Gedanken zum zweiten Glaubensartikel der Heilsarmee


von Alfred Preuß


0 Kommentare

Die Lehren der Heilsarmee

In dieser Serie veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge, die sich mit den elf Glaubensartikeln, dem Glaubensbekenntnis der Heilsarmee beschäftigen, sie erklären und erläutern.

Der zweite Glaubensartikel

„Wir glauben, dass es nur einen Gott gibt, unendlich vollkommen, Schöpfer, Erhalter und Regierer aller Dinge, und dass ihm allein Anbetung gebührt.“

Wer ist Gott und wie können wir ihn kennenlernen?

Die folgende Geschichte erzählt man sich von einem der klügsten Köpfe der Kirchengeschichte: Augustinus der Intellektuelle, Doktor der Rhetorik, Bischof in Nordafrika. Er ging an einem Abend in der schwindenden Abendsonne am Meer entlang, tief in Gedanken. Da sah er einen kleinen Jungen. Er hockte am Strand, das niedrige Wasser umspielte seine Füße und er schöpfte mit einer Muschel Wasser. Geduldig schaufelte er mit seiner kleinen Muschel nach und nach ein bisschen Wasser in den warmen Sand. „Was tust du da?“, fragte Augustinus den Knaben. „Ich schöpfe das Meer aus“, sagte der Kleine. Ja, so ist das, dachte Augustinus, so ist das, wenn ein Mensch mit seinem Verstand Gott erfassen will, das ist wie der Versuch, mit einer Muschel das Meer auszuschöpfen ...

Wer ist Gott? Wie kann ich ihn erfassen und begreifen? Erfahren? Gibt es einen Weg, ihn zu finden?

Viele Menschen sprechen von Gott, dem Schöpfer, und damit treffen sie einen wesentlichen Aspekt. Tatsächlich ist Gott der Schöpfer, und damit unabhängig von der Schöpfung (den Elementen, aus denen sich Erde und Universum zusammensetzen) und von den Geschöpfen (vor allem dem Menschen).

Er schuf also uns Menschen als ein Gegenüber, dem er seine Liebe schenken kann.

Als Schöpfer hat er eine Absicht für seine Schöpfung und seine Geschöpfe. Er hat ein Ziel. Wenn Gott seinen Plan mit der Schöpfung hatte und hat, stellt sich uns die Frage: Wozu dient das Leben, was ist das Ziel des Lebens? Die Antwort gibt uns Gott, er sagt in der Schöpfungsgeschichte: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.“ Er schuf also uns Menschen als ein Gegenüber, dem er seine Liebe schenken kann.

Andere möchten Gott mit einem eigenen Namen belegen. Mancher sagt: Ich glaube an ein höheres Wesen, aber ich muss es ja nicht Gott nennen. Andere sagen: Mit Gott habe ich kein Problem, aber muss es immer um Jesus Christus gehen? Daher müssen wir, wenn wir von Gott sprechen, deutlich machen, von welchem Gott wir reden.

Ich bin euer Gott, der für euch da ist.

Wie hat Gott sich vorgestellt? Mose wollte wissen, wie Gott heißt. Er fragte Gott: „‚Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage, dass der Gott ihrer Vorfahren mich zu ihnen gesandt hat, werden sie mich nach seinem Namen fragen. Was sage ich dann?’ Gott antwortete: ‚Ich bin euer Gott, der für euch da ist. Darum sag den Israeliten: ‚Ich bin für euch da’ hat mich zu euch gesandt. [Wörtlich: Ich bin, der ich bin.] Ja, der Herr hat mich geschickt, der Gott eurer Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. - Denn das ist mein Name für alle Zeiten. Alle kommenden Generationen sollen mich mit diesem Namen anreden, wenn sie zu mir beten.’“, 2. Mose 3,13-15.

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.

Zu dieser Offenbarung Gottes aus dem Alten Testament kommt die Menschwerdung Jesu Christi als die letzte Offenbarung Gottes für alle Menschen. „Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name“, Hebräer 1,1-4. Unser Gottesbild orientiert sich also an Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

Gott ist allgegenwärtig, er ist allwissend und er ist allmächtig.

Welche Eigenschaften hat Gott? Gott ist Geist, er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit (ewig), er ist allgegenwärtig, er ist allwissend und er ist allmächtig. Während diese Wesensmerkmale nur auf Gott zutreffen, gibt es viele Eigenschaften, die er mit uns teilen möchte: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut.

Gott, der einzig Anbetungswürdige

Die Bibel macht die einzigartige Stellung Gottes deutlich. Er allein ist Herr, und nur er soll von den Menschen angebetet werden. Die Anbetung bezieht sich auf Gott, nicht auf seine Geschöpfe, Diener oder Werke. Die Anbetung ist eine Haltung, die das ganze Leben umfasst. Sie schließt die Ehrfurcht vor Gott und seinem Wesen, die Anerkennung seiner Macht, den Gehorsam ihm gegenüber und die Dankbarkeit für seine Gnade und Liebe ein.

Es geht nicht in erster Linie darum, Gott anzubeten für das, was er für uns tut. Er soll um seiner selbst willen angebetet werden.

„Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“
Johannes 4,24.

Zurück

Kommentare