Rettungsaktionen


von Redaktion


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In einer Nacht, in der die meisten vernünftigen Menschen wohl schon ins Bett gegangen waren, suchte ich während eines heftigen Gewitters unseren Garten ab. Wir waren nicht zu Hause gewesen, als das Gewitter ausbrach. Meine ersten Gedanken galten nicht etwa den Unannehmlichkeiten oder unserer Sicherheit. Nein, was ich dachte, war: „Die Katze ist draußen!“ Unsere alte und sehr eigenwillige Katze hat eine Schwäche – sie hat Angst vor Gewitter.

Das Gewitter tobte immer noch und der Regen prasselte nieder, als wir zu Hause ankamen. Ich rief von der Hintertür aus nach unserer Katze, aber es war nichts von ihr zu sehen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als eine groß angelegte Rettungsaktion zu starten.

In der Dunkelheit des Gartens suchte ich in ihren Lieblingsverstecken nach der Katze. Ich brauchte keine Taschenlampe, der Blitz war so gut wie Flutlicht. Es war keine Katze in Sicht – aber dafür sah ich aus wie eine durchnäßte Katze. Ich spähte unter den Schuppen, schob Zweige beiseite und achtete die ganze Zeit darauf, daß ich nicht auf Schnecken oder Frösche trat, die das Gewitter offen-sichtlich als Geschenk des Himmels empfanden.

Verzweifelt ging ich zum Haus zurück und fand mich mit dem Gedanken ab, dass die Katze vor Angst oder an einer Lungenentzündung zusammengekauert an einer versteckten Stelle sterben würde. Und was sah ich da in der warmen Küche, mich verachtend anschauend? Eine trockene Katze. Sie war unbemerkt ins Haus gelangt, während die Rettungsaktion lief.

Das ist nicht das erste Mal, dass das, wonach ich gesucht habe, mir näher war, als ich dachte. Es gab Situationen, in denen ich Probleme hatte und überall nach der Antwort suchte, die nur in mir selbst zu finden war. Und Zeiten, in denen ich andere beschuldigt habe, nur um festzustellen, dass der Fehler bei mir lag, was nicht sehr angenehm war.

Einige von uns schauen in alle Richtungen und versuchen den Sinn ihres Alltages zu finden. Wir glauben, dass es für unsere Existenz einen Grund geben muss, obwohl wir nicht sicher sind, was das wirklich sein soll. Manchmal macht ein Unglück in unserem Leben, Krankheit oder Leid in der Familie, unsere Suche dringlicher. In solchen Zeiten kann das Geheimnis des Lebens sogar noch geheimnisvoller aussehen.

Die Antwort auf unser Suchen ist näher, als wir vielleicht denken. Der Apostel Paulus versuchte das einer Gruppe Streitsüchtiger in Athen zu erklären.

„Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir“, Apostelgeschichte 17,28.

Wer sich dafür öffnet, diesem nahen Gott begegnen und anzuvertrauen, befindet sich auf dem Weg, den Sinn des Lebens zu entdecken. Gott ist ganz nah, wir brauchen nicht einmal unsere Haustür öffnen.

KR GB

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