Therapeutisch betreute Wohngemeinschaften für Frauen und Männer

Verbundwohnen nach §53 SGB XII

Das Angebot des Verbundes richtet sich an volljährige Frauen und Männer mit folgenden seelischen Behinderungen:

  • Chronische Alkoholabhängigkeit einschließlich Folgeerkrankungen
  • Chronische Alkoholabhängigkeit und psychische Erkrankungen (Mehrfachdiagnose), sofern die Alkoholabhängigkeit im Vordergrund steht.

Insgesamt stehen 40 Plätze für die Betreuung innerhalb des Verbundes zur Verfügung.

Die Betreuung erfolgt in Therapeutischen Wohngemeinschaften, allein oder zu zweit in einer Trägerwohnung oder in der bereits vorhandenen eigenen Wohnung.

Das Stützpunk-Büro befindet sich in der Hanauer Str. 63, 14197 Berlin.

Der Verbund stellt ein niedrigschwelliges ambulantes Angebot dar, das sich an der speziellen Problematik der chronisch kranken Alkoholiker orientiert. Im Sinne der regionalen psychiatrischen Versorgung richtet sich das Angebot an Personen aus dem Bezirk Charlottenburg/Wilmersdorf.

Wen nehmen wir auf ?

Wir nehmen chronisch kranke Alkoholiker auf, die wohnungslos sind oder in einer eigenen Wohnung leben und ein niedrigschwelliges Angebot der Eingliederungshilfe benötigen und annehmen möchten.

Aufgrund ihrer chronischen Abhängigkeit einschließlich Folgeerkrankungen leiden sie häufig an alkoholbedingten Organschäden sowie an Störungen psychiatrisch-neurologischer Art. Bei einer zusätzlichen psychischen Erkrankung können auch andere Verhaltensweisen auftreten (u.a. Aggression, Rückzug/Flucht).

In der Regel haben diese Personen eine beginnende Krankheitseinsicht. Zur Bewältigung alltäglicher Anforderungen (Selbstversorgung, Regelung der Behördenangelegenheiten, Tagesstrukturierung) benötigen sie Anleitung und Unterstützung.

Wie arbeiten wir?

Die Ziele sind weit unterhalb der sonst in psychiatrischen Facheinrichtungen üblichen Ansprüche anzusetzen. Das Angebot ist niedrigschwellig. Zentrale Ziele sind die Vermeidung von Verelendung, Verwahrlosung und Ausgrenzung sowie der Aufbau eines Vertrauens- und Betreuungsverhältnisses. Die Betroffenen sollen dort abgeholt werden, wo sie wirklich stehen. Während das oberste Ziel Abstinenz bleibt, besteht die therapeutische Unterstützung vor allem darin, ihnen bei der Formulierung realistischer und erreichbarer Ziele zu helfen. Die therapeutische Hilfestellung wird in folgenden Bereichen geleistet:

  • Selbstversorgung
  • Tagesgestaltung, Kontaktgestaltung, Teilnahme am öffentlichen Leben
  • Beschäftigung, Arbeit und Ausbildung.

Aufnahmeverfahren

Das Angebot des Verbundes ist bezirklich ausgerichtet. Die Betreuungsplätze werden ausschließlich über das Steuerungsgremium Psychiatrie an Personen aus Charlottenburg/Wilmersdorf vergeben. Dabei dient der Behandlungs- und Rehabilitationsplan als Grundlage. In begründetem Ausnahmefall kann im Steuerungsgremium über eine Aufnahme von Personen, die aus anderen Bezirken bzw. von außerhalb Berlins kommen, beraten werden. Ein Antrag auf Eingliederungshilfe wird bei dem zuständigen Kostenträger gestellt. Nach der Kostenzusage kann der Einzug erfolgen. Bei diesem Verfahren beraten und unterstützen die Mitarbeiter des Verbundes den Hilfesuchenden bzw. die abgebende Einrichtung.

Wen nehmen wir nicht auf?

  • akut Suizidgefährdete
  • Abhängige von harten Drogen
  • Personen mit einer Pflegebedürftigkeit, die eine ständige Anwesenheit vonPflegepersonal erfordert oder über die Möglichkeiten einer häuslichenKrankenpflege hinausgeht
  • Primär psychisch kranke Menschen mit akuten Psychosen und/oder einer schweren Persönlichkeitsstörung, die für das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft nicht tragbar sind
  • Menschen mit schweren geistigen und/oder körperlichen Behinderungen
  • Personen, bei denen eine bedürfnisgerechte Betreuung durch die zur Verfügung stehenden sächlichen und personellen Mittel nicht gewährleistet werden kann 

Personalstruktur

Die Leistungserbringung im Verbund erfolgt durch ein interdisziplinäres Mitarbeiterteam. Es umfasst folgende Berufsgruppen:

  • Sozialarbeiter / Sozialpädagogen
  • Heilerziehungspfleger
  • Pflegekräfte.

Eine Rufbereitschaft zu den Mitarbeitern der Therapeutischen Wohngemeinschaft (mit Nachtwache) sowie das dort befindliche Krisenzimmer kann im Bedarfsfall genutzt werden.

Gesetzliche Grundlage

Gesetzliche Grundlage für die Arbeit des Verbundes ist der §53 SGB XII in Verbindung mit dem Berliner Rahmenvertrag gemäß §79 SGB XII.