Gedanken zum ersten Glaubensartikel der Heilsarmee


von Alfred Preuß


0 Kommentare

Die Lehren der Heilsarmee

In dieser Serie veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge, die sich mit den elf Glaubensartikeln, dem Glaubensbekenntnis der Heilsarmee beschäftigen, sie erklären und erläutern.

Der erste Glaubensartikel

„Wir glauben, dass die Schriften des Alten und des Neuen Testaments durch Inspiration von Gott gegeben wurden, und dass sie allein die göttliche Richtschnur des christlichen Glaubens und Lebens bilden.“

William Booth sagte: „Die Bibel enthält die einzig rechtmäßige und zuverlässige Offenbarung der Gedanken Gottes. Sie allein kann diesen Anspruch erheben!“ Dieser Gedanke des Gründers der Heilsarmee drückt sich auch im ersten Glaubensartikel (Glaubensbekenntnis der Heilsarmee) aus. Er liegt damit auf einer Linie mit Athanasius, dem Bischof von Alexandrien (4. Jahrhundert n. Chr.), der sagte: „Die heiligen und göttlich inspirierten Schriften sind zur Verkündigung der Wahrheit in sich selbst ausreichend.“ Auch der Kirchenvater Augustinus, Bischof von Hippo (5. Jahrhundert n. Chr.) bestätigt dies, indem er sagt: „In jenen Dingen, die in der Schrift klar niedergelegt sind, ist alles zu finden, was Glauben und sittliches Verhalten umfasst.“

Die Bibel ist für jeden, der sie anerkennt, eine Autorität. Die Frage ist allerdings, wie Sie sich der Bibel nähern. Ist es der historisch-kritische Ansatz, der alles hinterfragt? Ist es der allegorische Ansatz, für den alles nur ein Gleichnis ist? Ist es der philosophische Ansatz, der in der Bibel eine Weisheit unter vielen sieht? Oder gehen Sie gläubig an die Bibel heran, indem Sie sie für wahr halten?

Für uns ist die Bibel Gottes Wort, das er an die Menschen richtet, die er liebt und mit denen er Gemeinschaft haben möchte.

„Gott ist seinem Wesen nach den Augen sterblicher Menschen verborgen“, sagte Johann Peter Hebel. Doch in der Bibel offenbart Gott sein Wesen und seine Absicht mit den Menschen. Er, der Unsichtbare, lüftet den Schleier ein wenig. Genug, um ihn zu erkennen. Schon in der Schöpfung lässt sich der Schöpfer erkennen, doch ohne Offenbarung gibt es nur Kenntnis – aber keine Erkenntnis von Gott. Die „Konkordienformel“, in der sich die Kirchen des „Augsburgischen Bekenntnisses“ einigten, besagt: Der natürliche Mensch hat nur „ein tunkel Fünklein der Erkenntnis, dass ein Gott sei“. Dieses „tunkel Fünklein“ macht den Menschen aber unentschuldbar vor Gott. „Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben“, Römer 1,20 NLB.

Karl Barth: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“

„Vor langer Zeit hat Gott oft und auf verschiedene Weise durch die Propheten zu unseren Vorfahren gesprochen, doch in diesen letzten Tagen sprach er durch seinen Sohn zu uns. Durch ihn hat er das ganze Universum und alles, was darin ist, geschaffen, und er hat ihn zum Erben über alles eingesetzt“, Hebräer 1,1–2 NLB.

Gott möchte mit den Erlösten Gemeinschaft haben

Jesus und der Vater sind eins. Im Gehorsam dem Vater gegenüber zeigt sich die Liebe Jesu zum Vater und zu den Menschen. Jesu Leiden und Sterben am Kreuz offenbart die Liebe Gottes. Im Alten und im Neuen Testament ist Jesus der Mittelpunkt. Auf ihn deuten alle Offenbarungen und Voraussagen der Bibel und durch ihn wird Gottes Plan für unsre Erlösung bekannt gegeben: Gott möchte mit den Erlösten Gemeinschaft haben.

Ein wichtiger Aspekt des 1. Glaubensartikels ist die Inspiration der Bibel. Damit ist gemeint, dass Gott persönlich sprach, dass die Schreiber der Bibel vom Heiligen Geist erfüllt waren und so Gottes Wort aufschreiben konnten. Dabei wurden ihre Persönlichkeit und ihr eigener Stil nicht außer Acht gelassen. Hier erschließt sich ein großes Geheimnis: Der Heilige Geist, der vor 3000 Jahren dem einstigen Hirtenjungen und späteren König von Israel, David, den Psalm 23 eingab, hilft mir heute, diesen Psalm zu verstehen. Ich weiß, Jesus Christus ist mein guter Hirte. So wie er es im Neuen Testament von sich sagt. Hier sehen wir eine der vielen Querverbindungen von Altem und Neuem Testament, die ein Beweis für die Echtheit der Bibel sind. Für das Verstehen und die Auslegung der Bibel ist es wichtig, den ganzen Zusammenhang der Bibel zu sehen.

Die Bibel „lebt“

Für mich ist die Bibel das lebendige Wort Gottes. Worte, die vor Jahrtausenden geschrieben wurden, sind für mich heute lebendig, weil der lebendige Gott dahintersteht und zu mir persönlich spricht. Die Bibel prägt mein Leben, ist für meinen Glauben Richtschnur, also maßgebend. An ihr kann ich mich, meinen Glauben und mein Leben messen. In ihr kann ich Gott und seinen Plan für mein Leben erkennen. Kein Roman, keine theologische Abhandlung, kein philosophisches Werk kann diesem Anspruch genügen.

„Wir werden nie aufhören, Gott dafür zu danken, dass ihr seine Botschaft, die wir euch brachten, nicht für unsere eigenen Worte gehalten habt. Ihr habt sie als Gottes Wort aufgenommen – was sie ja auch wahrhaftig ist. Und dieses Wort wirkt weiter in euch allen, die ihr glaubt“, 1. Thessalonicher 2,13 NLB.

Die Botschaft der Heilsarmee gründet sich auf die Bibel.

Major Alfred Preuß hat sich als Dozent und Redakteur intensiv mit den Glaubensartikeln der Heilsarmee befasst. Aus seiner Feder stammt die Broschüre „Wir glauben … Gedanken zu den 11 Glaubensartikeln“. Die ausführliche Darlegung der Glaubensartikel wurde unter seiner Redaktion im „Handbuch der Lehren“ veröffentlicht. Beide Publikationen sind in der Abteilung Medien und Öffentlichkeitsarbeit erhältlich.

Zurück

Kommentare