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Männerwohnheim

Eine Sozialeinrichtung der Heilsarmee in Deutschland

Auszeichnung für herausragende Verdienste:

Majorin Margarete Schürmann erhält „Wiesbadener Lilie“

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Margarete Schürmann, Professor Martin Lutz, Siegfried Huhle, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr (von links nach rechts); Foto: wiesbaden.de/Oliver Hebel
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Margarete Schürmann, Professor Martin Lutz, Siegfried Huhle, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr (von links nach rechts); Foto: wiesbaden.de/Oliver Hebel

Am Montag, dem 6. September, erhielten Heilsarmee-Majorin Margarete Schürmann und zwei weitere verdiente Wiesbadener Bürger die „Wiesbadener Lilie“.

Die „Wiesbadener Lilie“ ist nun zum zweiten Mal an Personen für herausragende Verdienste zum Wohl der Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger vergeben worden. Voraussetzungen für die Auszeichnung sind der deutlich über ein übliches Maß hinausgehende Einsatz für soziale, kulturelle, sportliche, wirtschaftliche oder integrative Maßnahmen und ein Engagement über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Nachdem die Verleihung im letzten Jahr bedingt durch Corona ausfallen musste, wurden die Preisträger aus 2020 nun durch den Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und den Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr geehrt.

Im Gespräch mit Frau Schürmann verrät sie in aller Bescheidenheit, dass sie zwar schon mehrere Ehrungen für ihre Arbeit erhalten habe, ihre Sorge allein aber immer nur den Bewohnern des Wohnheims der Heilsarmee gegolten hat. Von der Auszeichnung mit der Wiesbadener Lilie habe sie sehr kurzfristig erfahren und sie vermutet, jemand habe sie für die Ehrung vorgeschlagen.

Die Laudatio auf Margarete Schürmann im Wortlaut

„Erst vor kurzem, Ende August, war Richard Brox, Autor des Buches "Kein Dach über dem Leben“, zu Gast in Wiesbaden. In diesem beeindruckenden Buch erzählt er seine Lebensgeschichte als Obdachloser, der 30 Jahre auf der Straße gelebt und überlebt hat. Ein ähnliches Schicksal teilen viele Menschen, auch in Wiesbaden. Eine, die in ganz großem Maße dafür gesorgt hat, dass diese Menschen mit ihrem Schicksal nicht allein gelassen werden ist Margarete Schürmann. In der kalten Jahreszeit ist Obdachlosigkeit immer wieder Thema in den Medien. Die betroffenen Menschen brauchen aber ganzjährig verlässliche Hilfsangebote. Dafür sorgte Frau Schürmann in unserer Stadt mit unermüdlichem Einsatz rund um die Uhr. Darüber hinaus war sie lange Jahre als Heilsarmee-Offizierin für Wohnsitzlose auch Seelsorgerin und Ansprechpartnerin bei allen Problemlagen. Das Leitbild der Heilsarmee, wonach jeder Mensch als Gottes Geschöpf die gleiche Würde und den gleichen Wert hat, hat Frau Schürmann ebenso in bewundernswerter Weise gelebt, wie die Grundwerte Nächstenliebe, Toleranz und Vergebung. Im Juni 2020 wurde sie im stolzen Alter von 90 Jahren in den „Un“-Ruhestand versetzt, denn sie ist nach wie vor für die Bewohner des Männerwohnheims der Heilsarmee in der Schwarzenbergstraße da. Auch den Bewohnerinnen des Frauen-Wohnheims der Heilsarmee hilft Margarete Schürmann, wenn es ihre Kräfte noch zulassen, spendet Trost und zeigt bewundernswerte Nächstenliebe. Menschliche Wärme und Hilfe für die sozial Ausgegrenzten unserer Gesellschaft waren ihr immer eine Herzensangelegenheit. Deshalb ist es uns heute eine Herzensangelegenheit Ihnen, liebe Frau Schürmann, für dieses höchst ehrenwerte Lebenswerk unsere Wiesbadener Lilie zu verleihen.“

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Oliver Hebel, Wiesbaden

„Es geht uns bei der Verleihung der Lilie darum, die Menschen zu ehren, die nicht nur rein ehrenamtlich, sondern im direkten Zusammenhang mit ihrem Beruf Herausragendes geleistet haben. Wir möchten mit der Lilie diejenigen auszeichnen, denen es über lange Jahre gelungen ist, Beruf und Ehrenamt auf besondere Weise zu verbinden. Denn es ist eben alles andere als selbstverständlich, dass man seinen Beruf wirklich als Berufung versteht und auch nach vielen Berufsjahren noch den gleichen unermüdlichen Einsatz zeigt“, sagte Oberbürgermeister Mende. „Wer eine Lilie überreicht, signalisiert große Hochachtung. Außerdem steht die Lilie nicht nur für Eleganz und Würde, sondern ist natürlich auch in besonderem Maß mit unserer Stadt verbunden. So wie diese drei Lilien auf unserem Wappen ist auch unsere Wiesbadener Lilie auf drei Auszeichnungen pro Jahr begrenzt“.

Die beiden weiteren Preisträger sind in diesem Jahr Siegfried Huhle und Professor Martin Lutz.

Siegfried Huhle, der Kreishandwerksmeister und langjährige Leiter eines Familienunternehmens mit 100 Mitarbeitern, erhielt die Auszeichnung für sein vielfaches soziales Engagement. Unter anderem regte er den Werkunterricht als Pflichtfach an verschiedenen Wiesbadener Schulen an, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Professor Martin Lutz war langjähriger Leiter des renommierten Konzertchors „Schiersteiner Kantorei“. Er rief eine Reihe von musikalischen Veranstaltungsreihen ins Leben, die im Bereich der klassischen Musik national und international einen auszeichneten Ruf genießen, und gab als Dozent seine Liebe zu Kirchenmusik und Barock-Klängen an viele seiner Schülerinnen und Schüler weiter.

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