Cu vi parolas Esperanton? Sprechen Sie Esperanto?


von Christine Schollmeier


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Nachfolgender Text ist ein Auszug aus der Ausgabe 12/2014 des Heilsarmee-Magazins.

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Ich erinnere mich an einen Urlaub zu Pfingsten in meiner Heimatstadt London. Nach dem Gottesdienst in der Regent Hall der Heilsarmee liefen wir die Oxford Street hinunter zum Speakers‘ Corner (Ecke der Redner) im Hyde Park. Wie an jedem Sonntag versammelten sich dort viele – manchmal skurrile – Redner und noch mehr Touristen und Zwischenrufer.

Wir blieben stehen und hörten für ein paar Minuten mal hierhin, mal dorthin. Hängen geblieben bin ich dann bei einem Redner, der Werbung für Esperanto machte. Als Teenager hatte ich angefangen, diese Weltsprache zu erlernen, doch da ich nie jemanden traf, mit dem ich mich darin unterhalten konnte, war mein Interesse irgendwann erlahmt. „Nun sag‘ ihm doch etwas auf Esperanto!“, flüsterte mein Mann mir zu. Ich schüttelte den Kopf. Das meiste hatte ich wohl eh vergessen.

Nach seiner Rede über Weltfrieden, Wohlstand und die globale Verständigung durch eine Weltsprache redete der Mann uns an. Wir waren in voller Heilsarmeemontur und er bot uns seine „Holzkiste“ an, während er selbst Teepause machte. Offenbar glaubte er, dass wir gern auch eine Rede halten wollten. Doch dankend lehnten wir ab. Es war ja schließlich unser Urlaub! Und dann sagte der Redner ganz beiläufig und vertrauensvoll: „Ich spreche natürlich kein Esperanto. Bin Schauspieler ohne Engagement, und die Esperanto-Gesellschaft bezahlt mich dafür, für sie hier Werbung zu machen.“ Ich war sprachlos. Hätte ich mich getraut, „Cu vi parolas Esperanton?“ zu rufen, dann wäre er als Schauspieler enttarnt gewesen.

Das Wunder von Pfingsten
Die Bibel berichtet zu Beginn der Apostelgeschichte auch von einer großen Menge ausländischer Touristen, die zum Pfingstfest nach Jerusalem gekommen waren. Nachdem der Geist Gottes die Jünger Jesu erfüllt und ihnen neue Kraft und Zuversicht gegeben hatte, gingen sie im wahrsten Sinne des Wortes begeistert auf die Straße.

Sie begannen, die großen Taten Gottes zu loben. Allerdings: Sie brauchten dafür kein Esperanto, um verstanden zu werden! Denn wie durch ein Wunder hörte jeder Zuhörer die Worte der Jünger in seiner Muttersprache Die ersten Christen – Handwerker, Fischer – sprachen auf einmal fließend Fremdsprachen. Arabisch, Latein, Persisch. Und ihre Botschaft war so wichtig, dass der Geist Gottes selbst für optimale Verständigung sorgte.

Apropos: Nichts gegen Fremdsprachenkenntnisse. Aber Gottes Geist spricht zu mir in meiner Sprache. Und wenn ich im Gebet einfach keine Worte finde, übersetzt er mein Stammeln und Schluchzen in Gottes Sprache. Wie redet Gott zu Ihnen?

  

Christine Schollmeier

 

 

Das Pfingstwunder (Apostelgeschichte 1,1-21)

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen!Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage;sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5):

Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt.

Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.

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