Gedanken zum elften Glaubensartikel der Heilsarmee


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Der elfte Glaubensartikel:

„Wir glauben an die Unsterblichkeit der Seele (Ewigkeitsbestimmung des Menschen), an die Auferstehung des Leibes, an das Jüngste Gericht am Ende der Welt, an die ewige Glückseligkeit der Gerechten und an die ewige Strafe der Gottlosen.“

Im elften Glaubensartikel wird die Frage der Menschheit beantwortet: Wo komme ich her, wozu bin ich da, wo gehe ich hin?

Der Artikel spricht von der Ewigkeitsbestimmung des Menschen. Schon in den biblischen Berichten von den ersten Menschen erfahren wir, dass Gott den Menschen zum ewigen Leben mit ihm bestimmt hat. Adam und Eva wählen allerdings nicht den Baum des Lebens, sondern den Baum der Erkenntnis, der ihnen dann die „Erkenntnis“ über sich selbst beschert. Als sündige Menschen dürfen sie nicht vom Baum des Lebens essen, um nicht ewig im Paradies als Sünder zu leben. Wie in den vorhergehenden Artikeln ausgeführt, kommt Gottes Rettungsplan für alle Menschen zum Zuge, der durch das Leiden, Sterben und die Auferstehung Christi von den Toten alle Menschen, die das im Glauben für sich anerkennen, mit Gott versöhnt. Diese Versöhnung ist nicht zeitlich begrenzt, sondern gilt für die Ewigkeit.

Schauen wir uns die Aussagen des elften Glaubensartikels im Einzelnen an:

Die Unsterblichkeit der Seele

Diese Aussage bedarf der Klärung. Wir alle haben es schon mit dem Tod eines Menschen zu tun gehabt und wissen um die Sterblichkeit und Endlichkeit der Menschheit. Dennoch können wir sagen, dass mit dem Tod eines Menschen nicht alles aus ist. Der Leib vergeht, aber wir dürfen mit der Auferstehung des Leibes rechnen und das nicht in einer nebulösen Weise, sondern ganz konkret als die Person, die wir sind und die wir waren. Somit können wir als sterbliche Menschen mit der Auferstehung rechnen und werden als individuelle Person ewig leben.

Die Auferstehung des Leibes

Hier haben wir einen konkreten Ansatz: Jesus Christus ist der Erste der Auferstandenen. Es gab schon immer die Frage, ob die Auferstehung Jesu von den Toten historisch ist, sie ist auf jeden Fall eine Tatsache, die besser bezeugt ist als viele andere Ereignisse der Antike, die heute niemand anzweifelt, obwohl sie kaum historisch belegbar sind. Die Auferstehung Jesu hingegen wird auch in einigen außerbiblischen Schriften beschrieben. Wir können uns an Paulus halten, der im 1. Korintherbrief in Kapitel 15 die neutestamentliche Theologie der Auferstehung erklärt. Hier ein Auszug (Verse 16-19): „Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

Das Jüngste Gericht am Ende der Welt

„Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht ...“ Hebräer 9,27

Die Gerichtsszenarien haben Menschen aller Zeitalter beschäftigt. Die Vorstellung, vor einen göttlichen Richter treten zu müssen, wird vielen unangenehm sein. Wie wird es sein, wenn alle Szenen meines Lebens vor mir ablaufen wie ein Film? Wie wäre es mit einem Freispruch? Wie wäre es, wenn der höchstrichterliche Spruch lautet:

„Im Namen Gottes: Du bist frei!“ Jesus sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen“
Johannes 5,24

Wer an Jesus Christus glaubt, hat das neue Leben, das über das Diesseits hinaus bis ins jenseitige Leben reicht.

Die ewige Glückseligkeit der Gerechten und die ewige Strafe der Gottlosen

Den ersten Abschnitt aus obiger Überschrift möchten wir alle gerne hören, von der ewigen Strafe der Gottlosen würden wir am liebsten schweigen. Leider geht das nicht. In den Aussagen der Bibel zum Thema ewige Verlorenheit liegt ein tiefer Ernst. Wir können und dürfen diese Aussagen nicht ausklammern nur, weil sie uns unangenehm sind. Das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus Christus, beinhaltet das Angebot des ewigen Lebens, aber auch die Konsequenz, die alle trifft, die das Heil ablehnen.

Dennoch bleibt zum Schluss:

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen“, 1.Timotheus 2,4 (Hfa).

 

Die Lehren der Heilsarmee

Major Alfred Preuß hat sich als Dozent und Redakteur intensiv mit den Glaubensartikeln der Heilsarmee befasst. Aus seiner Feder stammt die Broschüre „Wir glauben … Gedanken zu den 11 Glaubensartikeln“. Die ausführliche Darlegung der Glaubensartikel wurde unter seiner Redaktion im „Handbuch der Lehren“ veröffentlicht. Seine Ausführungen haben wir nun in dieser Online-Serie auch für Sie zugänglich gemacht.

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