Durch ein Nadelöhr


von Philippa Smale


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„Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt", Lukas 18,25.

Als Bob Diamond, Konzernchef der Barclays Bank, Anfang 2011 vor dem Finanz-Untersuchungsausschuss stand, um über Boni für Banker Auskunft zu geben, erwartete er wahrscheinlich nicht, eine Frage direkt aus der Bibel gestellt zu bekommen. Der Labour-Abgeordnete John Mann fragte ihn: „Warum ist es leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, ins Reich Gottes zu kommen?" Mr. Diamond schien überfragt. Er grinste verlegen, schaute sich um und fragte: „Haben Sie eine andere Frage?" Mr. Mann hatte einen Satz zitiert, den Jesus zum Thema Menschen und Reichtum sagte.

„Jesus wurde von einem angesehenen und reichen Mann gefragt: ‚Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?'", Lukas 18,18. Zunächst nannte Jesus die Zehn Gebote – von denen der Mann sagte, dass er sie von Kindheit an gehalten habe. Dann sprach Jesus direkt den Kern der Sache an: „‚Aber etwas fehlt dir noch', sagte Jesus. ‚Verkauf alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen. Damit wirst du im Himmel einen Reichtum gewinnen, der niemals verloren geht. Und dann komm und folge mir nach!'", Lukas 18,22.

Jesus wusste, dass das ganze Leben dieses Mannes auf seinen Besitz ausgerichtet war und nicht darauf, Gott zu dienen. Jesus wollte damit nicht sagen, dass es falsch wäre, reich zu sein – oder reich sein zu wollen. Problematisch wird es dann, wenn Menschen den Reichtum und nicht Gott zum Mittelpunkt ihres Lebens machen.

Es ist, so sagte Jesus, leichter für ein Kamel durch ein Nadelöhr zu gehen, als für jemanden, der den Besitz verehrt, ins Reich Gottes zu kommen.

Manche Gelehrten meinen, dass das aramäische Wort für „Kamel" gleich geschrieben wird wie das Wort für „Seil". Doch welches Wort Jesus auch meinte, die Bedeutung ist dieselbe. Ohne radikale Veränderung werden diejenigen, die ihr Leben damit verbringen, das Prestige, den Respekt und das Hochgefühl zu suchen, die der Reichtum bieten kann – diejenigen, die das Geld zu ihrem Gott machen – im Angesicht der Ewigkeit mit leeren Händen dastehen.

Philippa Smale

 

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