Über Geld spricht man nicht


von Frank Honsberg


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„Über Geld spricht man nicht" ... man hat es. Diesen Spruch kennt jeder. Und er wird tatsächlich beherzigt. Wir sprechen ungern darüber. Warum eigentlich?

In der Bibel kommt das Wort Geld häufiger vor als das Wort Himmel. Jemand hat nachgezählt, dass das Neue Testament fast zehn Mal so viele Verse enthält, die sich auf Haushalterschaft beziehen, als Verse, die etwas über die Rettung und den Glauben sagen. Niemand hegt deswegen den Verdacht, Jesus hätte sich bereichern wollen. Selbst Kritiker behaupten das nicht von ihm. Jesus steht für etwas ganz anderes. Und trotzdem spricht er vom Geld. Warum? Weil es jeden in irgendeiner Form betrifft. Den einen, weil er es hat, den anderen, weil er es nicht hat.

So oder so: Wir müssen uns damit beschäftigen, auch wir Christen. Jesus macht das sehr deutlich, wenn er in Matthäus 22 davon spricht, dass wir dem Kaiser geben sollen, was dem Kaiser gehört. Mit anderen Worten: Gott braucht kein Geld. Aber weil Geld zum System dieser Welt, in die wir gesandt sind, gehört, muss unser Umgang damit ordentlich sein.

Es gibt noch einen Grund, warum Jesus vom Geld redet. Geld hat das Potenzial, zum größten Konkurrenten unserer Hingabe an Gott zu werden. Von den vielen Reden Jesu möchte ich heute eine kurz mit euch anschauen. Sie steht in Lukas 16,9-13:

„Darum sage ich euch: Macht euch Freunde mit dem Mammon, an dem so viel Unrecht haftet, damit ihr, wenn es keinen  Mammon mehr gibt, in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet. Wer in den kleinsten Dingen treu ist, ist auch in den großen treu, und wer in den kleinsten Dingen nicht treu ist, ist auch in den großen nicht treu. Wenn ihr also  im Umgang mit dem unrechten Mammon nicht treu seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Wenn ihr das nicht treu verwaltet, was euch doch gar nicht gehört, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Ein Diener kann nicht für zwei Herren arbeiten. Er wird dem einen ergeben sein und den anderen abweisen. Für den einen wird er sich ganz einsetzen, und den anderen wird er verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon."

Wir kennen heute dieses Wort Mammon, weil Luther es unübersetzt übernahm. Es stammt von dem griechisch-aramäischen „mamona", was Geld oder Besitz bedeuten kann. Es ist verwandt mit „aman", was bedeutet „das, worauf man vertraut". Das heißt, ich muss mir darüber klar werden, worauf ich mein Leben stütze.

Was gibt mir Halt und Sicherheit? Vertraue ich einem Finanzpolster mehr als den Verheißungen Gottes? Oder glaube ich, dass er mir auch in materieller Hinsicht ein Versorger sein wird, wie es Psalm 23 ausdrückt?

Ich selbst hatte in meinem Leben mal mehr, mal weniger Geld. Habe ich mehr Geld zur Verfügung, als ich zum Leben brauche, sehe ich darin einen Vertrauenserweis Gottes in meine Haushalterschaft. Er hat nämlich nicht gundsätzlich etwas gegen Vermögen. Aber David mahnt in Psalm 62,11: „Wenn euer Reichtum wächst, dann hängt euer Herz nicht daran." Ich soll also bereit sein, zu geben. Was für eine große Verantwortung! Ich finde solche Zeiten genauso spannend wie Zeiten der Geldsorgen. In beiden Situationen kann ich mich bewähren.

Jesus meint jedenfalls, dass Geld etwas eher Vorläufiges für uns ist. Das heißt nicht, dass es unwichtig wäre – im Gegenteil. Mein Umgang mit dem Geld zeigt, ob ich reif bin für die wahren, himmlischen, ewigen Güter. So ist Geld nicht nur ein Thema für die, die viel davon haben. Es geht uns alle an. Und es hat mit unserem ewigen Leben zu tun.

Frank Honsberg

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