Bild: Wikimedia Commons

Welche Liebessprachen spricht Gott?


von Stefanie Honsberg


0 Kommentare

Die Erzählung vom verlorenen Sohn in der Bibel (Lukasevangelium, Kapitel 15, Verse 11-24) ist die schönste Geschichte, die ich jemals gelesen habe. Jesus Christus erzählte von einer Vater-Sohn-Beziehung vor mehr als 2000 Jahren. Doch man könnte sagen, es ist eine Geschichte, wie sie das Leben heute noch schreibt. Sie handelt von der einzigartigen Liebe eines Vaters zu seinem Sohn – einer Liebe, die bedingungslos ist. Bestimmt sehnt sich jeder Mensch nach solch einer Liebe, bei der man geliebt wird, so wie man ist, und auch Fehler erlaubt sind. Ein Sohn trifft schwerwiegende Entscheidungen, die er später bereut. Doch sein Vater verachtet ihn dafür nicht, sondern zeigt ihm auf verschiedene Arten, wie sehr er ihn liebt:

Geschenke – Als der jüngere Sohn noch zu Lebzeiten seines Vaters sein Erbteil von ihm fordert, teilt der Vater seinen Besitz zwischen seinen beiden Söhnen auf. Das hätte er nicht tun müssen. Doch es ist ein großzügiges Geschenk an seinen Sohn.

Hilfsbereitschaft – Nun trifft der Sohn die Entscheidung: Er verlässt seine Familie und geht ins Ausland. Alles läuft schief. In der größten Not besinnt er sich und will zurück zu seinem Vater. Als er noch weit entfernt ist vom Haus seines Vaters, passiert etwas Ungewöhnliches: Sein Vater läuft ihm entgegen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger und zurechtgelegten Vorwürfen, sondern voller Liebe und Mitleid. Er hilft seinem Sohn auf dem schweren Weg der Reue.

Zärtlichkeit – Noch bevor der Sohn einen Ton von sich geben kann, nimmt der Vater ihn in seine Arme und küsst ihn. Der Sohn spürt die Vertrautheit und Geborgenheit, die es nur in der Familie gibt.

Lob und Anerkennung – Als der Sohn um Entschuldigung bittet, freut sich der Vater so sehr über dessen Veränderung, dass er ein Fest ausrichten lässt. Er gibt seinem Sohn auch dessen Würde zurück, indem er ihn festlich einkleidet und ihn den Siegelring der Familie tragen lässt.

Zuwendung und Zweisamkeit – Als der ahnungslose ältere Bruder nach Hause kommt, ist die Party zur Rückkehr seines Bruders bereits in vollem Gange. Der Vater teilt seine Freude mit Verwandten und Nachbarn. Mit überzeugender Kraft wendet er sich seinem verloren geglaubten Sohn zu. Er nimmt sich Zeit, um mit ihm zu feiern.

So, wie der Vater in dieser Geschichte seinen Sohn liebt, auf so viele verschiedene Arten zeigt Gott seine Liebe. Er begegnet Menschen in unendlicher und aufrichtiger Liebe. Jesus erzählte die Geschichte vom verlorenen Sohn, um den Zuhörern zu verdeutlichen, wie erstaunlich groß die Liebe Gottes ist. Eine Liebe, die jeder Mensch erfahren kann. Viele unserer Entscheidungen lassen sich heute nicht rückgängig machen. Doch Gott gibt jedem Menschen die Chance für einen Neuanfang. Sind auch Sie bereit für eine Umkehr?

 

 

Stefanie Honsberg
ist Offizierin am Territorialen
Hauptquartier der Heilsarmee in Deutschland.
Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

Erschienen im Heilsarmee-Magazin, Ausgabe 03/2014

Zurück

Kommentare