Der Klang von Weihnachten


von Alfred Preuß


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Wir alle haben unterschiedliche Erinnerungen an Weihnachten. Der Heilige Abend ist oft der Familie gewidmet und hat getreu dem Motto „Alle Jahre wieder" seine Rituale, die sich Jahr für Jahr wiederholen. Der Gang zum Gottesdienst gehört zum Weihnachtsfest. Manche lieben ein bestimmtes Essen, andere mögen die Abwechslung.

Bei uns werden die Geschenke nach und nach ausgepackt und es dauert seine Zeit, bis jeder dran war und alle Geschenke bestaunt worden sind. Vor dem Auspacken ist allerdings erst einmal das Lesen der biblischen Weihnachtsgeschichte dran. Einige Weihnachtslieder werden gesungen und wir beten miteinander. Dass Gott als Mensch geboren wurde, ist für uns ein erstaunliches Wunder.

In unserem Dorf kommt noch eine Tradition hinzu, die uns viele Jahre sehr erfreut hat: Über unser Dorf zieht sich ein Hang, der an unserem Grundstück entlangführt. Am Heiligen Abend macht sich ein kleiner Posaunenchor mit Taschenlampen auf den Weg, um direkt dort Weihnachtslieder zu spielen und dem Dorf eine gesegnete Weihnacht zu wünschen. So gegen 22 Uhr verstummt das Treiben in unserem Wohnzimmer, meistens treten wir dann auf den Balkon und lauschen den Klängen. Dieses „Konzert" war immer etwas Besonderes und kam „alle Jahre wieder".

Es liegt nun schon ein paar Jahre zurück, da schauten wir am Heiligen Abend plötzlich auf die Uhr und stellten fest: Die Bläser waren gar nicht gekommen! Wir hatten sie nicht gehört. Was war los? Es dauerte einige Zeit, bis wir bemerkten, dass unsere neuen Fenster schuld waren. Wir hatten im Laufe des Jahres Fenster mit Doppelverglasung einbauen lassen und waren wirklich froh darüber. Die alten Fenster waren undicht geworden und hatten mit ihrer Einfachverglasung der Kälte Tür und Tor geöffnet. Nun blieb die Kälte draußen und mit ihr auch die weihnachtlichen Klänge. Wir hatten den Posaunenchor einfach nicht gehört!

Wenn ich an Weihnachten denke und was in unserem Land daraus geworden ist, mache ich mir so meine Gedanken. Mir scheint es, dass viele Menschen einfach „dicht" gemacht haben. „Weihnachtliches" kommt vor in ihrem Leben, da mag es um Konsum gehen, festliche Kleidung, leckeres Essen, Besuche der Verwandten, einen Bummel über den Weihnachtsmarkt und vieles mehr. Aber dringt der Klang von Weihnachten noch zu ihnen durch?

Wir werden von Lautsprechern in den Kaufhäusern berieselt. Die CDs mit den Weihnachtsliedern laufen im Hintergrund, aber die Botschaft kommt nicht bei uns an. Wir feiern Weihnachten und sollten an die Geburt Jesu denken, haben aber „dicht gemacht" für die Botschaft des Engels, der ausrief: „Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der lang ersehnte Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr", Lukas 2,11.

So wie unsere Fenster zu dicht sind für die weihnachtlichen Klänge, die von außen kamen, so sind viele Herzen zu dicht für das Wort Gottes, die Botschaft von der Menschwerdung Jesu. Zu Weihnachten geht es eben nicht nur um das große Fest der Christenheit, um die schönen Feiern und die tollen Geschenke. Weihnachten heißt: Gott ist zu uns gekommen, er hat sich auf den Weg gemacht, um uns von Schuld und Sünde zu erlösen. So singen wir in einem der bekanntesten Weihnachtslieder:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!
 
Haben wir dicht gemacht für diese Botschaft? Es kann nur richtig Weihnachten werden, wenn wir das tun, was in Psalm 24,7 steht: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!"
 
Alfred Preuß

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