Urlaub - Zeit zum Abschalten


von Philippa Smale


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Nachfolgender Text ist ein Auszug aus der Ausgabe 15/2013 des Heilsarmee-Magazins.

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Warum sollte irgendjemand Urlaub im Ausland machen wollen? Fahrkarten besorgen, Hotels buchen, Koffer packen, jemanden suchen, der die Katze füttert und die Blumen gießt – das ist so viel Aufwand! Man wird müde von der Reise, muss Verkehrsstaus und Flugverzögerungen ertragen, sich in einer fremden Sprache verständigen, das Hotel finden, in einem fremden Bett schlafen, ungewohnte Speisen essen! Wäre es da nicht besser, einfach zu Hause zu bleiben?

Für manche Leute ist der Gedanke an eine abenteuerliche Urlaubsreise einfach zu beängstigend. Sie haben keine Lust, neue Orte zu sehen, neue Leute kennenzulernen, neue Kulturen zu erleben, neues Essen zu probieren – sie mögen Dinge und Orte, die vertraut, beruhigend und sicher sind.

Und daran ist nichts falsch – Urlaub sollte nicht stressig und beschwerlich sein, im Urlaub sollte man eine Pause vom alltäglichen Arbeitsleben machen und an einen Ort gehen, an dem man entspannen und neue Kraft schöpfen kann. Für manche Leute bedeutet das tatsächlich Reisen, Spannung und neue Erfahrungen – für andere bedeutet es wortwörtlich Entspannung und Ausruhen, die Füße hochzulegen und so wenig wie möglich zu tun.

Es gibt für jeden einen passenden Urlaub, denn jeder hat eine andere Art aufzutanken. Aus offensichtlichen Gründen gibt es auch Urlaub für jeden Geldbeutel – eine fünfköpfige Familie muss für eine Auslandsreise ja viel mehr zahlen als eine Einzelperson. Doch es gibt jede Menge Urlaubsmöglichkeiten, manchmal in einer Entfernung von nur wenigen Kilometern vor der eigenen Haustür. Man könnte mit dem Bus ins Naturschutzgebiet fahren oder mit der S-Bahn zu einem Spazierweg am Flussufer, oder in 15 Minuten zu Fuß in den Park oder ins Schwimmbad gehen.

Manche Menschen nutzen ihren Urlaub für kulturelle Aktivitäten – sie besichtigen Burgen, Museen und Galerien und erfahren so etwas über die Geschichte ihres Wohnortes. Wenn sie auf ihren Urlaub zurückblicken, ist er für sie eine Zeit, in der sie etwas zu ihrer Lebenserfahrung hinzugefügt haben, und das gibt ihnen das Gefühl, diese Zeit nicht verschwendet zu haben.

Doch es ist nichts Schlechtes daran, im Urlaub ein wenig Zeit zu verschwenden – vielleicht ist es genau das, was man braucht, um sich zu entspannen und vom Alltagsstress abzuschalten. Was ist falsch daran, mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon zu sitzen und einfach nur die Aussicht zu genießen? Nichts. Im Urlaub steht man nicht unter der Herrschaft von Zeitplänen und Terminen. Man braucht keinen Wecker und keine Erinnerungsfunktion auf dem Handy – dein Raum gehört dir und niemandem sonst, wenn auch nur für fünf Minuten, bevor sich andere Anforderungen des Lebens, wie zum Beispiel die Familie, melden.

Sich Zeit zu nehmen, um zu entspannen, aufzutanken und den Wecker auszuschalten ist gesund, weil Menschen nicht dafür geschaffen sind, die ganze Woche rund um die Uhr zu arbeiten. Als Gott diese Welt erschuf, reservierte er den siebten Tag als Ruhetag – nicht weil er sich ausruhen musste, weil er von all der kreativen Arbeit erschöpft war, sondern weil er die Ruhe zu einem Teil des Lebensrhythmus seiner Schöpfung machen wollte – und die Menschen gehören sehr wohl zu dieser Schöpfung.

„Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk und ruhte von seiner Arbeit aus. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig, weil es der Tag war, an dem er sich von seiner Schöpfungsarbeit ausruhte“ (1. Mose 2,2.3).

In der Agrargesellschaft vor etwa 3000 Jahren reichte ein Ruhetag wahrscheinlich aus, um sich zu entspannen und zu erholen. Heute verläuft das Leben in einem weit hektischeren Tempo und ein Tag ist nur ein Tropfen in einem Ozean aus Stress. Um ihr Leben so gut wie möglich bewältigen zu können, brauchen die Menschen mehr Raum für sich, an dem der Druck nachlässt und sie einige ihrer Lasten für ein Weilchen ablegen können.

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken. Nehmt mein Joch auf euch. Ich will euch lehren, denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. Denn mein Joch passt euch genau, und die Last, die ich euch auflege, ist leicht“ (Matthäus 11,28-30). Jesus kannte Stress, er wusste, was es heißt, müde zu sein und Lasten zu tragen – und er verspricht denen Ruhe, die zu ihm kommen.

Die Verfasser der Evangelien berichten nicht, dass Jesus Urlaub genommen hätte – er hatte schließlich nur drei kurze Jahre nach dem Beginn seines öffentlichen Wirkens, um all das zu tun, wozu er in diese Welt gekommen war – doch er hat Pausen gemacht und Ruhepausen in seine Tage eingeplant, um zu entspannen. Manchmal hat das allerdings nicht funktioniert, weil die Menschen ihm oft gefolgt sind und seine Ruhe gestört haben. Doch wenn es möglich war, ruhte er auch aus.

In Psalm 91,1-2 steht: „Wer im Schutz des Höchsten lebt, der findet Ruhe im Schatten des Allmächtigen. Der spricht zu dem Herrn: Du bist meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue.“

Auch wenn Sie gerade keinen Urlaub haben und der nächste sehr, sehr weit weg zu sein scheint, können sie doch Ruhe bei Gott finden und den Schutz seiner Liebe, Stärke und Gnade erfahren, die Sie stärken und Ihnen Zuflucht vor Stress und Druck bieten.



 

Philippa Smale

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