Die Lasten des Lebens


von Redaktion der Heilsarmee


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Als mein erwachsener Sohn Jon in der Einfahrt unseres Sommerhauses parkte, stockte uns bei diesem Anblick der Atem: Ein hoher Baum lehnte gegen das Blockhaus, seine blätterbeladenen Zweige ruhten auf dem Dach. „Hoffentlich ist kein Loch im Dach“, sagte mein Sohn. „Ich hole die Leiter und die Kettensäge. Wie es da oben aussieht, weiß ich erst, wenn ich die Äste abgesägt habe.“

Glücklicherweise war das Dach nicht beschädigt. Eine Stunde später hatte Jon Teile der Äste abgesägt. Dann entfernte Jon teilweise auch die unteren Zweige und arbeitete sich weiter in Richtung Stamm. Er bat mich zurückzutreten. „Manchmal erleichtert das Wegschneiden der Äste den Baum so sehr, dass er zurückschnellt. Und dieser Baum hatte durch seine starken und schweren Äste viel Übergewicht auf der einen Seite.“

Minuten später schnellte der Baumstamm zurück an seinen Platz und die Wurzeln senkten sich wieder in die Erde. Der drei Meter hohe Stumpf stand aufrecht, als wäre er nie zur Seite gekippt!

Etwas zurückschneiden
Der Baum erinnerte mich daran, wie viele von uns unter den Stürmen des Lebens leiden. Entmutigung, Stress, Krankheit, Trauer, Geldmangel und andere Probleme drücken uns manchmal nieder und können zu Depressionen führen. In diesen Zeiten kann etwas Zurückschneiden helfen, um uns von Sorgen und Ängsten zu entlasten.

Vielleicht kennen Sie das, wenn Sie nach einem Arbeitstag das Tempo drosseln und sich entspannen. Die Arbeit, die mühsame Aufgaben mit sich brachte und Konzentration erforderte, mag stressig gewesen sein. Doch ein Tempowechsel, die Beschäftigung mit einem kleinen Projekt oder das Entdecken einer neuen Herangehensweise an eine schwierige Aufgabe können die tägliche Anspannung erleichtern.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie die Lasten der Arbeit leichter werden, wenn man nach einem stressigen Tag den struppigen Rasen mäht oder das schmutzige Auto wäscht? Der ordentliche Rasen und das glänzende Auto sind ein befriedigender Anblick, der uns guttut.

Auch Musik und Literatur lindern die Anspannung. Ein besonderes Lied oder Buch bietet eine Pause und hebt die Stimmung. Mein Mann und ich unternahmen zum Entspannen nach einem anstrengenden Tag oft einen Spaziergang in der Nachbarschaft. So wich der Stress bald einer neuen Gelassenheit.

Als eine gute Freundin von mir krank wurde, schrieb ich ihr einen Brief, in dem ich ihr alles Gute wünschte und versprach, für ihre rasche Genesung zu beten. Das Schreiben linderte meine Sorge um sie und munterte sie gleichzeitig auf.

Einmal war ich sehr beunruhigt, als ich mir gerade ein neues Kleid für die Hochzeit einer Freundin gekauft hatte und anschließend die Stromrechnung bekam. Sie war höher als sonst, also gab ich das Kleid zurück und nahm für den Anlass eines aus meinem Schrank. Sofort ließen die Geldsorgen nach.

Neue Wurzeln
Vor einigen Jahren begann ich morgens früher als gewöhnlich aufzustehen, um zu beten. Meist saß ich dabei am Fenster und sah den Vögeln zu, die in den grünen Bäumen hin- und herflatterten. Diese heitere Szene half mir, den Tag in Frieden zu beginnen und Gott für seine Segnungen zu danken.

Wie bei dem Baumstamm, der an seinen Platz zurück schnellte, können unsere Sorgen auf verschiedene Weisen gelindert werden. Wir können Erleichterung von emotionalen Lasten finden, indem wir unsere Wurzeln tief in den belebenden Grund der Stille pflanzen.

Der amerikanische Wissenschaftler, Erfinder und Staatsmann Benjamin Franklin (1706-1790) sagte einmal: „Nutze die Zeit gut, wenn du Muße gewinnen willst.“

Philipper 4,13 erinnert uns daran, uns auf Gottes Kraft zu verlassen: „Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt.“

Audrey Carli
The War Cry USA

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