Weltweiter Tag des Gebets für die Opfer von Menschenhandel

Ort: In allen Gemeinden (Korps) der Heilsarmee
Datum: 24. September 2017

Jeden letzten Sonntag im September widmet die Heilsarmee dem Gebet für Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsarbeit. So ruft die Heilsarmee in diesem Jahr am 24. September weltweit alle ihre Gemeinden und Einrichtungen dazu auf, die vielfältigen Dienste und Mitarbeiter dieses Arbeitsbereichs der Heilsarmee in ihre Gebete einzuschließen, Fürbitte für die betroffenen Menschen zu halten und Gott darum zu bitten, dass er die Herzen der Ausbeuter verändere.

Die Heilsarmee möchte dazu ermutigen, die Augen vor dieser zeitgenössischen Form von Sklaverei nicht zu verschließen, sondern vielmehr die Stimme gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit zu erheben.

Gibt es in Ihrem Korps Menschen, denen das Thema Gebet besonders am Herzen liegt oder die bereits über das Thema informiert sind? Möchten Sie gemeinsam mit anderen Ihren Korpsoffizier unterstützen und das Rahmenprogramm gestalten - etwa mit einem Anspiel oder einer etwas anderen Gebetszeit?

In der rechten Spalte dieser Seite haben wir für Sie Impulse für Kleingruppen, Gebetspunkte, einen Vorschlag für ein Rollenspiel/Wechselgebet sowie eine Anleitung für eine kreative Gebetszeit zum Download bereitgestellt.

Majorin Ruth Walz: Wie ich dazu kam, mich für Opfer von Menschenhandel einzusetzen

Majorin Ruth Walz spricht bei einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin eine Fürbitte für die Opfer von Menschenhandel.
Majorin Ruth Walz spricht bei einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin eine Fürbitte für die Opfer von Menschenhandel.

„Auslöser war der Fernsehfilm ‚Operation Zucker‘ über Kinderhandel und Kinderprostitution. Hauptfigur ist die 10-jährige Fee, die aus ihrem Dorf in Rumänien nach Deutschland gebracht wurde, um hier eine gute Schulausbildung zu erhalten. Doch stattdessen wurde sie an einen Berliner Kinderhändlerring verkauft und landete in einem als Single-Club getarnten Kinderbordell.

Der Film schockierte mich. Ich war fassungslos. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass Zwangsprostitution – und auch noch von Kindern – in Deutschland kein Problem sei. Nach dem Abspann saßen mein Mann und ich auf dem Sofa. Benommen, wütend. So eine Ungerechtigkeit! Hier in Berlin, vielleicht gleich bei uns um die Ecke. Da muss man was machen! Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. An diesem Abend beschloss ich: Ich muss etwas machen!

Ich begann, mich über Menschenhandel zu informieren, recherchierte im Internet und sprach mit Experten. Ich selbst komme nicht in Kontakt mit Prostituierten, aber ich kann meine Kraft einsetzen, indem ich andere Menschen auf das Thema aufmerksam mache. Als Mitglied im Arbeitskreis gegen Menschenhandel der Heilsarmee besetze ich die Themen Information und Prävention und gebe Schulungen in den Korps. Wenn Eltern und Mitarbeiter aufgeklärt sind, können sie Kinder und Jugendliche besser vor Gefahren schützen. Ich bin dankbar, einen Beitrag leisten zu können, damit die Opfer von Zwangsprostitution nicht vergessen sind.“