Wie funktioniert der Suchdienst?

Mit freundlicher Genehmigung des Heilsarmee-Suchdienstes in England

Wenn Sie einen Familienangehörigen suchen, nehmen Sie mit dem Suchdienst der Heilsarmee Kontakt auf.

Anschließend erhalten Sie ein Informationsschreiben und einen Fragebogen, in den Sie alles, was Sie über die vermisste Person wissen, eintragen.

Nachfolgend beantworten wir Ihnen die am häufigsten an uns gerichteten Fragen.

Wo operieren wir?

Der Suchdienst der Heilsarmee arbeitet weltweit in über 100 Ländern. Vorwiegend arbeiten wir hier in Deutschland mit den Suchdiensten der Heilsarmee in den USA, Kanada, Großbritannien und Neuseeland sowie unseren Nachbarländern zusammen. Die Korrespondenzsprache ist Englisch.

In manchen Gebieten gibt es eigene Abteilungen, oftmals ist allerdings auch nur eine einzelne Person für dieses Aufgabenfeld tätig, so auch in Deutschland.

Welche Art von Suchen führen wir durch?

Da der Suchdienst nur ein kleiner Teil der sozialen Tätigkeit der Heilsarmee ist, beschränken wir uns weitgehend auf Familien-Zusammenführung. Also keine Erbenermittlung, keine Ahnenforschung, keine Suche von Schulfreunden etc., obwohl auch hier Ausnahmen vorkommen.

Wir möchten mit unserer Arbeit Familienmitglieder zusammenführen, die sich aus irgendeinem Grund aus den Augen verloren oder noch nie gesehen haben. Das mag vor kurzer Zeit geschehen sein oder vor vielen Jahren. Und die Gründe - wie es dazu kam - sind äußerst vielschichtig.

Wie sieht das Prozedere aus?

Sobald bei uns eine Such-Anfrage eingeht, erhalten sie ein Informationsschreiben und einen Fragebogen, in den wir Sie bitten, alle Ihnen bekannte Informationen über die vermisste Person einzutragen.

Nicht aus allen Anfragen erwächst ein neuer Suchdienstfall; eben weil wir uns auf Familienzusammenführung beschränken. Und auch da ist viel Fingerspitzengefühl gefragt – beispielsweise wenn es sich um adoptierte Kinder handelt, die ihre leiblichen Elternteile suchen, was hauptsächlich in Großbritannien und Amerika strikt abgelehnt wird. Als vor Jahren Kinder zur Adoption freigegeben wurden, konnte die Mutter davon ausgehen, dass niemand erfährt, dass sie die Mutter des betreffenden Kindes ist. Das wurde ihr zugesichert. Und wenn nun plötzlich diese Regel nicht mehr gelten soll, können sich für das neue Leben der Mutter ungeahnte Probleme ergeben. Ehen sind schon dadurch kaputtgegangen, und es kam auch zu Rechtsstreitigkeiten. Genau so delikat ist es, wenn nichtehelich geborene Kinder ihre Mutter oder ihren Vater suchen - auch da sind wir äußerst vorsichtig.

Gesucht, gefunden – und dann?

Wenn wir die vermisste oder gesuchte Person gefunden haben, wird die Adresse nur dann weitergegeben, wenn die gesuchte Person dazu ihre Einwilligung gibt. Oftmals teilen wir der gefundenen Person die Adresse oder Telefonnummer Ihres Angehörigen, der sie gesucht hat, mit. Wenn sie zunächst nicht bereit war, Kontakt aufzunehmen, kann sie das vielleicht später über die gegebene Adresse tun. Eine Möglichkeit ist auch, einen Brief an die gesuchte Person weiterzuleiten, ohne ihre Adresse preiszugeben. Auch das hat schon manches Mal scheinbar endgültig geschlossene Türen aufgemacht.

Wie groß ist die Aussicht auf Erfolg?

Die Erfolgsquote kann bei ca. 75% angesetzt werden. Und das ist unseres Erachtens eine sehr positive Bilanz.

Zu den unerledigt abgeschlossenen Fällen gehören oftmals solche, wo z. B. ein Vater gesucht wird, von dem man nur noch die Feldpostnummer während des 2. Weltkriegs weiß oder bei dem keine irgendwann einmal vorhandene Adresse in Deutschland angegeben werden kann.

Datenschutz – ein Prinzip des Suchdienstes

Wenn man die vermisste oder gesuchte Person gefunden hat, wird die Adresse nur dann weitergegeben, wenn die gesuchte Person dazu ihre Einwilligung gibt. Ich habe einige Fälle, wo die Person gefunden wurde, aber nicht einverstanden war, dass man ihre Adresse weitergab. Das muss man dann respektieren.

Oftmals lässt man noch eine kleine Türe auf, wenn man der gefundenen Person z. B. die Adresse oder Telefonnummer der Tochter, des Sohnes etc. gibt, die sie gesucht hat. Wenn sie dann eines Tages doch bereit ist, den Kontakt aufzunehmen, kann sie das über die gegebene Adresse tun. Eine Möglichkeit ist auch noch, dass wir evtl. den Brief eines Sohnes, einer Tochter etc. an die gesuchte Person weiterleiten, ohne ihre Adresse preiszugeben. Auch das hat schon manches Mal scheinbar endgültig geschlossene Türen aufgemacht.

Warum beschäftigt sich die Heilsarmee mit dem Suchdienst?

Zum einen sicherlich, weil sie durch ihre Internationalität dazu prädestiniert ist, zum andern weil die Zielsetzungen der Heilsarmee zwei Schwerpunkte haben:

  1. Die Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen
  2. In seinem Namen menschlicher Not ohne Ansehen der Person zu begegnen.
Ein kurzer Überblick unserer Arbeit

Der Suchdienst ist nur ein prozentual geringer Teil unserer Sozialarbeit in Deutschland. Dennoch bearbeiten wir in dem relativ kleinen Suchdienstbüro rund 100 Anfragen jährlich.

Etwa 50 neue Fälle, unzählige Telefonate und über 800 schriftliche Bearbeitungen pro Jahr runden die Arbeit des Suchdienstes jeweils ab.

Nehmen Sie Kontakt auf

Zögern Sie bitte nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen, da es nie schaden kann, nachzufragen!