Was bleibt.


von Redaktion


0 Kommentare

In der letzten Zeit ist es häufiger vorgekommen, dass vertraute Situationen, Tra­ditionen und Beziehungen, die mir in meinem Leben persönlich wichtig und wert­voll waren, aufgehört haben und zu einem Ende gekommen sind. Das ist in einer so kurzen Abfolge hintereinander geschehen, dass mich das doch nachdenklich gemacht hat.

So kündigte mir mein Hausarzt vor einigen Wochen an, dass er bald aufhören werde. Darüber war ich sehr traurig. Von diesem Arzt fühlte ich mich nämlich immer sehr gut betreut. Mit ihm konnte ich sehr persönlich und vertrauensvoll sprechen.

Etwas später erzählte mir die Mitarbeiterin meiner Bäckerei, dass diese Filiale bald schließen werde. Auch diese Nachricht traf mich völlig unvorbereitet. Denn in dieser Bäckerei habe ich viele Jahre lang eingekauft und meine Mittagspause ver­bracht. Kaum zu glauben, dass diese Möglichkeit jetzt nicht mehr besteht.

Nicht lange danach sagte uns der Besitzer eines Restaurants, in dem meine Frau und ich zu besonderen Anlässen oft und gerne zu Gast waren, dass er bald aufhö­ren und das Restaurant schließen werde. Ich war schockiert und konnte mir nicht vorstellen, dass es diesen schönen Ort für uns nun nicht mehr geben wird.

Wenn in unserem Leben etwas zu Ende geht, wenn Begegnungen mit Menschen, mit denen wir uns gut verstanden haben, aufhören, dann fällt uns das oft sehr schwer und macht uns traurig.

Die meisten Menschen lieben ja das Gewohnte und Beständige. Vertraute Situ­a­tionen und Beziehungen geben uns Sicherheit, während das Neue uns leicht Angst machen kann, weil es noch unbekannt ist.

Der Sänger Manfred Siebald hat diese Gefühlslage in einem seiner Lieder ein­mal sehr schön zum Ausdruck gebracht, als er gedichtet hat:

Alte Stunden, alte Tage
lässt du zögernd nur zurück.
Wohlvertraut wie alte Kleider
sind sie dir durch Leid und Glück.

Wie gut haben wir Jesus-Leute es doch, dass wir einem Herrn nachfolgen dürfen, der uns ganz genau kennt. Er weiß, welche Mühe wir damit haben können, wenn etwas Vertrautes zu Ende geht. Er will uns unsere Ängste nehmen, indem er uns in seinem Wort auf drei Dinge aufmerksam macht, die be­ständig sind und die nicht aufhören wer­den.

Welche drei Dinge sind das? Der Blick in die Bibel verrät sie uns:

Erstens: Gottes Treue wird nicht aufhören

Zweitens: Gottes Liebe kann nicht aufhören

Drittens: Unser Glaube soll nicht aufhören

 

1. Gottes Treue wird nicht aufhören

Das Erste, das uns die Bibel nennt, ist: Gottes Treue wird nicht aufhören. Davon lesen wir am Anfang der Bibel, in 1.Mose 8,22. Dort wird uns berichtet, dass Gott Noah, seine Familie und viele Tiere in der Arche vor der großen Sintflut bewahrt hat. Endlich, nach hundertfünfzig Tagen, geht das Wasser allmählich zurück, und Noah und seine Familie können die Arche am Gebirge Ararat bald wieder trockenen Fußes verlassen.

Aus Dankbarkeit über diese wunderbare Rettung Gottes baut Noah dem Herrn dort einen Altar und bringt ihm ein Brandopfer dar. Daraufhin macht Gott dem Noah und dem ganzen Menschengeschlecht eine großartige Zusage, indem er verspricht: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1.Mose 8,22).

Mit diesem Versprechen Gottes stellt der Herr seine Schöpfung unter eine weitreichende Bestandsgarantie, die bis zum heutigen Tag gilt. Gott macht deutlich, dass seine Treue unverbrüchlich ist und nicht vergehen wird, solange diese Erde besteht.

Ich muss dabei an ein Gemälde denken, das früher in meinem Elternhaus hing und das ich oft betrachtet habe. Es zeigt den Planeten Erde aus der weiten Perspektive des Weltalls. Unterhalb der Erde hat der Zeichner eine große Hand gemalt, die unseren Planeten schützend und bewahrend hält und umfängt.

Das ist eine schöne Illustration dieses Bibelwortes, die die Treue Gottes für seine Schöpfung eindrucksvoll darstellt. Unser Herr hält seine Hand über diese Erde und lässt das Werk seiner Hände nicht fallen. Bis zum heutigen Tag hat er sein Versprechen gehalten, mit dem er uns zugesichert hat: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

In dieser Zusage Gottes hat der Schöpfer uns die Lebensgrundlagen und Lebenskreisläufe zugesichert, die wir für unser irdisches Dasein brauchen und die unser Leben erst ermöglichen.

„Saat und Ernte werden nicht aufhören“: Gott sagt uns hier, dass er unsere tägliche Versorgung mit Nahrung und täglichen Gütern sicherstellen möchte.

„Tag und Nacht werden nicht aufhören“: Gott will uns damit Arbeit und Ruhe, Anspannung und Entspannung ermöglichen.

„Frost und Hitze, Sommer und Winter werden nicht aufhören“: Gott möchte uns hier die Schönheit der Natur, die Abwechslung und den Reichtum in seiner Schöpfung vor Augen stellen und uns damit erfreuen.

Und was für seine Schöpfung als Ganzes gilt, das dürfen auch wir für unser eigenes Leben erfahren.

Wir dürfen Gott danken, dass unser Herz bis zum heutigen Tag nicht aufgehört hat zu schlagen.

Wir dürfen Gott danken, dass unsere anderen lebenswichtigen Organe nicht aufgehört haben, ihren Dienst zu tun.

Wir dürfen dankbar sein, wenn unsere Augen und Ohren, unsere Sinne und unser Verstand nicht aufgehört haben zu funktionieren.

Wie oft hast du in der letzten Zeit deinem Herrn dafür gedankt, dass er nicht aufgehört hat, dein Leben zu schützen und zu bewahren?

Gottes Treue wird nicht aufhören. Sie hat in unserem Leben bisher nicht aufgehört und wird uns auch weiterhin zur Seite stehen. Unser Herr steht zu seinem Wort – das kann unser Herz in allen Bedrohungen und Unsicherheiten unseres Lebens zur Ruhe bringen.

 

2. Gottes Liebe kann nicht aufhören

Eine zweite Zusage Gottes finden wir in der Bibel, die nicht aufhören wird. Got­tes Liebe kann nicht aufhören. Der Apostel Paulus schreibt das der Gemeinde in Korinth in dem bekannten „Hohelied der Liebe“ im dreizehnten Kapitel des ersten Korintherbriefs. Dort lesen wir in Vers 8: „Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.“

„Die Liebe hört niemals auf“ – eine starke Behauptung, die der Apostel Paulus hier macht. Aber stimmt sie denn überhaupt?

Wenn wir nur auf menschliche Liebe schauen, z.B. die Liebe zwischen Mann und Frau, dann können daran ja manchmal Zweifel aufkommen. So haben sich in den letzten Monaten ja wieder eine ganze Reihe von prominenten Paaren getrennt und die Schei­dung eingereicht:

Der Schauspieler Sky du Mont hat sich nach sechzehn Jahren von seiner Frau Mirja getrennt.

Der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner hat sich nach zwanzig Jahren Ehe von seiner Frau Britta getrennt.

Und unser Bundestrainer, Jogi Löw, hat sich nach sechsunddreißig Jahren von seiner Frau Daniela getrennt.

Die Liebe hört niemals auf? Zumindest die gerade genannten Beispiele scheinen diese Aussage auf den ersten Blick nicht zu bestätigen.

Was ist das für eine Liebe, die Paulus hier meint? Es ist nicht die Liebe, die der Mensch aus eigener Kraft hervorbringen möchte. Es ist die Liebe Gottes, von der der Apostel schreibt, dass sie nicht das Ihre sucht und das Böse nicht zurech­net, sondern alles erträgt, alles glaubt, alles hofft und alles erduldet (Verse 5 und 6).

Wo finden wir eine solche Liebe?

Diese Liebe Gottes hat sich in besonderer Weise am Kreuz auf Golgatha ge­zeigt. Dort am Kreuz hat uns der Sohn Gottes offenbart, was wahre Liebe ist, als er für uns in den Tod ging, um uns zu erlösen. Bis in alle Ewigkeit hinein wer­den wir unseren Herrn dafür loben und preisen, dass er uns diesen Ausweg aus Schuld und Verderben gewiesen hat und wir jetzt durch ihn und mit ihm leben können.

Diese Liebe Gottes, die uns am Kreuz begegnet und um uns wirbt, wird für die, die zu ihm gehören, nicht aufhören, ja, sie kann nicht aufhören. Denn im ersten Johannesbrief lesen wir: „Gott ist die Liebe“ (1.Joh. 4,8). Liebe ist also nicht nur eine Eigenschaft Gottes unter vielen anderen; nein: Liebe ist der eigentliche Kern und das innerste Wesen Gottes.

Gott müsste aufhören, Gott zu sein, wenn er damit aufhören würde, die Seinen zu lieben.

Der Evangelist Johannes kann deshalb von Jesus bezeugen: „Er hatte die Men­schen geliebt, die zu ihm gehörten, und er hörte nicht auf, sie zu lieben“ (Joh. 13,1; HFA).

Wie oft hast du in der letzten Zeit deinem Herrn für diese Liebe gedankt? Wie oft hast du aus dieser göttlichen Liebe her­aus gelebt und anderen davon weitergesagt und weitergegeben?

Gottes Liebe kann nicht aufhören. „Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben. Sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende, seine Liebe ist jeden Morgen neu und seine Treue unfassbar groß“ (Klagelieder 3,22+23; GNB).

 

3. Unser Glaube soll nicht aufhören

Noch ein drittes Versprechen Gottes finden wir in der Bibel, von dem uns gesagt wird, dass es nicht aufhören wird, nicht aufhören soll: Un­ser Glaube soll nicht aufhören. Die Bibel berichtet uns von einem Jünger Jesu, dem diese Zusage in besonderer Weise von seinem Herrn zuteil geworden ist: Es ist der Apostel Petrus.

Wir lesen im 22. Kapitel des Lukasevangeliums, dass Jesus sich kurz vor seiner Kreuzigung noch einmal mit seinen engsten Vertrauten trifft, um mit ihnen ein Abschiedsmahl zu feiern. Im Laufe dieses Mahles wendet sich der Herr dann an Petrus und sagt zu ihm: „Simon, Simon! Pass gut auf! Gott hat dem Satan er­laubt, euch auf die Probe zu stellen und die Spreu vom Weizen zu scheiden. Aber ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube an mich nicht aufhört. Wenn du dann wieder zu mir zurückgefunden hast, musst du deine Brüder und Schwestern im Glauben an mich stärken!“ (Lukas 22,31+32; GNB).

„Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube an mich nicht aufhört.“ Dieses Ver­sprechen, das Jesus seinem Jünger hier macht, hat sich im Leben des Petrus auf wunderbare Weise bewahrheitet. Petrus hat ja die bittere Erfahrung gemacht, dass er seinem Herrn in der Stunde seines Leidens und Sterbens untreu gewor­den ist. Aber nachher durfte er ein unerschrockener und standhafter Zeuge für den Aufer­standenen werden, in dem viele ein starkes Vorbild des Glaubens ge­sehen haben.

Nicht nur für den Petrus, auch für jedes einzelne Kind Gottes hat der Auferstan­dene gebetet, damit unser Glaube nicht aufhört. So stellt der Apostel Paulus im Römerbrief die Frage: „Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestor­ben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rech­ten Gottes ist und uns vertritt“ (Römer 8,34).

Ja, Jesus vertritt uns, Jesus betet für uns, dass unser Glaube nicht aufhört. Was wäre aus uns geworden, wenn Jesus nicht auch für uns eingetreten wäre?

Spurgeon hat einmal gesagt: „Wir wissen gar wenig davon, wie viel wir den Ge­beten unseres Heilands verdanken. Wenn wir einst die Höhen des Himmels er­rei­chen und zurückschauen auf alle die Wege, auf denen uns der Herr, unser Gott, geleitet hat, wie werden wir Ihn preisen, der vor dem ewigen Gnadenthron all das Unheil gut machte, das der Satan auf Erden verübte.“

Wie oft hast du deinem Herrn in diesem Jahr schon dafür gedankt, dass er im­mer wieder für dich gebetet hat?

Es ist dem Herrn Jesus sehr wichtig, dass unser Glaubensleben nicht erschlafft und pausiert, sondern dass wir unaufhörlich dranbleiben und unser Vertrauen auch in schwie­rigen Lebensphasen nicht wegwerfen.

Warum ist das so wichtig?

Zu Petrus und den anderen Jüngern hatte Jesus gesagt: „Gott hat dem Satan er­laubt, euch auf die Probe zu stellen.“ Ja, der Teufel lässt nichts unversucht, um unser Glaubensleben anzugreifen und zu zerstören. Damit hört er nicht auf.

Im zwölften Kapitel der Offenbarung lesen wir, dass der Teufel die Erlösten des Herrn „Tag und Nacht“ vor Gott verklagt (Offb. 12,10). Wir werden also von dem Feind Gottes unaufhörlich vor unserem Herrn angeklagt – ist uns das eigentlich bewusst?

Wenn ich sehe, wie heutzutage oft mit Christen in den meisten Medien und in unserer Gesellschaft umgegangen wird, dann beobachte ich in letzter Zeit auch immer öfter ein solches aggressives und anklagendes Ver­halten. So können man­che christlichen Veranstaltungen in Deutschland inzwi­schen nur noch unter mas­sivem Polizeischutz stattfinden. Und manche christli­chen Redner müssen Angst um ihr Leben und ihre Gesundheit haben, wenn be­stimmte Vorträge von ihnen mitgeschnitten oder ins Internet gestellt werden.

Wir spüren es auch in unserem Land immer stärker: Der Feind Gottes möchte, dass unser Glaube aufhören soll.     

Deshalb brauchen wir es so dringend, dass unser Herr für uns betet. Aber wir brauchen auch Schwes­tern und Brüder im Glauben, die an uns denken und uns im Glauben stärken. Die­sen Auftrag erteilt Jesus ja auch seinem Jünger, indem er ihm sagt: „Wenn du zu mir zurückgefunden hast, musst du deine Brüder und Schwestern im Glau­ben an mich stärken!“

Vor einiger Zeit teilte mir ein Glaubensbruder eine große Not mit, die sein Le­ben schon länger belastet. Immer wieder hatte er zu Gott gebetet, dass diese Not doch von ihm genommen wird. Aber nichts war geschehen. Und dann sprach er von Glaubenszweifeln, mit denen er mehr und mehr zu kämpfen hat.

Ich durfte für diesen Bruder beten, dass sein Glaube nicht aufhört. Und so man­ches Mal war ich auch selber in dieser Situation, in der ich in Gefahr stand, mei­nen Glauben zu verlieren.

Dazu sind wir ja als Gemeinde füreinander da, dass wir uns im Glauben stärken und uns ei­nan­der Ermutigung und Trost zusprechen dürfen. Wir wollen als Ge­meinde aufeinander Acht haben, dass unser Glaube nicht aufhört.

 

So dürfen wir unserem Vater im Himmel von ganzem Herzen für diese drei Dinge dankbar sein, die bei ihm nicht aufhören werden.

Seine Treue wird nicht aufhören. So wie er uns bisher versorgt und be­gleitet hat, wird er das auch weiterhin tun. Er hat es uns versprochen: „So­lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Som­mer und Winter, Tag und Nacht.“ Er bleibt bei uns mit seiner Fürsorge, mit seinem Schutz, mit seiner helfenden Hand. Das hat er uns ganz fest zugesagt.

Seine Liebe kann nicht aufhören. Weil Gott die Liebe ist, kann er auch weiter­hin nicht damit aufhören, uns seine Liebe zu zeigen. „Die Liebe hört nie­mals auf“ – das hat er uns am Kreuz bewiesen und will es uns immer wieder neu vor Augen stellen. Diese göttliche Liebe soll für uns Jesus-Leute das Erkennungszei­chen sein. Unser Herr hat uns gesagt: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh. 13,35).

Und schließlich dürfen wir wissen: Unser Glaube soll nicht aufhören. Der Auf­erstandene betet für uns, dass wir bei ihm bleiben sollen. Und diesen Dienst dür­fen wir als Gemeinde auch füreinander tun und für unseren Bruder und unsere Schwester beten.

Ja, Jesus-Leute sind Menschen, die nicht aufhören: Nicht aufhören zu glauben, nicht aufhören zu lieben, nicht aufhören zu hoffen.

Dem römischen Staatsmann Marcus Tullius Cicero wird das Zitat zugeschrieben: „Fange nie an aufzuhören, und höre nie auf anzufangen.“

Diesen Grundsatz von Cicero will ich mir für mein Leben gerne zu Eigen machen.

Aber vor allem möchte ich mit Psalm 34,2 bezeugen: „Ich will den Herrn allezeit loben und nie auf­hören, ihm zu danken“ (Neues Leben Bibel).

Sind Sie auch mit dabei?

Ich wünsche Ihnenfür die nächste Zeit von ganzem Herzen viele gute Erfahrungen mit unserem Herrn, der nicht damit aufhören wird, für uns da zu sein. Amen.

Ralf Achter

Zurück

Einen Kommentar schreiben