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Punkte verbinden


von Redaktion


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Nachfolgender Text ist ein Auszug aus der Ausgabe 9/2017 des Heilsarmee-Magazins.

 

Es gibt etwas in der menschlichen Natur, das uns dafür begeistert, Schätze zu finden. Als Kinder legten mein Bruder, meine Schwester und ich ein paar Spielzeug-Schätze in eine Kiste und versteckten sie. Wenige Stunden später folgten wir der Schatzkarte und „fanden“ sie! 

Dieses erregende Gefühl, einen wertvollen Schatz zu finden, geht auch nicht verloren, wenn wir erwachsen werden. Man denke nur an all die verschiedenen Fernsehproduktionen, in denen Leute auf Flohmärkten nach Schnäppchen suchen oder ihre Erbstücke zur Antiquitäten-Roadshow bringen. Offenbar liegt ein besonderer Reiz darin, positiv überrascht zu werden. Die denkwürdigsten Entdeckungen gibt es dann, wenn eine Reihe von historischen Hinweisen und Familiendramen ein Stück seine eigene Geschichte erzählen lassen. Man könnte sagen, es gibt ein Zeugnis. 

Jesus gebrauchte Hinweise aus der Vergangenheit und Gegenwart, um uns neugierig darauf zu machen, wer er war. Er nutzte auch das Gefühl der Schatzsuche, indem er das Leben im Himmel auf Erden mit einem Schatz oder einer Perle verglich, die jemand gefunden hat und für die er „alles“ gibt, um sie zu bekommen (Matthäus 13,44-46). Er sprach über die überschwängliche Freude und das Fest, wenn die verlorenen Kinder Gottes gefunden werden. Zudem ist mir aufgefallen, dass er sich und die Wunder, die er tut, als Hinweise bezeichnet, als Zeugnisse einer größeren Offenbarung. Was er sagt und tut (auf den Höhepunkt in seinem Tod und seiner Auferstehung hin), ist, wie wenn man Punkte von 1 bis 100 mit einer Linie verbindet und sich schließlich ein Bild ergibt. 

Das Verbinden der Punkte beginnt nicht erst bei Jesus und seinen Zeichen. Im Leben und in den Taten des Mannes aus Nazareth setzt sich Gottes treue Liebe fort. Jesus vervollständigt das Bild, zu dem Abraham, König David, die Propheten und viele andere gehören. In seinen ständigen Auseinandersetzungen mit den Anführern der Juden versucht er sie zu überzeugen, dass die Schriften und die Propheten auf ihn hinweisen. Jesus vergibt die Sünden des Gelähmten, der durch das Dach heruntergelassen wird, und heilt ihn obendrein auch noch, um zu zeigen, dass Gott auf die Erde gekommen ist und uns einen Neubeginn anbietet. 

Er heilt einen jungen Mann, der von Geburt an blind war. Das Wunder ist offensichtlich, doch selbst seine Eltern haben Angst zuzugeben, dass dies bezeugt: Gott ist durch Jesus am Werk. Sie und ich können auf verschiedene Art Zeugnis geben. Von einem konkreten Erlebnis in der letzten Zeit bis hin zum Moment unserer „Wiedergeburt“. Zudem bezeugen wir unsere Werte und unser Vertrauen auf Jesus durch unseren Lebensstil. Allerdings möchte ich hier zwei Dinge unterstreichen. 

1. Unser Leben mit Jesus ist eine unaufhörliche Reise, auf der wir immer wieder neue Schätze entdecken. Punkt zwei unserer Vision 2030 unterstreicht das: In Jesus wachsen. Ich ermutige Sie, auf dem Weg zu bleiben und weiter Gottes Reich hier auf der Erde zu entdecken, sodass Sie gerne alles aufgeben, was Sie davon abhält, mit Jesus unterwegs zu sein. 

2. Lassen Sie zu, dass sich in Ihrem Leben die „Punkte verbinden”. Vielleicht sieht ein Tag wie der andere aus, und was Sie praktisch tun, erscheint Ihnen womöglich nicht viel, doch alles zusammen gibt Zeugnis davon, wem Sie dienen.

 

Kommandeurin Marie Willermark
Leiterin der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
(Juli 2016 bis Juni 2019)

 

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