Falsch ausgezeichnet?


von Frank Honsberg


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Nachfolgender Text ist ein Auszug aus der Ausgabe 13/2014 des Heilsarmee-Magazins.

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Wenn ich ein neues Kleidungsstück kaufe, dann greife ich meist zuerst zu einem Teil, das besonders teuer ist. Weil ich es mir aber nicht leisten kann, hänge ich es dann wieder an seinen Ort. Naja, ich habe halt einen guten Geschmack und scheinbar einen Blick für gute Qualität. Doch kommt es dann vor, dass ich verwirrt bin über eine besonders günstige Preisangabe bei solch einem Stück. „Haben die sich vertan? Kann ich ein Schnäppchen machen?“, schießt es mir dann durch den Kopf. „Ist das Teil vielleicht doch minderwertig?“

So schnell lassen wir uns tatsächlich verunsichern und zweifeln am Wert wirklich wertvoller Dinge. Es ist wie mit dem Etikett, mit dem der eine oder andere Mensch herumläuft, auf dem steht: „Du machst immer alles falsch!“, „Aus die wird nie was!“ oder „Das schaffst du sowieso nicht!“ Seien es der eigene Vater in der Kindheit, der Chef oder die Gesellschaft: Solche Etiketten sind schnell verteilt – und kleben durchaus extrem gut. Auf Dauer wirken sie wie ein Hormonpflaster in uns hinein.

Hier beginnt die Sache mit dem Glauben.

Glaube ich nämlich solchen Sätzen, hat das möglicherweise gravierende Auswirkungen auf mein Selbstvertrauen. So paradox es klingt: Ein mangelndes Selbstwertgefühl könnte sogar zu Überheblichkeit und Gewalt führen. Es zerstört uns – und andere. Als Jesus auf unserer Erde unterwegs war, lernte er auch immer wieder Menschen mit einem „Etikett“ kennen. Doch er glaubte nicht irgendwelchen Etiketten, selbst wenn ihre Träger sie schon verstoffwechselt hatten. Jesus vertraute lieber auf das Wort seines himmlischen Vaters, der die Menschen erschaffen und mit einem Gütesiegel versehen hat. Über die Erschaffung des Menschen heißt es in der Bibel: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31) – oder mit anderen Worten ausgedrückt: Ausgezeichnet!

Wir verbinden Auszeichnungen mit besonderen Leistungen in Schule oder Beruf. Doch Gott macht sein Urteil über uns nicht davon abhängig. In seinen Augen sind wir wunderbar. Von Anfang an und bis zum Ende. Der Künstler und König David beschreibt es 1000 Jahre vor Christus so:

"Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke.“ (Psalm 139,13f)

Egal, mit welchem Etikett Sie versehen wurden: Jesus sieht Ihren darunterliegenden, wahren Wert. An Jesus glauben heißt, anzufangen, seine Sicht über uns zu teilen. Vielleicht wollen Sie heute damit beginnen?

  

Frank Honsberg

 

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