Wer ist der Erfinder des Adventskranzes?
Natürlich: Es ist Johann Hinrich Wichern. Er ist bekannt als Erfinder des Adventskranzes. Der deutsche Theologe wurde am 21. April 1808 in Hamburg als ältestes von sieben Geschwistern in einer christlichen Familie geboren. Er machte eine Lehre als Erzieher und studierte anschließend Theologie. Im Jahr 1832 übernahm er eine Stelle als Oberlehrer an einer Sonntagsschule in Hamburg-St. Georg. Er trat einem Besuchsverein bei, der die Eltern der Sonntagsschulkinder zu Hause besuchte. Durch diese Arbeit lernte er die Elendsquartiere in Hamburg kennen. Er erkannte das Maß der Verwahrlosung und gründete daraufhin 1833 die „Anstalt zur Rettung verwahrloster und schwer erziehbarer Kinder“, das sogenannte „Rauhe Haus“.
Der erste Adventskranz wurde 1839 im „Rauhen Haus“ aufgehängt.
Dort lebten die Kinder in familienähnlichen Strukturen, jeweils zehn bis zwölf Kinder mit einem Betreuer zusammen. Das Leben der Jugendlichen und Kinder bestand aus Lernen, Arbeiten und Feiern. Die Kinder sollten das Arbeiten lernen und eine realistische Vorstellung von den Anforderungen der Arbeitswelt bekommen. Ihnen stand ein Angebot an überwiegend handwerklichen Berufsmöglichkeiten zur Auswahl.
Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute Wichern 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine kleine Kerze mehr angezündet, an den Adventssonntagen eine große Kerze mehr. Aus dieser Idee entwickelte sich der Adventskranz mit vier Kerzen. Seit 1860 wird der Kranz mit Tannengrün geschmückt, seit Anfang des 20. Jahrhunderts gehört er zum deutschen Adventsbrauchtum. Er ist inzwischen aus Deutschland in viele andere Länder übernommen worden.
Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik des Adventskranzes. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung auf die Geburt Jesu Christi, der das „Licht der Welt“ ist. Dazu sind verschiedene Deutungen getreten, die sich auf die Kreisform, die Symbolik des Kranzes, das Tannengrün im Winter sowie die verwendeten Farben der Kerzen oder auch der Schleifen beziehen.
So wird er gern auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen gedeutet. Der Kreis symbolisiert auch die Ewigkeit, das Grün das Leben an sich und die Kerzen das kommende Licht, das in der Weihnachtsnacht die Welt erleuchtet.
Der Text wurde in gekürzter Form einem Artikel des Heilsarmee-Magazins entnommen. Die ursprüngliche Autorin ist Brunhilde Kiegel.