„Trocken-WGs“ in Nürnberg und Naumburg

Die „Haltestelle“ in Naumburg: Es ist immer jemand da.

Britta Morgner ist bei der Heilsarmee in Naumburg für die Sozialarbeit zuständig und lebt mit ihrem Mann und drei fast erwachsenen Kindern am Standort der „Haltestelle“. In dieser Einrichtung stehen fünf Plätze für alkoholkranke, abstinenzwillige und -fähige Männer in einer Wohngemeinschaft zur Verfügung.

Diese Männer, die zeitweise oder dauerhaft dort wohnen, sollen wieder lernen, ohne Alkohol zu leben, ihren Alltag zu meistern und soziale Kontakte zu knüpfen. Die familiäre Atmosphäre und überschaubare Größe der Einrichtung sowie die Tatsache, dass Britta Morgner jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht, helfen den Bewohnern sehr, sich wohlzufühlen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Auch die Beschäftigung in der angegliederten Holzwerkstatt und zahlreiche Angebote für eine gemeinsame Freizeitgestaltung, wie das Begegnungscafé und Gottesdienste der Heilsarmee, wirken sich positiv aus. Über ihre alltäglichen Probleme tauschen sich die Bewohner wöchentlich in der Selbsthilfegruppe aus. Britta Morgner ist mit Herz und Seele bei der Arbeit: „Es ist schön zu sehen, wie Menschen neue Wege finden, ihr Leben zu gestalten. Und es ist ein Vorrecht, dabei ein Begleiter sein zu dürfen.“

Die „Trocken-WG“ in Nürnberg: Gemeinsam Auswege finden

Sozialpädagoge Gerhard Auburger kümmert sich um die Bewohner der „Trocken-WG“.

Eine ähnliche Wohngruppe gibt es seit etwa 15 Jahren bei der Heilsarmee in Nürnberg. Auch hier arbeiten fünf Männer freiwillig daran, ganz und für immer vom Alkohol loszukommen. Das Leben in der Wohngruppe ist kein Zuckerschlecken. Hier wird das Thema „Sucht“ intensiv bearbeitet. Dazu gehören Gruppensitzungen, Präventionstraining und andere Therapieangebote. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Wandern, Schwimmen oder Kinobesuche fördern den Entwicklungsprozess der Abstinenzwilligen.

Die Bewohner der WG kochen selbst und sind gemeinsam für die Sauberkeit der Küche und ihres Sanitärbereichs verantwortlich. Dies ist ein wichtiger Baustein für das Wiedererlernen eines eigenständig geführten Alltags. Das Ziel der Einrichtung besteht darin, den Männern nicht nur dabei zu helfen, trocken zu werden, sondern auch dabei, irgendwann wieder selbstständig in einer eigenen Wohnung leben zu können und Arbeit zu finden. Selbstverständlich werden auch diejenigen, die aus der „Trocken-WG“ ausziehen, weiterhin begleitet, bis sich ihre Situation gefestigt hat.

Bitte unterstützen Sie unsere intensive Arbeit für Suchtkranke mit Ihrer Spende!

Ein Abend im Gespräch einer Selbsthilfegruppe kostet beispielsweise nicht mehr als 30 Euro und ist sehr wertvoll für die abstinenzwilligen Menschen und deren Umfeld. Außerdem sind, beispielsweise in Naumburg, Renovierungsarbeiten für die Küche und die Zimmer dringend nötig. Jeder Beitrag hilft. Wir danken Ihnen!

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