Gefängnisseelsorge der Heilsarmee

Besuch hinter Gittern

Seit über 20 Jahren besucht Lothar Walter von der Heilsarmee Strafgefangene.

Mitarbeiter der Heilsarmee besuchen regelmäßig Gefangene in Strafanstalten. Mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen stehen sie diesen vielfach geächteten Menschen zur Seite.

Freiheitsentzug, das bedeutet zugleich immer isoliert zu sein: von der Familie, vom Arbeitsleben, von allen gewohnten Lebensbereichen. Eingesperrtsein bringt auch mehr oder weniger große psychische Anspannung oder Probleme mit sich. Die Gefangenen sehnen sich nach ihren Familien, besonders wenn sie Frau und Kinder haben. Die Sorge ist groß, ob die Familie allein zurechtkommt. Nicht selten geht in der Zeit der Inhaftierung eine Ehe zu Bruch oder die Familie wendet sich ganz von dem inhaftierten Familienmitglied ab.

Durch ihren Besuchsdienst und die Begleitung in der Untersuchungshaft trägt die Heilsarmee dazu bei, dass die Verbindung zur Außenwelt nicht abreißt. Die Heilsarmee- Mitarbeiter bemühen sich, die Gefangenen in ihrer Persönlichkeit zu fördern und gemeinsam mit ihnen Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Ein Neuanfang ist möglich –
Gott gibt keinen auf!

Sowohl die Inhaftierten selbst als auch ihre Angehörigen werden mit der guten Nachricht von Jesus Christus bekannt gemacht und können daraus Kraft schöpfen. Kraft, um die schwere Zeit der Inhaftierung zu überwinden und Kraft, um nach der Entlassung in die Gesellschaft und in ein eigenständiges Leben zurückzufinden.

Die Arbeit endet nicht am Gefängnistor

Der Heilsarmee-Mitarbeiter Lothar Walter besucht seit fast 20 Jahren Gefangene in verschiedenen Strafanstalten. Seit 2004 ist er regelmäßig in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden und seit 2008 auch in der JVA Bautzen. In dieser Zeit konnte er viele Gefangene betreuen. Einige blieben in Dresden, aber viele zogen weiter, sodass der Kontakt abbrach. Bei manchen endet die Hilfe aber nicht am Gefängnistor.

Wie bei Fritz Maier*. Er saß wegen verschiedener Delikte in der JVA Bautzen. Über Monate besuchte Lothar Walter ihn regelmäßig. Einige Wochen vor Weihnachten wurde Fritz Maier nach Dresden entlassen. Da die Heilsarmee gute Kontakte zum Sozialamt sowie zum Arbeitsamt hat, konnte sie ihm relativ schnell helfen. Er musste nur für kurze Zeit in einem Übergangswohnheim untergebracht werden und wohnt nun in einer eigenen Wohnung und ist dabei, seinen Hauptschulabschluss nachzuholen. Lothar Walter trifft sich weiterhin regelmäßig mit ihm. „Denn meine Arbeit endet nicht nach der Entlassung am Gefängnistor.“

Auch in Zukunft möchte die Heilsarmee Menschen wie Fritz Maier zur Seite stehen. Mithilfe von Spenden und Geldauflagen („Bußgelder“ zugunsten einer gemeinnützigen Organisation) plant die Heilsarmee, regelmäßige Schulungen für Ehrenamtliche durchzuführen, damit die qualifizierte Gefangenenbetreuung der Heilsarmee ausgeweitet werden kann.

*Name geändert