ist wirklich sehr schön. Zuerst wird gebetet und dann sitze ich zusammen mit anderen Müttern bei Kaffee und Kuchen. Die Kinder spielen miteinander, singen, basteln und haben viel Spaß. Als ich hier von der Patchwork-Familienferienwoche erfuhr, habe ich mich mit meinen Kindern gleich angemeldet. Nur die Älteste konnte nicht mit, da sie gerade ein Praktikum als Kindergärtnerin macht.

Auftanken beim Patchwork-Programm

In der freien Natur können Kinder und Eltern von den Härten des Alltags entspannen.

Die Ferienwoche war einfach wunderbar für uns. Die Menschen waren so freundlich und hilfsbereit. Die Atmosphäre war ganz entspannt. Ich kam mir vor, wie in einer Familie. Victoria, die 15-Jährige, wollte erst gar nicht mitfahren und war dann völlig begeistert. Die vielen Wanderungen, der Besuch des Sealife-Aquariums, die Schnitzeljagd - jeden Tag war volles Programm. Die Jugendlichen haben sogar eine WhatsApp-Gruppe im Internet eingerichtet und sind heute noch täglich im Kontakt.

Für mich war der Tagesausflug an die Ostsee sehr erholsam. Mein kleiner Matteo hat Bronchitis und es tat ihm so gut, im Sand zu spielen und die frische Seeluft einzuatmen. Ich kann mir mit meinen Kindern sonst keinen Urlaub leisten. Daher wünsche ich mir sehr, noch einmal an einer Patchwork-Ferienwoche teilnehmen zu können.

Neue Hoffnung geschöpft

Ich hatte in meinem Leben viel Pech und zweifelte manchmal an Gott. Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass es mir irgendwann mal besser geht. Doch die Heilsarmee schenkte mir wieder Hoffnung und ich gewinne langsam meinen Glauben zurück. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Teilzeitarbeit. Mein Traum wäre es, mit Kindern zu arbeiten. Vielleicht kann ich als Tagesmutter irgendwo mithelfen.

*Alle Namen in diesem Artikel wurden von der Redaktion geändert.

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Eltern, Kinder und Mitarbeiter der Patchwork Familienwoche 2015

Väter und Mütter wie Arianna, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden, können beim Patchwork-Projekt endlich einmal fern vom Alltag neue Kraft tanken und eine schöne Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie tauschen hier Erfahrungen miteinander aus und holen sich Rat und Ermutigung von den Mitarbeitern. Viele werden auch danach noch von ihrer Heilsarmee-Gemeinde vor Ort unterstützt.

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