Bildquelle: pixabay.com

Muttertrost


von Anni Lindner


0 Kommentare

Nachfolgender Text ist ein Auszug aus der Ausgabe 1/2016 des Heilsarmee-Magazins.

Unter folgendem Link erfahren Sie, wie Sie das Heilsarmee-Magazin bestellen können:

www.heilsarmee.de/magazin

Ich rieche gut. Am allerbesten von allen Menschen. Ich bin wunderbar kuschelig. So kuschelig, dass es sich lohnt, dafür um zwei Uhr morgens aufzustehen und es auszuprobieren. Und ich habe die schönste Stimme auf der ganzen Welt. Mehr als sieben Milliarden Menschen mögen anderer Meinung sein – aber für sechs ist das die Wahrheit.

Diese sechs Menschen kommen zu mir, wenn sie sich wehgetan haben, schlecht träumen, sich streiten oder die erhoffte gute Zensur in Mathe sich als Fünf entpuppt hat. „Meine Mama ist sehr gut im Trösten!“, versicherte einer der sechs vor Kurzem einer Freundin, die gerade eine beunruhigende Nachricht erhalten hatte. Ja, Trösten ist eine der Basis-Fähigkeiten, über die wir Mütter verfügen.

Dazu gehört, dass ich meine Kinder ernst nehme, weil ich sie ganz doll liebe. Uns Erwachsenen erscheinen die Sorgen der Kinder manchmal unwichtig. Dabei kann ein Aufkleber, der sich vom geliebten Matchboxauto löst, für einen Dreijährigen schon wirklich dramatisch sein. Und vermeintliches Versagen in der Schule fühlt sich für Zehnjährige ähnlich schlimm an wie für Erwachsene ein Rüffel vom Chef.

Der andere, wichtige Teil des Mutter-Trostes liegt in der Lebenserfahrung. Meine Mutti pflegte zu sagen: „Mach dir nichts daraus. Das wird nicht das Schlimmste sein, was dir im Leben passiert.“ So richtig glücklich hat mich die Aussicht auf noch Schlimmeres in der jeweiligen Situation zwar nicht gemacht, aber eines hat mich dieser Satz gelehrt: unschöne Dinge in einem größeren Rahmen zu sehen.

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“,

das verspricht Gott den Menschen, die ihm vertrauen (in der Bibel, im Buch Jesaja, Kapitel 66, Vers 13). Wie eine Mutter – immer ansprechbar, einfühlsam, die kleinen Sorgen ernst nehmend und den großen mit viel Erfahrung begegnend.

Ich bin eine Mutter: für meine Kinder kuschelig und tröstend in fast jeder Lebenslage. Den Trost, den ich selber brauche, finde ich bei Gott. Bei Gott, der die ultimative Lebenserfahrung hat und die Quelle der Liebe ist.

 

Anni Lindner ist Heilsarmee-Offizierin
und lebt mit ihrem Mann und
ihren sechs Kindern in Berlin.

 

 

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben