30 Jahre später – ein unerwartetes Gespräch!

Majorin Marie-Luise Schröder im Gespräch (Archivfoto)

Während der Unterhaltung mit einem der Bewohner, der die Grünrabatte im Innenhof der Leonhardstr. 19 pflegt, fallen mir zwei fremde Männer auf. Der eine zeigt mit seiner Hand auf die verschiedenen Gebäude im Innenhof. Allerdings kann ich das, was er erzählt nicht verstehen. Die Personen kommen näher, ich gehe auf sie zu und biete meine Hilfe an. Es entsteht ein Gespräch, dessen Verlauf mich wirklich erstaunen lässt.

„Ich bin vor dreißig Jahren als Bewohner hier gewesen“, erzählt der Mann. „Damals ging es mir sehr schlecht. Ich hatte keine Arbeit, keine Kontakte, kein Geld und es ging mir auch gesundheitlich nicht gut. Die Heilsarmee hat mich aufgenommen und durch diesen Aufenthalt wurde mein Leben wieder stabil. Ich konnte einen Job finden und bin dann auch ausgezogen in eine eigene Wohnung. Heute bin ich mit meinem Freund unterwegs und ich wollte ihm zeigen, wo man mir so gut und umfassend geholfen hat.“ Er zeigt auf das Logo meiner Strickjacke, die ich trage und sagt „Ihr und Gott habt mir geholfen! Heute bin ich in Rente und es geht mir gut. Dafür bin ich sehr dankbar!“

Er verabschiedet sich und verlässt den Hof, während er mit den Händen auf das eine und andere Gebäude zeigt. Ich gehe zum Haupthaus und erst später wird mir die Bedeutung des Gespräches bewusst. Und ich freue mich über die Güte Gottes und darüber, dass die Heilsarmee immer wieder ein Anker für Menschen in Not ist und in schwierigen Lebenslagen konkrete Hilfe und Unterstützung leisten kann. 

Marie-Luise Schröder
Einrichtungsleitung

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