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„Auch jetzt noch!“

„Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat“ lautet der Titel eines vielbeachteten Romans von Re­nate Hagenlocher-Closius. Darin wird die Geschichte der Berliner Abiturientin Hanna erzählt, die sorglos und unbeschwert in einem wohlbehüteten Elternhaus aufwachsen kann. Doch ihre vertraute heile Welt gerät ins Wanken, als sie von dunklen Geheimnissen aus der Geschichte ihrer Familie erfahren muss. Durch dieses Erlebnis wird die bisherige unbeküm­merte Idylle ihres Lebens jäh zerstört, und sie fühlt sich von da an innerlich heimatlos.

„Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat“ – dieses Motto könnte auch die Überschrift für das Lebensgefühl sein, das viele Menschen in Deutschland nach der „Zeitenwende“ empfinden, in die uns die Ereignisse der letzten Monate und Jahre hineingeführt haben. Flüchtlingskrise und Pandemie, Klimakatastrophe und Krieg in Europa – das sind nur einige Schlagwörter für das Ende der Unbeschwertheit, das nicht wenigen unter uns zu schaffen macht.

Auch Christen sind davon nicht ausgenommen. So mancher mag angesichts der heraufziehen­den dunklen Wolken fragen: „Gilt das, was Gott uns versprochen hat, auch jetzt noch?“

Wer Gottes Wort zur Hand nimmt, kann entdecken, dass solche Fragen nicht neu sind. Die Menschen der Bibel sind immer wieder in Situationen hineingeraten, in denen sie von Gott erfahren woll­ten, ob seine früher gegebenen Zusagen und Verheißungen auch unter den neuen und verän­derten Be­dingungen noch Be­stand haben werden.

Es ist für uns sehr tröstlich, dass Gott alle diese Fragen ernst genommen und darauf Antwort gegeben hat. Und deshalb dürfen wir ganz sicher wissen:

Gottes Treue gilt auch jetzt noch: Das hat Hiob erfahren, als er trotz Leid und Krankheit an Gott festhielt und von ihm bekennen konnte: „Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Him­mel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe“ (Hiob 16,19).

Gottes Gnade gilt auch jetzt noch: Das haben die Bewohner von Juda erfahren, als Gott ihnen ein schweres Gericht durch eine bevorstehende Heuschreckenplage ankündigte und ihnen aber dennoch versicherte: „Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, kehrt um zu mir von gan­zem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe“ (Joel 2,12+13).

Gottes Hilfe gilt auch jetzt noch: Das durften die Israeliten erfahren, als sie den zerstörten Tempel in Jerusalem wiederaufbauen wollten und dabei mit großen Schwierigkeiten zu kämp­fen hatten. Gott ermutigte sie dabei mit den Worten: „Ich habe euch meine Hilfe zugesagt, als ihr aus Ägypten gezogen seid, und diese Zusage gilt auch jetzt noch. Mein Geist ist mitten unter euch, habt keine Angst!“ (Haggai 2,5).

Dieser Gott der Bibel ist auch heute immer noch derselbe. Er hat für uns stets ein offenes Ohr, wenn wir ihn um seine Treue, seine Gnade und seine Hilfe bitten. Er will uns immer wieder seine Nähe spüren lassen – und das gilt auch jetzt noch.

Ralf Achter

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